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Nilgans - Alopochen aegyptiaca (LINNAEUS, 1766)
Artenprofil von Axel Steiner
Letzte Änderung: 07.03.2017


Systematische Einordnung

Stamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Gänse- und entenartige Vögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie: Halbgänse (Tadorninae)

Synonym:

Alopochen aegyptiacus

Fotos (© Kirstin Meyer & Karsten Lange)
Bochum/Ümminger See (1-2, 4-5), Herten/Schlosspark (3, 6)


(xxl-Foto)
07.2006

(xxl-Foto)
08.2005
mit Gänseblümchen

(xxl-Foto)
04.2005
Gefiederpflege
Klick auf die kleinen Bilder oder xxl-Ansicht möglich

(xxl-Foto)
07.2006
Familie mit 13 Küken

(xxl-Foto)
07.2006
Gössel

(xxl-Foto)
04.2005
älterer Jungvogel
Besondere Merkmale
Die Nilgans trägt Enten- und Gänsemerkmale und gehört daher zur Familie der Halbgänse (Tadorninae). Zu den entenartigen Merkmalen gehört der recht kurze Hals, der ententypischere Schnabel und die gründelnde Nahrungsaufnahme im Wasser. Zu den gänseartigen Merkmalen ist die einheitliche Färbung beider Geschlechter zu zählen.

Kräftiger, langbeiniger und relativ kurzhalsiger Entenvogel mit aufrechter Haltung. Überwiegend rostbraune Färbung mit hellbeiger Unterseite. Besonder auffällig ist der dunkle Augenfleck am ansonsten hellen Kopf. Dunkelbrauner Fleck auf der hinteren Brustmitte, der den Jungvögeln fehlt. Schnabel rosenrötlich mit dunklem Rand. Im Flug kann man gut die mit den schwarzen Hand- und Armschwingen kontrastierenden weißen Ober- und Unterflügeldecken erkennen. Beide Geschlechter sehen einander sehr ähnlich, das Weibchen ist aber etwas kleiner.

Die Stimmen der beiden Geschlechter sind sehr unterschiedlich. Das Männchen zischt rau und keuchend, während das Weibchen ein schnelles trompetendes Schnattern von sich gibt.

Die bedunten Gössel sind oberseits dunkelbraun, unterseits grauweiß und haben einen blassen Augenstreif. Sie haben große weißliche Flecken an Flügeln, Rückenseite und Flanken. Schnabel, Beine und Füße sind dunkelgrau.



Gössel (Foto: © Karsten Lange, Bocholt (Aasee, 04.2005) - xxl-Foto)

Das komplette Federkleid der Nilgans können Sie sich hier anschauen: featherbase.info/de

Körperlänge: 71-73 cm
Flügelspannweite: 134-154 cm
Gewicht: 1500-1800 g (Weibchen), 1900-2250 g (Männchen)

Ähnliche Art:
Rostgans (Tadorna ferruginea): Ohne dunklen Augenfleck! und nicht so langbeinig wie die Nilgans.

Lebensraum
Zu dem breiten Spektrum, der von Nilgänsen besiedelten Lebensräume zählen feuchte Wiesen und Felder, Seen, künstliche Teiche, Altwässer, Flußufer und Stauseen.

Biologie und Lebensweise



2 Nilgänse auf dem Dach des Fröndenberger Wehr in Wickede (Foto © Axel Steiner, 28.01.2017, xxl-Foto bei Bildklick)

Besonders auffällig ist die Fähigkeit der Nilgänse - im Gegensatz zu anderen Entenvögeln - auf Bäumen zu sitzen. Sie sind geschickte Flieger und können sicher auf Bäumen, Felsen oder Gebäuden landen.



Nilgans mit 3 Jungen (Foto: © Karsten Lange, Bocholt (Aasee, 04.2005))


Die Daten zu Nest, Eiern und Jungvögeln sind weitgehend HARRISON (1975) entnommen:

Nest: Das Nest wird in Baumhöhlen, alten Greifvogel- oder Krähennestern, auf Astgabeln oder als Bodennest in Höhlungen im Flußufer oder verborgen unter Gebüsch angelegt. Es besteht aus Pflanzenteilen der Umgebung und wird mit Dunen und einigen Federn ausgekleidet. Brutbeginn ist März/April. 1 Jahresbrut. Das Revier wird von den Nilgänsen verteidigt.

Eier: 5-8(-15) spindelförmige bis ovale, ziemlich kurze, glatte und rahmweiße Eier mit einer Größe von 70,5 x 50,3 mm. Das Eigewicht beträgt 79-110 g.

