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Gestreifte Springspinne - Phlegra fasciata (HAHN, 1826)
Artenprofil von Nicolaj Klapkarek (Letzte Änderung: 12.02.2011)


Systematische Einordnung

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Familie: Springspinnen (Salticidae)

Fotos (© Nicolaj Klapkarek)
Wachtberg-Ließem bei Bonn


(xxl-Foto)
Männchen
31.07.2010

(xxl-Foto)
Männchen
31.07.2010
 
Klick auf die kleinen Bilder oder xxl-Ansicht möglich
     
Besondere Merkmale
Vorderkörper:
Weibchen: dunkel rotbraun mit schwarzbraunem Kopf und zwei helleren mit weißen Härchen bedeckten Längsstreifen; Stirn mit langen weißen Härchen und restlicher Vorderkörper mit schwarzen Härchen überzogen; Sternum gelbbraun und mit weißen und braunen Härchen überzogen
Männchen: ebenfalls dunkel rotbraun mit schwarzem Kopf, helle Längsstreifen nur undeutlich vorhanden; mit hellen und einigen langen schwarzen Härchen überzogen; helle Exemplare sind rotbraun gefärbt mit schwarzem Kopf; um Frontalaugen schmaler Ring aus weißen Härchen; Sternum wie beim Weibchen; junge Männchen sind ähnlich wie die Weibchen gefärbt

Hinterleib:
Weibchen: Zeichnung aus 2 braunen und 3 (1 in der Mitte und je 1 an den Seiten) weißlich bis hellgrauen sich nach hinten verengenden Längsstreifen, die jeweils mit braunen und weißlich bis hellgrauen Härchen besetzt sind
Männchen: schwarzbraun bis schwarz überzogen mit kurzen glänzenden und einigen langen schwarzen Härchen, bisweilen können helle Längsstreifen (ähnlich Weibchen) angedeutet sein

Beine:
Weibchen: gelbbraun bis orangebraun gefärbt, Femura mit schwarzen Flecken, restliche Glieder schwarz geringelt; Tarsus I und II bis ca. zur Hälfte mit Hafthaaren (Scopula) bedeckt
Männchen: dunkelbraun gefärbt, wobei Femur I und Tibia I fast ganz schwarz sind


Körperlänge: Männchen: 5-6 mm; Weibchen: 6-7 mm

Lebensraum
Phlegra fasciata ist eine xerophile (= wärmeliebende) Art und lebt vor allem in trockenen und extensiv genutzten Offenlandbiotopen. Bevorzugt und häufig ist sie auf Magerrasen, Halbtrockenrasen, Wacholderheiden, Weinbergsbrachen und Küstendünen sowie in lichten trockenen Waldsteppen zu finden. Zudem besiedelt sie extensiv genutztes Frischgrünland, Frischgrünlandbrachen und Weiden sowie trockene und lichte Ruderal- und Pionierfluren z. B. in Sand- und Kiesgruben. Vereinzelt und mit geringer Individuendichte wurde sie darüber hinaus auch in Niedermooren gefunden.

Biologie und Lebensweise
Phlegra fasciata lebt auf dem Boden bzw. in Bodennähe zwischen niedriger Vegetation und ist dort aufgrund der Färbung sehr gut getarnt. Ihre Beute fängt sie, indem sie geschickt am Boden und zwischen den Pflanzen sowie Pflanzenresten hin und her läuft und springt. Nachdem sie die Beute mit ihrem guten Sehvermögen ausgemacht hat, schleicht sie sich an und springt die Beute an, um sie dann mit einem Biss zu lähmen.
Vor der Paarung vollführt das Männchen wie bei Springspinnen üblich einen Balztanz. Dabei winkt das Männchen mit den nach oben gehobenen Beinen des 1. Beinpaares und nähert sich dem Weibchen indem sie die Beine hin und her bewegt. Den Eikokon fertig das Weibchen in einem Gespinstsack meist unter Steinen an. Dieser wird von ihr bewacht bis die Jungspinnen schlüpfen.
Adulte Tiere findet man von Mai bis September.

Nahrung
Insekten

Verbreitung in D/Welt
Phlegra fasciata ist paläarktisch verbreitet und kommt von Europa bis nach Sibirien und Japan vor. In Deutschland ist die Gestreifte Springspinne weit verbreitet, aber nirgendwo häufig. Die bisher bekannten Fundorte von Phlegra fasciata in Deutschland finden Sie hier: Arachnologische Gesellschaft e. V.: Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands

Verbreitung in NRW
Phlegra fasciata ist über ganz NRW verbreitet, wobei sie im Bergland deutlich seltener erscheint als im Flachland. Allerdings ist sie nirgendwo häufig anzutreffen, da es ihr aufgrund der Biotopbindung (s. o.) oft an geeigneten trockenen und extensiv genutzten Offenlandbiotopen fehlt. Dort wo es diese Lebensräume jedoch noch gibt, kommt sie mehr oder weniger stetig vor.

Benutzte Literatur
BELLMANN, H. (1984): Spinnen. Beobachten, bestimmen. Neumann-Neudamm. Melsungen, Berlin, Basel, Wien. 160 S.

DAHL, F. (1926): Spinnentiere oder Arachnoidea 1: Springspinnen (Salticidae). In: F. DAHL (Hrsg.): Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile 3. Teil. - G. Fischer, Jena, 55 S.

HÄNGGI, A. et al. (1995): Lebensräume mitteleuropäischer Spinnen. Charakterisierung der Lebensräume der häufigsten Spinnenarten Mitteleuropas und der mit diesen vergesellschafteten Arten. Misc. Faunistica Helvetiae 4, 1 -460.

HEIMER, S. & NENTWIG, W. (1991): Spinnen Mitteleuropas. Verlag Paul Parey. Berlin, Hamburg. 543 S.

JONES, D. (1987): Der Kosmos-Spinnenführer. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. 3. Auflage. 320 S.

SAUER, F. & WUNDERLICH, J. (1991): Die schönsten Spinnen Europas. Fauna-Verlag. Karlsfeld. 4. Auflage. 202 S.

LOCKET, G. H. & MILLIDGE, A. F. (1951): British Spiders. Vol. I und Vol. II. Ray Society. London 310 und 449 S.

WIEHLE, H. (1931): Spinnentiere oder Arachnoidea. VI. 27. Familie. Araneidae. In: F. DAHL, M. DAHL & H. BISCHOFF (Hrsg.): Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile. 23. G. Fischer, Jena. 1-136.


Internet: MURPHY, J. (2009): World Distribution Map - Phlegra fasciata


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Weitere Informationen zu Spinnen (Arachnida) im Internet

Arachnologische Gesellschaft e. V. - Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands

Arachnologische Gesellschaft e. V. - Checklisten, Publikationen, Links...

Spinnen Mitteleuropas - Bestimmungsschlüssel in deutsch, englisch und slowenisch

Museum Koenig: Bilderbestimmungsschlüssel mit extremen Makroaufnahmen (auf englisch)


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