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Steinkauz - Athene noctua (SCOPOLI, 1769)
Artenprofil von Axel Steiner


Systematische Einordnung

Stamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Eulen (Strigiformes)
Familie: Eulen (Strigidae)

Fotos (© Walter Weigelt)
Nottuln


(xxl-Foto)
08.06.2006

(xxl-Foto)
22.07.2006
 
Klick auf die kleinen Bilder oder xxl-Ansicht möglich
     
Besondere Merkmale
Kopf flach, mit niedriger Stirn und großen gelben Augen und weißlichen Augenbrauen; Schnabel blassgelb; keine Federohren; Oberseite dunkelbraun mit weißer Befleckung; Unterseite hell, mit dunklen Längsstreifen; Schleier undeutlich begrenzt; die Läufe sind weißlich befiedert, während die Zehen nur mit borstenartigen Federn besetzt sind.

Ruckartige Bewegungen; wellenförmiger Flug (wie bei Spechten); bei Erregung Knicksen und seitliches Schwanzschlagen.

Die Geschlechter sehen gleich aus und sind auch gleichgroß. Eine Unterscheidung ist somit äußerlich nicht möglich.

Hinsichtlich der Stimme können u. a. Lockrufe (weiches aufsteigendes "uuhg"), Warnrufe (kurzes "kju" oder "quiep"), aufgeregte Rufe (durchdringend "miau" oder "kuwitt") und Reviergesang (lautes "huui" oder "kwiau") unterschieden werden.
Einen Teil des Rufes des Steinkauzes können Sie sich hier anhören: www.vogelwarte.ch - Vögel der Schweiz.

Das komplette Federkleid des Steinkauzes können Sie sich hier anschauen: www.vogelfedern.de

Körperlänge: 21-23 cm
Flügelspannweite: 54-60 cm
Gewicht: 150-250 g, im Durchschnitt 190 g

Lebensraum
Kommt in offenem, oft bewirtschaftetem Gelände, bei Gärten, Streuobstwiesen, Alleen und Gebäuden vor. Geschlossene Waldgebiete werden gemieden.

Biologie und Lebensweise
Steinkäuze bleiben als Standvögel das ganze Jahr über in ihrem Revier. Die Paarbindung ist sehr eng und reicht vermutlich ein ganzes Leben lang, so dass ein Paar über einen langen Zeitraum das gleiche Revier besetzt hält. Steinkäuze sind auch am Tage zu beobachten, denn sie sitzen gerne in der Sonne und jagen gelegentlich bereits am Nachmittag. Hauptsächlich sind Steinkäuze jedoch am frühen Morgen und am Abend aktiv.
Das Jagdrevier eines Paares ist mit etwa einem halben Quadratkilometer recht klein.


Die Daten zu Nest, Eiern und Jungvögeln sind HARRISON (1975) entnommen:

Nest: Das Nest wird meist in Baumhöhlen, Mauerlöchern, in Spalten und Höhlen an Klippen und Steinbruchwänden oder im freien Gelände am Boden in Kaninchenröhren angelegt. Auch künstliche Brutröhren werden gerne angenommen. Die Eier werden entweder auf den nackten Boden oder in ein altes Vogelnest gelegt.

Eier: (2-)4-5(-7) kurz-elliptische bis rundliche, feinkörnige, schwach glänzende, weiße Eier in einer Größe von 33,6 x 28,1 mm.

Brutdauer/Brutpflege: Die Brutperiode beginnt Ende April/Anfang Mai. In der Regel findet eine Jahresbrut - selten auch 2 - statt. Das Weibchen bebrütet die Eier 28-29 Tage, während es vom Männchen versorgt wird.

Nestlingsdauer: Die mit einem dichten Dunenkleid überzogenen jungen Steinkäuze sind Nesthocker und werden von beiden Eltern gefüttert. Im Alter von 4 Wochen verlassen die Steinkauzjungen das Nest und sind nach 5 Wochen voll flugfähig.

Der Steinkauz in der Mythologie:
Die kleine Eule galt in der griechischen Mythologie als Bote der Athene - der Göttin der Weisheit. Daher kommt auch der wissenschaftliche Name Athene noctua.