Brutdauer/Brutpflege: Beide Geschlechter brüten 28-30 Tage.

Nestlingsdauer: Die Jungen werden nach dem Schlupf zum maximal 300 m entfernten Wasser geführt. Liegt der Nistplatz an erhöhten Standorten lassen sich die Jungen ohne Schaden zu nehmen herabfallen. Die Jungen werden von beiden Eltern geführt und sind mit ca. 70-75 Tagen selbständig, bleiben aber meist noch mehrere Wochen-Monate bei den Elterntieren.



3 Nilgans-Gössel (Foto: © Karsten Lange, Bocholt (Aasee, 04.2005))


Mit 1-2 Jahren werden Nilgänse geschlechtsreif. Nur 1-2 Junge pro Gelege erreichen aufgrund von Räubern (u. a. Krähen), Frühjahrswitterung und menschlichen Störungen das fortpflanzungsreife Alter.

Nahrung
Hauptsächlich Gras, aber auch Getreide auf Feldern und Brot an Futterplätzen. In geringen Mengen werden auch Heuschrecken und andere Kleintiere (Würmer) aufgenommen.

Verbreitung in D/Welt
Die Nilgans (engl. = Egyptian Goose) ist ursprünglich in Afrika südlich der Sahara mit Winterquartieren im südlichen Tunesien beheimatet. Im 18. Jahrhundert wurde die Art zunächst in England (East Anglia) eingebürgert (= Neozoen). Heute gibt es in Großbritannien ca. 1000 Tiere, in den 70er Jahren besiedelte die Nilgans dann die Niederlande und in den 80er Jahren Belgien. Ab 1985 wurde von den Niederlande ausgehend auch NRW besiedelt.



Auffliegende Nilgans mit Jungtieren (Foto © David Korzeniewski - xxl-Foto)

Im Jahre 2004 gab es in Deutschland bereits 1000-1500 Brutpaare mit stark steigender Zunahme (BAUER, BEZZEL & FIEDLER, 2005). Alle Nilgans-Bestände Mittel- und Westeuropas gehen sicher auf Gefangenschaftsflüchtlinge zurück.
Weltweite Verbreitungskarte der Nilgans bei Avibase.

Verbreitung in NRW
In NRW gibt es ca. 900 Brutpaare (Nilgans-Steckbrief der NABU NRW - Mitteilung LÖBF/NWO 2005).
Verbreitungsschwerpunkte in NRW liegen am Niederrhein und im Schwalm-Nette-Gebiet (RHEINWALD & SCHMITZ, 2007).

Benutzte Literatur
BAUER, H.-G.; E. BEZZEL; W. FIEDLER (2005): Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas. Band 1. Nonpasseriformes - Nichtsperlingsvögel. AULA-Verlag, Wiebelsheim. 808 S.

BOYER, T. & J. GOODERS (1991): Taschenführer Enten. Natur Verlag, Augsburg. 143 S.

COUZENS, D. (2006): Der große Vogelatlas. Alle europäischen Arten. Eugen Ulmer KG, Stuttgart. 336 S.

HARRISON, C. (1975): Jungvögel, Eier und Nester aller Vögel Europas, Nordafrikas und des Mittleren Ostens: ein Naturführer z. Fortpflanzungsbiologie. Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin. 435 S.

JONSSON, L. (1999): Die Vögel Europas und des Mittelmeerraumes. Franckh-Kosmos Verlag. 559 S.

KEITH, ST. & J. GOODERS (1982): BLV Vogelführer: 467 Vogelarten Europas. - München; Wien; Zürich: BLV Verlagsgesellschaft. 768 S.

PETERSON, R. (1985): Die Vögel Europas: ein Taschenbuch für Ornithologen und Naturfreunde über alle in Europa lebenden Vögel. 14., verbesserte Aufl. Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin. 535 S.

RHEINWALD, G. & M. SCHMITZ (2007): Vögel zwischen Rhein und Weser. So wird Vogelbeobachtung zum Erlebnis. Ginster-Verlag, St. Katharinen, 344 S.


Internet: Wikipedia: Nilgans


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Weitere Informationen zu Vögeln (Aves) im Internet

Avibase: Umfangreiches Datenbank-Informations-System über alle Vögel der Welt. Sie enthält nahezu 2 Million Aufzeichnungen über 10.000 Spezies und 22.000 Subspezies von Vögeln, einschließlich Verbreitungs-Informationen, Taxonomie, Synonyme in mehreren Sprachen und anderes.

birdnet.de: Das Deutsche Forum zum Thema Vögel. Aktuelles, Forum, Fotos, Archiv...


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