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Wespenspinne, Zebraspinne - Argiope bruennichi (SCOPOLI, 1772)
Artenprofil von Axel Steiner
Letzte Änderung: 01.08.2016


Systematische Einordnung

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Familie: Radnetzspinnen (Araneidae)

Fotos (© Axel Steiner)
Breckerfeld (1-2), Ennepetal (3-4), Schwelm (5-6)


(xxl-Foto)
25.07.2016

(xxl-Foto)
25.07.2016

(xxl-Foto)
07.10.2007
Klick auf die kleinen Bilder oder xxl-Ansicht möglich

(xxl-Foto)
07.10.2007

(xxl-Foto)
23.08.2005

(xxl-Foto)
23.08.2005
Besondere Merkmale


Wespenspinne (Foto © Axel Steiner, Breckerfeld, 25.07.2016, xxl-Foto bei Bildklick)

Die Weibchen sind durch die typische schwarz-weiß-gelbe Färbung unverwechselbar. Der Vorderkörper ist dicht silberweiß behaart. Die schöne Hinterleibsmusterung unterliegt starken Schwankungen zwischen weißlichen und gelblichen Exemplaren. Die Männchen sehen völlig anders aus. Ihnen fehlt die schöne Musterung. Auf blaß-gelblichem Hinterleib deuten sich nur undeutliche dunklere Zeichnungen an.

Körperlänge:
Männchen: 4-6 mm;
Weibchen: 14-17 mm


Unterseite
(Foto © Axel Steiner, Schwelm, 23.08.2005, xxl-Foto bei Bildklick)

Lebensraum
Wespenspinnen kommen in sonnigen, offenen Gebieten mit niedriger Vegetation vor. Man findet sie sowohl über trockenen (Trockenrasen) als auch über feuchten Böden (Ufervegetation von Gewässern)



Wespenspinne mit Beute (Foto © Axel Steiner, Breckerfeld, 25.07.2016, xxl-Foto bei Bildklick)

Biologie und Lebensweise
Die Wespenspinne baut ihr Netz stets in Bodennähe (ca. 30 cm Höhe) zwischen lückig stehenden Pflanzen. Charakteristisch am Netzbau ist in der Netzmitte eine dichtere weißliche Gespinstfläche in der Größe der Spinne. Von hier geht nach oben und unten ein zickzackförmiges Gespinnstband, welches Stabiliment genannt wird, ab. Bei ausgewachsenen Spinnen fehlt oft der obere Teil dieses Bandes.

 

2 Wespenspinnen mit Beute in ihren Netzen (Foto © Axel Steiner, Breckerfeld, 25.07.2016, xxl-Fotos bei Bildklick)


Wenn die Spinne beunruhigt wird versetzt sie das ganze Netz in Schwingungen. Für einen Feind (z. B. Vogel) verschwimmt dadurch die eigentliche Spinne mit dem Zickzackmuster des Stabiliments.
Die Paarung der Wespenspinnen findet ab Ende Juni statt. Das deutlich kleinere Männchen beginnt den Werberitus mit wiederholtem Zupfen am Netz. Wenn das Weibchen paarungsbereit ist bleibt es passiv und greift nicht an. Das Männchen muß nun zum Weibchen kriechen und unter dem Weibchen einen Taster einführen. Meist erwacht das Weibchen nun aus seiner Passivität und es ist oft um das Männchen geschehen. Ende August/Anfang September erstellt das Weibchen einen typischen ballonförmigen Kokon, in dem Sie 3-4hundert Eier in Form einer Kugel ablegt. Ein Weibchen kann bis zu 5 solcher Kokons erstellen. In den ersten Frostnächten stirbt dann auch das Weibchen der Wespenspinnen. Die Jungspinnen verlassen die schützende isolierende Hülle erst im späten Frühjahr (Mai), erstellen ihre eigenen Netze und wachsen in gut 2 Monaten zu erwachsenen Wespenspinnen heran.



Seltener sieht man eine Wespenspinne einmal von dieser Ansicht, da sie in der Regel mit dem Kopf nach unten im Netz hängt.
(Foto © Axel Steiner, Ennepetal, 07.10.2007, xxl-Foto bei Bildklick)

Der Biss einer Wespenspinne ist recht schmerzhaft - ähnlich einem Bienenstich - ist aber ansonsten nicht weiter giftig.
Die Art war 2001 Spinne des Jahres.

