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Labyrinthspinne - Agelena labyrinthica (CLERCK, 1757)
Artenprofil von Nicolaj Klapkarek


Systematische Einordnung


Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Familie: Trichterspinnen (Agelenidae)

Fotos (© Nicolaj Klapkarek)
Troisdorf (NSG Wahner Heide)


(xl-Foto)
Weibchen
15.06.2005
   
Klick auf die kleinen Bilder oder xl-Ansicht möglich
     
Besondere Merkmale
Vorderkörper: gelbbraune bis hellbraune Mittel- und Seitenbänder, die durch zwei dunkelbraune Längsstreifen getrennt sind. Das Sternum (Bauchplatte) ist braun gefärbt.

Hinterleib: grau bis fast schwarz mit hellgrauem bis rötlich gelben Mittelband, in dem sich eine gelbliche bis weißliche Winkelzeichnung über die gesamte Länge erstreckt. Beiderseits des Mittelbands verlaufen zwei dunklere Längsbänder (bei dunklen Exemplaren nicht unbedingt zu erkennen), die sich zur Seite hin in Flecken auflösen können. Die Unterseite des Hinterleibs ist hell gefärbt. Sehr auffällig sind die langen hinteren Spinnwarzen, die 2-gliedrig sind. Sie ragen weit über den Hinterkörper hinaus, so dass man sie auch gut von oben erkennen kann (typisch für die Gattung Agelena).


Labyrinthspinne (© A. Staudt)


Beine: gelbbraun bis hellbraun mit undeutlicher breiter Ringelung (nicht immer zu erkennen) und mit Härchen überzogen.

Ähnliche Arten: Agelena labyrinthica sehr ähnlich ist die etwas kleiner Agelena gracilens. Letztere Art hat auf der Unterseite des Hinterleibs ein braunes Längsband. Zudem sind die Längsstreifen auf dem Vorderkörper bei Agelena gracilens nicht so dunkel gefärbt wie bei Agelena labyrinthica. Der Vorderkörper wirkt damit nicht so kontrastreich.

Körperlänge: Männchen: 8-9 mm; Weibchen: 8-14 mm

Lebensraum
Die Labyrinthspinne besiedelt vor allem offenes und sonniges Gelände. Sie ist auf extensiv genutzten Grünlandflächen und Magerrasen, in Zwergstrauchheiden, Niedermooren und Dünen sowie auf Ruderalstandorten und Brachen zu finden. Daneben kommt sie auch regelmäßig an Waldrändern und in lichten (trockenen) Wäldern vor.

Biologie und Lebensweise
Die Labyrinthspinne baut charakteristische große trichterförmige Gewebenetze dicht über dem Boden in der niedrigen Krautschicht sowie in Zwergsträuchern und Brombeergestrüpp. Diese Gewebenetze besitzen im hinteren Teil eine nach hinten offene, erst abwärts und dann am Ende wieder aufwärts gekrümmte Wohnröhre. Die Spinne sitzt normalerweise am Eingang der Wohnröhre und wartet auf Beute. Vom Gewebenetz geht ein weitläufiges Labyrinth (Name!) von Fangfäden, die an umgebenden Pflanzenteilen angeheftet werden, in alle Richtungen aus. Verfängt sich Beute in diesem Labyrinth stürmt die Labyrinthspinne aus ihrem Versteck, beißt blitzschnell zu und zieht sich dann wieder in der Wohnröhre zurück bis die Lähmung der Beute eintritt. Anschließend wird die Beute in die Wohnröhre geschleppt und dort gefressen. Manchmal bauen Labyrinthspinnen ihre Netze so nahe beieinander, dass einzelnen Netze in einander übergehen können.
Zur Paarungszeit macht das Männchen durch Klopfen auf dem Netz auf sich aufmerksam und nähert sich vorsichtig dem paarungsbereiten Weibchen. Nach der langen - ca. 3 Stunden dauernden - Paarung leben die Männchen in einigen Fällen noch einige Zeit bis zu ihrem Tod im Netz der Weibchen. Manchmal werden sie aber auch vom Weibchen nach der Paarung gefressen.
Adulte Exemplare findet man den Sommer über.

Nahrung
Insekten

Verbreitung in D/Welt
Über ganz Deutschland verbreitet. Das deutschlandweite Verbreitungsmuster der Labyrinthspinne finden Sie hier: Arachnologische Gesellschaft e. V.: Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands

Verbreitung in NRW
Über ganz NRW verbreitet.

Benutzte Literatur
BELLMANN, H. (1984): Spinnen. Beobachten, bestimmen. Neumann-Neudamm. Melsungen, Berlin, Basel, Wien. 160 S.

FOELIX, R. F. (1992): Biologie der Spinnen. Thieme Verlag. Stuttgart. 331 S.

HÄNGGI, A. et al. (1995): Lebensräume mitteleuropäischer Spinnen. Charakterisierung der Lebensräume der häufigsten Spinnenarten Mitteleuropas und der mit diesen vergesellschafteten Arten. Misc. Faunistica Helvetiae 4, 1-460.

HEIMER, S. & NENTWIG, W. (1991): Spinnen Mitteleuropas. Verlag Paul Parey. Berlin, Hamburg. 543 S.

JONES, D. (1987): Der Kosmos-Spinnenführer. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. 3. Auflage. 320 S.

LOCKET, G. H. & MILLIDGE, A. F. (1951): British Spiders. Vol. I und Vol. II. Ray Society. London 310 und 449 S.

SAUER, F. & WUNDERLICH, J. (1991): Die schönsten Spinnen Europas. Fauna-Verlag. Karlsfeld. 4. Auflage. 202 S.


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Weitere Informationen zu Spinnen (Arachnida) im Internet

Arachnologische Gesellschaft e. V. - Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands

Arachnologische Gesellschaft e. V. - Checklisten, Publikationen, Links...

Spinnen Mitteleuropas - Bestimmungsschlüssel in deutsch, englisch und slowenisch

Museum Koenig: Bilderbestimmungsschlüssel mit extremen Makroaufnahmen (auf englisch)


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