Nahrung
Nagetiere (ca. 70% Feldmäuse), Kleinvögel (im Winter), Insekten (in der warmen Jahreszeit), Larven, Schnecken, Regenwürmer, Amphibien (meist Grasfrösche). Die Beute wird überwiegend am Boden gejagt, wobei der Steinkauz mit seinen langen Beinen auch für Verfolgungsjagden gewappnet ist.
Manchmal fängt er aber auch die Insekten nach Fliegenschnäpperart mit dem Schnabel direkt aus der Luft. Der tägliche Nahrungsbedarf liegt bei etwa 65 g.
Laut COUZENS (2006) ernährt sich der Steinkauz auch zu sehr kleinen Anteilen von pflanzlicher Nahrung (Blätter, Frrüchte und Beeren), was für Eulen sehr ungewöhnlich ist.

Verbreitung in D/Welt
engl. = Little Owl

Europa (nordwärts bis Dänemark/Lettland), Nord- und Nordostafrika, Arabien sowie im Süden und Westen Asiens. In Europa gilt der Steinkauz als weit verbreitet, aber recht selten. Laut der Roten Liste Deutschlands (2002) wird die Art als stark gefährdet (RL 2) geführt. Sein Bestand wird auf ca. 25.000 Paare geschätzt. Fast die Hälfte davon lebt in den Niederlanden. In Deutschland leben etwa 6100 Brutpaare (HEINTZENBERG, 2006). Die Zerstörung ihres Lebensraumes durch die moderne Landwirtschaft, die Beseitigung von Streuobstwiesen mit alten und hohlen Obstbäumen, Beseitigung von alten Scheunen und Alleen und die Ausdehnung von Dörfern drängt den Steinkauz immer weiter zurück.

Hier die Weltweite Verbreitungskarte des Steinkauzes bei Avibase!

Verbreitung in NRW
Von den ca. 6100 deutschen Steinkauzpärchen leben etwa 4500 in NRW (HEINTZENBERG, 2006). In der Roten Liste der bedrohten Tierarten von NRW (1999) wird der Steinkauz als gefährdet und als von Naturschutzmaßnahmen abhängig geführt (RL 3 N).

Benutzte Literatur
COUZENS, D. (2006): Der große Vogelatlas. Alle europäischen Arten. Eugen Ulmer KG, Stuttgart. 336 S.

HARRISON, C. (1975): Jungvögel, Eier und Nester aller Vögel Europas, Nordafrikas und des Mittleren Ostens: ein Naturführer z. Fortpflanzungsbiologie. Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin. 435 S.

HEINTZENBERG, F. (2006): Greifvögel und Eulen - Alle Arten Europas. Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, Stuttgart. 250 S.

JONSSON, L. (1999): Die Vögel Europas und des Mittelmeerraumes. Franckh-Kosmos Verlag. 559 S.

KEITH, ST. & J. GOODERS (1982): BLV Vogelführer: 467 Vogelarten Europas. - München; Wien; Zürich: BLV Verlagsgesellschaft. 768 S.

MEBS, T. (1977): Eulen und Käuze - Strigidae. 4. Aufl., Kosmos Gesellschaft der Naturfreunde Franckh'sche Verlagshandlung. Stuttgart. 136 S.

NICOLAI, JÜRGEN (1982): Fotoatlas der Vögel. Gräfe und Unzer GmbH, München. 300 S.

SCHAEFER, M. (2006): Brohmer: Fauna von Deutschland. Ein Bestimmungsbuch unserer heimischen Tierwelt. 22., neu bearbeitete Auflage. Quelle & Meyer Verlag Wiebelsheim. 809 S.


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Weitere Informationen zu Vögeln (Aves) im Internet

Avibase: Umfangreiches Datenbank-Informations-System über alle Vögel der Welt. Sie enthält nahezu 2 Million Aufzeichnungen über 10.000 Spezies und 22.000 Subspezies von Vögeln, einschließlich Verbreitungs-Informationen, Taxonomie, Synonyme in mehreren Sprachen und anderes.

NABU NRW: Weitere Informationen, Ansprechpartner und Fotos zum Steinkauz

birdnet.de: Das Deutsche Forum zum Thema Vögel. Aktuelles, Forum, Fotos, Archiv...


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