Homepage

Konzeptidee

Artenlisten

Artenprofile

Naturschutz-Praxis

Chronologie

Links

Buchempfehlungen

Newsletter

Natur-Videos

Fotogalerie

Dank an...

Spiel

Suche

Kontakt & Spende

Hilfe

Impressum


 
 

Gewöhnliche/Große Winkelspinne, Hausspinne - Tegenaria atrica C. L. KOCH, 1843
Artenprofil von Axel Steiner


Systematische Einordnung

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Familie: Trichterspinnen (Agelenidae)

Fotos (© Axel Steiner); det. Aloysius Staudt
Breckerfeld



(xl-Foto)


(xl-Foto)


(xl-Foto)

Tarantula ;-)
Klick auf die kleinen Bilder oder xl-Ansicht möglich


(xl-Foto)

Jungtier


(xl-Foto)

Jungtier
 
Besondere Merkmale
Synonym: Tegenaria gigantea

Diese langbeinige Spinnenart fällt im Haus oft unangenehm auf, weil sie nicht in der Lage ist sich ohne Hilfe aus glattwandiger Umgebung (Waschbecken, Dusche...) zu befreien.

Die Große Winkelspinne hat eine hellbraune Grundfärbung mit dunklen Zeichnungen. Auf dem Vorderkörper befinden sich zwei breitere dunkle (unterbrochen durch hellere Anteile) Längsbinden, die in der Mitte durch einen helleren (gelblichen) Abschnitt voneinander getrennt sind. Der dicht behaarte Hinterkörper wird von einem Muster aus dunklen und hellbraunen Flecken geziert. Männchen und Weibchen unterscheiden sich in der Färbung nicht wesentlich. Die braunen Beine sind mit langen Haaren, aber ohne Flecken versehen. Die Beinlänge erreicht beim Weibchen fast doppelte und beim Männchen sogar dreifache Körperlänge. Aufgrund der enormen Beinlänge können Winkelspinnen sehr schnell laufen.



Große Winkelspinne Rücken- u. Bauchansicht (© A. Steiner)


Anhand der charakteristischen Epigyne (Chitinstruktur über der weiblichen Geschlechtsöffnung) können ebenfalls andere Arten ausgeschlossen werden:


Epigyne: Links Originalfoto (© A. Steiner), Rechts: © Museum Koenig (ZFMK) Spinnenkurs)



Große Winkelspinne: Frontalansicht mit Cheliceren (© A. Steiner)


Ähnliche Arten:
Die beiden Westeuropäischen Arten T. saeva und T. gigantea sind nur anhand von Genitalmerkmalen von dieser Art zu trennen. T. ferruginea weist ein helleres Färbungsmuster und eine andere Sternumzeichnung auf und T. domestica ist deutlich kleiner und besitzt nicht die deutlich abgetrennte hellbraun-dunkelbraune Körpermusterung.
Körperlänge: Männchen: 10-15 mm; Weibchen: 12-18 mm

Lebensraum
Die Große Winkelspinne lebt gerne in Gebäuden aller Art, im Freiland an Felsen, in Höhlen und in Wäldern unter Steinen.

Biologie und Lebensweise
Die nützliche Hausspinne dezimiert die Insekten im Haus und kann bis zu 7 (!) Jahre alt werden.
Tegenaria atrica baut ihr Trichternetz im Haus zwischen Gerümpel oder an Fensternischen und jagt hauptsächlich nachts. Dann setzt sie sich lauernd auf ihr Gespinst. Tagsüber versteckt sie sich meist in ihrer Gespinströhre.
Die friedliche Paarung (das Männchen braucht nicht um sein Leben zu fürchten) dauert mehrere Stunden. Im Verlauf der Paarung nähert sich das Männchen unter heftigen Bewegungen der Taster und des Hinterleibs dem Weibchen. Dann wird der Taster in die Epipyne eingeführt und das Samenpaket übergeben. Um den anderen Taster einführen zu können muß das Männchen über das Weibchen hinübersteigen und von der anderen Seite tätig werden.
Die adulten (= ausgewachsenen) Männchen findet man im Sommer, die Weibchen ganzjährig.

Nettes am Rande...
BELLMANN (1984) schreibt über die Furcht eines anderen Spinnenforschers (Bristowe) vor dieser Spinnenart "Auch das einmal von ihm angewandte, bewährte Rezept dagegen, nämlich eine Tegenaria zu essen, habe bei ihm keine nachhaltige Wirkung gezeigt." ;-)))

Nahrung
Insekten, Asseln...

Verbreitung in D/Welt
Das Verbreitungsmuster der Großen Winkelspinne zeigt im Süden und Norden Deutschlands größere (Nachweis-) Lücken. Aber sehen Sie selbst: Arachnologische Gesellschaft e. V.: Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands

Verbreitung in NRW
In NRW sehr weit verbreitet. T. atrica ist die häufigste der 4 in Häusern lebenden Tegenaria-Arten.

Benutzte Literatur
BAEHR, BARBARA (1987): Welche Spinne ist das?: Kleine Spinnenkunde für jedermann. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart - 128 S.

BELLMANN, HEIKO (1984): Spinnen: beobachten, bestimmen. J. Neumann-Neudamm Verlag, Melsungen - 160 S.

BELLMANN, HEIKO (1997): Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Kosmos-Verlag, Stuttgart - 304 S.

HEIMER, STEFAN & NENTWIG, WOLFGANG (1991): Spinnen Mitteleuropas. Paul Parey Verlag, Berlin.

JONES, DICK (1990): Der Kosmos-Spinnenführer: über 350 mitteleuropäische Spinnen und Weberknechte. 4. Aufl. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart - 320 S.


Zur Buchliste weiterer interessanter Spinnen-Bücher auf www.natur-in-nrw.de

Weitere Informationen zu Spinnen (Arachnida) im Internet

Arachnologische Gesellschaft e. V. - Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands

Arachnologische Gesellschaft e. V. - Checklisten, Publikationen, Links...

Spinnen Mitteleuropas - Bestimmungsschlüssel in deutsch, englisch und slowenisch

Museum Koenig: Bilderbestimmungsschlüssel mit extremen Makroaufnahmen (auf englisch)


Zur Linkliste weiterer interessanter Spinnen (Arachnida)-Internetseiten auf www.natur-in-nrw.de