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| Sperber - Accipiter nisus (LINNAEUS, 1758) |
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Artenprofil von Axel Steiner |
Systematische Einordnung
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| Stamm: | Wirbeltiere (Vertebrata)
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| Klasse: | Vögel (Aves)
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| Ordnung: | Greifvögel (Accipitriformes)
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| Familie: | Habichtverwandte (Accipitridae)
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Fotos (© Axel Steiner)
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Breckerfeld
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 (xxl-Foto) 10.05.2008 |
 (xxl-Foto) 10.05.2008 |
 (xxl-Foto) 10.05.2008 |
| Klick auf die kleinen Bilder oder xxl-Ansicht möglich |
 (xxl-Foto) 10.05.2008 |
 (xxl-Foto) 10.05.2008 |
 (xxl-Foto) 10.05.2008 |
| Besondere Merkmale |
Kleiner Greifvogel (etwa die Größe eines Turmfalken) mit runden relativ breiten Flügeln und einem langen Schwanz, deutliche Größenunterschiede zwischen den kleinen Männchen und den bis zu 25% größeren Weibchen (= umgekehrter Größen-Sexual-Dimorphismus); relativ kleiner Schnabel, rundlicher Kopf; eng gebänderte ("gesperberte") Unterseite; lange gelbe Beine; weißer Streif über und hinter dem Auge
Männchen: ungefähr Größe einer Misteldrossel; hell schiefergraue-bläuliche Oberseite; rostrot gebänderte Unterseite; Wangen und Flanken rostrot; weißlicher Fleck im Nacken
Weibchen: schiefergraue Oberseite ohne Blaustich; dunkelbraun/schwarz gebänderte Unterseite
Jungvögel: Oberseite braun, grobe Bänderung der Unterseite; Oberseite mit hellen Säumen auf Rückenfedern und Flügeldecken
taubenartiger Flug mit schnellem Flügelschlag und Gleitphasen (= wellenförmig)
Das komplette Federkleid des Sperbers können Sie sich hier anschauen: www.vogelfedern.de
Körperlänge: Männchen 32 cm, Weibchen 37 cm
Flügelspannweite: Männchen: 62 cm, Weibchen 74 cm
Gewicht: Männchen: 125-155 g, Weibchen: 250-325 g
Ähnliche Art:
Habicht: mit 54-67 cm deutlich größer als Sperber; langsamerer rudernder Flug; breitere Schwanzwurzel; rundere Schwanzecken; längerer Hals; kräftigere Beine; größerer Schnabel
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| Lebensraum |
Sperber brüten hauptsächlich in Wäldern (meist in Nadelwäldern: Fichte, Kiefer oder Lärche). Dort werden die Randbereiche bevorzugt, um einen bequemen Anflug an das Nest zu haben. In letzter Zeit nehmen die Bestände zu und parallel dazu kommt es zu einer Verschiebung des Brutbiotops in Richtung städtischer Siedlungen. Nistplätze auf Friedhöfen, in Stadtparks und verwilderten Gärten machen den Sperber zum Kulturfolger. Sie benötigen für die Jagd Landschaften mit ausreichendem Kleinvogelbestand und busch- und gehölzreichen Strukturen.
Im Winter halten sich Sperber gerne auf der Jagd in der Nähe von Vogelfutterplätzen auf.
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| Biologie und Lebensweise |
Die Jagd findet unter Ausnutzung von Deckung als Überraschungsangriff im schnellen Vorbeifliegen statt. Dabei sind die Vögel ausgesprochen manövrierfähig. Es kann bei den schnellen Verfolgungsjagden aber auch zu Unfällen kommen, wenn die Tiere gegen Scheiben etc. prallen.
Die Brutpaare bleiben während einer Saison zusammen.
Das kleinere Männchen ist der wendigere geschicktere Jäger und übernimmt weitgehend die Ernährung der Familie und das größere Weibchen kann die teilweise bis zu 7 Eier besser bebrüten.
Die Daten zu Nest, Eiern und Jungvögeln sind u. a. HARRISON (1975) entnommen:
Nest: Flaches Nest aus lose zusammengesteckten trockenen Zweigen, das grob mit grünen Zweigen ausgelegt ist. Das Nest wird gerne auf 15-40 jährigen Fichten und meist nahe am Stamm in einer Höhe von ca. 8 m gebaut.
Eier: Ende April/Mai werden (2-)4-5(-7) rundliche, glanzlose kalkweiße Eier mit unregelmäßigen violettgrauen bis dunkelbraunen Punkten, Klecksen oder Streifen und einer Größe von 40,1 x 32,8 mm gelegt.
Brutdauer/Brutpflege: Die eine Jahresbrut begint im April. Ausschließlich das Weibchen brütet, während das Männchen Nahrung besorgt, die an einem festen Platz in der Nähe des Nestes an das Weibchen übergeben wird. Während das Weibchen frißt hält das Männchen die Eier warm. Die Brutdauer beträgt 31-36 Tage.