Nahrung




Diese Wespenspinne hat eine Roeselsche Beißschrecke überwältigt und saugt sie nun aus
(Foto © Axel Steiner, Breckerfeld, 25.07.2016, xxl-Foto bei Bildklick)

Zur Nahrung der Wespenspinne gehören hauptsächlich Heuschrecken. Fehlen diese in ausreichender Zahl fehlt auch die Wespenspinne. Natürlich werden auch andere Insekten gerne angenommen.




Diese Wespenspinne wickelt eine Zikade in wenigen Sekunden mit einem Band aus Dutzenden Fäden ein
(Foto © Axel Steiner, Breckerfeld, 25.07.2016, xxl-Foto bei Bildklick)

Mein Erstaunen war sehr groß, als ich in einem Netz einer Wespenspinne eine zappelnde Raupe entdeckte, die sich auf unbekannte Weise im Spinnennetz verheddert hatte. Eigentlich sollte man meinen, dass diese unverhoffte Mahlzeit willkommen geheißen werden würde. Die Wespenspinne konnte aber offensichtlich nichts mit der Raupe anfangen. In der Zwischenzeit geriet eine winzige Fliege ins Netz worauf sich die Spinne ihre Beute in Windeseile holte und auf ihren Beobachtungsplatz zurückkehrte um diese zu verzehren. Vermutlich passen Raupen (ohne Flügel und mit anderen Zappelbewegungen) nicht in das Beuteschema von Wespenspinnen.



Wespenspinne mit Raupe
(Foto © Axel Steiner, Ennepetal, 05.09.2005, xxl-Foto bei Bildklick)

Verbreitung in D/Welt



Wespenspinne mit Beute
(Foto © Axel Steiner, Breckerfeld, 25.07.2016, xxl-Foto bei Bildklick)

In Mitteleuropa war die Art bis vor 50 Jahren eher selten, breitet sich in den letzten Jahrzehnten jedoch vehement aus. Dies wird in Korrelation zu einer langsamen Erwärmung des Klimas gesehen. Ein genaues Verbreitungsmuster der Art in Deutschland finden Sie hier: Arachnologische Gesellschaft e. V.: Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands



Wespenspinne in der Seitenansicht
(Foto © Axel Steiner, Schwelm, 23.08.2005, xxl-Foto bei Bildklick)


Verbreitung in NRW
Die Art breitet sich auch in NRW immer weiter aus, unterliegt aber von Jahr zu Jahr starken Bestandsschwankungen. Mir bekannte Standorte im EN-Kreis liegen in Breckerfeld, Ennepetal und Schwelm. Die Art kann aber an zahlreichen Standorten in NRW gefunden werden. Siehe auch die obige verlinkte Karte.



Das Bild der Wespenspinne wurde von mir gedreht. Natürlich hing auch dieses Exemplar senkrecht kopfüber in ihrem Netz.
(Foto © Axel Steiner, Breckerfeld, 04.09.2005, xxl-Foto bei Bildklick)

Benutzte Literatur
BAEHR, BARBARA (1987): Welche Spinne ist das?: Kleine Spinnenkunde für jedermann. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart - 128 S.

BELLMANN, HEIKO (1984): Spinnen: beobachten, bestimmen. J. Neumann-Neudamm Verlag, Melsungen - 160 S.

BELLMANN, HEIKO (1997): Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Kosmos-Verlag, Stuttgart - 304 S.

HEIMER, STEFAN & NENTWIG, WOLFGANG (1991): Spinnen Mitteleuropas. Paul Parey Verlag, Berlin.

JONES, DICK (1990): Der Kosmos-Spinnenführer: über 350 mitteleuropäische Spinnen und Weberknechte. 4. Aufl. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart - 320 S.


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Weitere Informationen zu Spinnen (Arachnida) im Internet

Arachnologische Gesellschaft e. V. - Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands

Spinnen-Forum Wiki: Argiope bruennichi

Spinnen Mitteleuropas - Bestimmungsschlüssel in deutsch, englisch und slowenisch


Zur Linkliste weiterer interessanter Spinnen (Arachnida)-Internetseiten auf www.natur-in-nrw.de