Fensterspinne

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Fensterspinne - Amaurobius fenestralis (STROEM, 1768)
Artenprofil von Nicolaj Klapkarek


Systematische Einordnung

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Familie: Finsterspinnen (Amaurobiidae)

Fotos (© Nicolaj Klapkarek)
Bonn (Kottenforst)


(xxl-Foto)
Weibchen
26.04.2008

(xxl-Foto)
Weibchen
26.04.2008
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(xxl-Foto)
Weibchen
26.04.2008

(xxl-Foto)
Weibchen
26.04.2008
 
Besondere Merkmale
Vorderkörper: rotbraun mit dunkelerem Kopfbereich; glänzend

Hinterleib: beim Weibchen graubraun an den Seiten und am hinteren Ende; Herzmal schwarzbraun, nach hinten hin etwas breiter; Herzmal gelblichweiß umrandet, gelblichweiße Umrandung nach hinten in schmale Winkelzeichnung übergehend;
Männchen ähnlich gefärbt aber dunkeler

Beine: hellbraun mit dunkler Ringelung

Körperlänge: Männchen: 5-7 mm; Weibchen: 7-9 mm


Ähnliche Arten:
Amaurobius similis ist sehr ähnlich gefärbt aber ewas größer, sicher aber nur genitalmorphologisch von A. fenestralis zu unterscheiden.

"Bei der sehr ähnlichen, vorwiegend im westlichen Mitteleuropa verbreiteten Amaurobius similis ist der dunkle Fleck vorn auf dem Hinterleib in der Mitte etwas stärker aufgehellt. Sie lässt sich nur nach der weiblichen Epigyne bzw. dem männlichen Taster mit letzter Sicherheit von dieser Art unterscheiden (BELLMANN, 2010)."

A. similis ist vor allem im Umfeld von Gebäuden zu finden, aber bisweilen auch in Wäldern. A. fenstralis hingegen bewohnt vor allem Wälder. Der deutsche Name Fensterspinne für A. fenestralis ist irreführend und rührt daher, dass früher die beiden Arten A. similis und A. fenestralis nicht getrennt wurden und erst später als eigenständige Arten anerkannt wurde. A. similis baut ihre Netze in Ritzen, Löchern und eben an Fenstern.



Die Verwechslungsart Ähnliche Fensterspinne - Amaurobius similis (Foto © Nicolaj Klapkarek)


Lebensraum
Amaurobis fenestralis bewohnt vor allem frische bis trockene Laubwälder und Nadelwälder. Bisweilen kann man sie auch in Kellern und Höhlen finden.

Biologie und Lebensweise
Die nachtaktive Amaurobius fenestralis baut kleine trichterförmige Netze mit einer Wohnröhre unter Steine, liegendem Totholz oder unter Borke. Die Tiere werden zwar im Herbst geschlechtsreif, aber die Paarung findet erst im Frühjahr statt. Das Männchen trommelt bei der Annährung auf das Netz der Weibchen. Die eigentliche Paarung dauert nur wenige Sekunden. Im Frühsommer verschließt das Weibchen seine Wohnröhre zu einer Eikammer und legt dann die bis zu 100 Eier ab. Es verbleibt in der Eikammer bis die Jungspinnen Ende Juli schlüpfen. Dann stirbt sie und dient den Jungspinnen als erste Nahrung.
Die Entwicklungszeit beträgt 2 Jahre.
Adulte Tiere findet man vom Herbst bis in den Frühling, die Weibchen sogar bis in den Sommer.

Nahrung
Insekten, Asseln und Spinnen

Verbreitung in D/Welt
Amaurobius fenestralis ist über ganz Europa verbreitet. Östlich reicht ihre Verbeitung bis nach Westsibirien. In Deutschland ist sie weit verbreitet, wobei sie in den Mittelgebirgen häufiger ist als im Norddeutschen Tiefland.
Die bisher bekannten deutschlandweiten Fundpunkte von Amaurobius fenestralis finden Sie hier:
Arachnologische Gesellschaft e. V.: Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands

Verbreitung in NRW
Amaurobius fenestralis ist über ganz NRW verbreitet.

Benutzte Literatur
BELLMANN, H. (2010): Der Kosmos-Spinnenführer. Über 400 Arten Europas. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart. 429 S.

HEIMER, S. & NENTWIG, W. (1991): Spinnen Mitteleuropas. Verlag Paul Parey. Berlin, Hamburg. 543 S.

JONES, D. (1987): Der Kosmos-Spinnenführer. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. 3. Auflage. 320 S.

SAUER, F. & WUNDERLICH, J. (1991): Die schönsten Spinnen Europas. Fauna-Verlag. Karlsfeld. 4. Auflage. 202 S.

LOCKET, G. H. & MILLIDGE, A. F. (1951): British Spiders. Vol. I und Vol. II. Ray Society. London 310 und 449 S.

HÄNGGI, A. et al. (1995): Lebensräume mitteleuropäischer Spinnen. Charakterisierung der Lebensräume der häufigsten Spinnenarten Mitteleuropas und der mit diesen vergesellschafteten Arten. Misc. Faunistica Helvetiae 4, 1 -460.

Internet: MURPHY, J. (2006): World Distribution Map - Amaurobius fenestralis.


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Weitere Informationen zu Spinnen (Arachnida) im Internet

Arachnologische Gesellschaft e. V. - Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands

Arachnologische Gesellschaft e. V. - Checklisten, Publikationen, Links...

Spinnen Mitteleuropas - Bestimmungsschlüssel in deutsch, englisch und slowenisch

Museum Koenig: Bilderbestimmungsschlüssel mit extremen Makroaufnahmen (auf englisch)


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