Nestlingsdauer: Die Nesthocker sind mit 28 Tagen vollständig befiedert und mit 32 Tagen flügge. Nach der Nestlingszeit werden die Jungvögel weiterhin ca. 30 Tage gefüttert, bis sie die schwierige Jagdtechnik erlernt haben.
Sperber sind bereits mit einem Jahr geschlechtsreif und können bis zu 20 Jahre alt werden. Dennoch sterben bereits 50-70% der Tiere im ersten Jahr, was vermutlich u. a. auf die hohe Zahl der Unglücke bei der rasanten Jagd nach Kleinvögeln zurückzuführen ist. Ferner zählen sie selber bei größeren Greifen (Habicht) oder Eulen (Uhu, Waldkauz) zu deren Beute.
Sperber leiden stark unter Pestizideinsätzen, da sich diese über die Nahrungskette stark in ihnen anreichern und zu erheblich verringerter Reproduktionsrate führen.
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| Nahrung |
Zu ca. 90% kleinere Vögel (Sperlinge, Buchfink, Kohlmeise, Amsel, Star (Fotos!), Singdrossel), selten auch Mäuse oder Insekten. Auch Tauben können von den größeren Weibchen geschlagen werden, müssen dann aber aufgrund der Größe an Ort und Stelle verzehrt werden. Sperber benötigen 1-3 Kleinvögel (40-70 g) pro Tag.
Sperberweibchen mit erbeuteter Taube (Foto: © Herr Warzanowski, Juli 2008 in einem Industriegebiet in Remscheid)
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| Verbreitung in D/Welt |
engl. = Eurasian Sparrowhawk
In ganz Europa (ohne Island und dem nördlichsten Skandinavien), Nord-Afrika bis Kamtschatka, Vorder- und Zentralasien und Nord-Japan verbreitet. In Deutschland gibt es etwa 18.000 Brutpaare. Sperber sind Stand- und Zugvögel (vor allem nord- und osteuropäische). Die Zugvögel verlassen die Brutgebiete ab August in Richtung S-SW. Die Standvögel verlassen oft ihr Brutrevier und folgen ihrer Beute.
Die Bestandszahlen steigen in letzter Zeit, so dass Sperber nicht gefährdet sind.
Hier kommen Sie zur weltweiten Verbreitungskarte des Sperbers bei Avibase!
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| Verbreitung in NRW |
NRW ist nahezu flächendeckend vom Sperber besiedelt. Verbreitungslücken gibt es nur in ausgedehnten Feldfluren. Der Bestand in NRW beträgt bei deutlicher Aufwärtstendenz etwa 4000 Brutpaare. In NRW ist der Sperber Standvogel und hält sich hier ganzjährig auf. Im Winter kommen zusätzlich Zugvögel aus dem Norden Europas nach NRW (RHEINWALD & SCHMITZ, 2007).
Im Rheinland hat sich der Bestand (650-1.200 Brutpaare) in den letzten 20 Jahren fast verzehnfacht (WINK; DIETZEN & GIEßING, 2005).
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| Benutzte Literatur |
COUZENS, D. (2006): Der große Vogelatlas. Alle europäischen Arten. Eugen Ulmer KG, Stuttgart. 336 S.
HARRISON, C. (1975): Jungvögel, Eier und Nester aller Vögel Europas, Nordafrikas und des Mittleren Ostens: ein Naturführer z. Fortpflanzungsbiologie. Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin. 435 S.
HEINTZENBERG, F. (2006): Greifvögel und Eulen - Alle Arten Europas. Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, Stuttgart. 250 S.
JONSSON, L. (1999): Die Vögel Europas und des Mittelmeerraumes. Franckh-Kosmos Verlag. 559 S.
NICOLAI, JÜRGEN (1982): Fotoatlas der Vögel. Gräfe und Unzer GmbH, München. 300 S.
PETERSON, R. (1985): Die Vögel Europas: ein Taschenbuch für Ornithologen und Naturfreunde über alle in Europa lebenden Vögel. 14., verbesserte Aufl. Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin. 535 S.
RHEINWALD, G. & M. SCHMITZ (2007): Vögel zwischen Rhein und Weser. So wird Vogelbeobachtung zum Erlebnis. Ginster-Verlag, St. Katharinen, 344 S.
SINGER, D. (2008): Welcher Vogel ist das? Alle Vögel Europas. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart. 430 S.
WINK, M.; C. DIETZEN & B. GIEßING (2005): Die Vögel des Rheinlandes. Ein Atlas der Brut und Wintervogelverbreitung 1990-2000. Beiträge zur Avifauna Nordrhein-Westfalens, Bd. 36. Bonn.
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| Weitere Informationen zu Vögeln (Aves) im Internet |
Avibase: Umfangreiches Datenbank-Informations-System über alle Vögel der Welt. Sie enthält nahezu 2 Million Aufzeichnungen über 10.000 Spezies und 22.000 Subspezies von Vögeln, einschließlich Verbreitungs-Informationen, Taxonomie, Synonyme in mehreren Sprachen und anderes.
NABU NRW: Weitere Informationen, Ansprechpartner und Fotos zum Steinkauz
birdnet.de: Das Deutsche Forum zum Thema Vögel. Aktuelles, Forum, Fotos, Archiv...
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