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Dickfußpantherspinne - Alopecosa cuneata (CLERCK, 1757)
Artenprofil von Nicolaj Klapkarek


Systematische Einordnung

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Familie: Wolfspinnen (Lycosidae)

Fotos (© Nicolaj Klapkarek)
Troisdorf (NSG Wahner Heide)


(xl-Foto)
Männchen
06.05.2006

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Männchen
06.05.2006
 
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Männchen
06.05.2006
   
Besondere Merkmale
Der Vorderkörper ist dunkelbraun gefärbt. In der Mitte verläuft auf dem Rücken ein breites weißes Längsband, das sich nach hinten hin leicht verjüngt. Die Seitenbänder sind deutlich ausgeprägt und ein kleines Stück vom sehr dünnen weißen Seitenrand abgerückt. Das Sternum ist dunkelbraun und hat einen zentralen hellen Längsstrich.

Der dunkel rotbraune Hinterleib trägt auf dem Rücken eine Zeichnung, die für einen Teil der Alopecosa-Arten typisch ist. Diese besonders beim Männchen deutlich ausgeprägte Zeichnung besteht aus einem weißen vorne etwas keulenförmig erweiterten Mittelband, in dem sich ein braunes lanzettförmiges dunkles gerandetes Herzmal befindet.

Ein eindeutiges Merkmal, das auch die sichere Ansprache von A. cuneata im Gelände ermöglicht, sind die verdickten Tibien I bei den Männchen. Ansonsten sind die Beine der Männchen an Femur bis Tibia I und II dunkelbraun. Der Rest ist hellbraun gefärbt.


Verdickte Tibien I beim Männchen der Dickfußpantherspinne (Foto: N. Klapkarek)


Beim Weibchen sind die Beine gelbbraun.


Ähnliche Arten: In NRW zeigen folgende Arten die oben beschriebene typische und auffällige Hinterleibszeichnung: A. cuneata, A. pulverulenta, A. aculeata und A. trabalis. Während die Männchen von A. cuneata eindeutig an den verdickten Tibien zu erkennen sind, sind die Weibchen dieser Arten sicher nur genitalmorphologisch voneinander zu unterscheiden. Folgende Tabelle kann aber Anhaltspunkte für eine Bestimmung ohne genitalmorphologische Untersuchung geben (auch wenn es nicht immer eindeutig ist):

Art seitliche Längsstreifen auf dem Vorderkörper Sternum Länge
A. pulverulenta undeutlich oder fehlend braun, häufig mit hellem medianen Fleck M: 6-8 mm
W: 6,5-10 mm
A. aculeata undeutlich oder fehlend braun, sehr selten mit hellem medianen Fleck M: 8,5 mm
W: 11,5 mm
A. trabalis deutlich, nicht unterbrochen und breit rötlich-gelb M: 11 mm
W: 15 mm
A. cuneata deutlich, nicht unterbrochen und breit rotbraun mit gelben Mittelstrich M: 6-7,5 mm
W: 6-8 mm


Lebensraum
Alopecosa cuneata bevorzugt trockene warme Lebensräume. Sie ist auf (Halb)Trockenrasen, Magerrasen, Wacholderheiden, in Weinbergen, Steinbrüchen und trockenen Ruderalstandorten zu finden. Bisweilen werden auch sonnige Waldränder und lichte trockene Wälder sowie extensiv genutzte Frischwiesen und -weiden besiedelt.

Biologie und Lebensweise
Die Funktion der verdickten Tibien I ist nicht abschließend geklärt. Eine Vermutung ist, dass in der Verdickung Pheromondrüsen liegen. Das dort produzierte Pheromon soll verantwortlich sein, dass das Weibchen bei der Balz aktiver als bei andere Wolfspinnen ist. Es ergreift nämlich die Vorderbeine des Männchens mit ihren Cheliceren und zieht das Männchen zu sich heran. Erst nach dem Lösen des Griffes kommt es zur Paarung.
Adulte Exemplare findet man von April bis August.

Nahrung
Insekten

Verbreitung in D/Welt
Alopecosa cuneata ist paläarktisch verbreitet und besiedelt ganz Europa. Sie kommt in ganz Deutschland vor, ist aber nur lokal häufig anzutreffen. Das deutschlandweite Verbreitungsmuster der Dickfußpantherspinne finden Sie hier: Arachnologische Gesellschaft e. V.: Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands

Verbreitung in NRW
Alopecosa cuneata ist über ganz NRW verbreitet, aber nur an geeigneten Stellen häufig anzutreffen.

Benutzte Literatur
FOELIX, R. F. (1992): Biologie der Spinnen. Thieme Verlag. Stuttgart. 331 S.

HÄNGGI, A. et al. (1995): Lebensräume mitteleuropäischer Spinnen. Charakterisierung der Lebensräume der häufigsten Spinnenarten Mitteleuropas und der mit diesen vergesellschafteten Arten. Misc. Faunistica Helvetiae 4, 1 -460.

HEIMER, S. & NENTWIG, W. (1991): Spinnen Mitteleuropas. Verlag Paul Parey. Berlin, Hamburg. 543 S.

JONES, D. (1987): Der Kosmos-Spinnenführer. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. 3. Auflage. 320 S.

LOCKET, G. H. & MILLIDGE, A. F. (1951): British Spiders. Vol. I und Vol. II. Ray Society. London 310 und 449 S.

SAUER, F. & WUNDERLICH, J. (1991): Die schönsten Spinnen Europas. Fauna-Verlag. Karlsfeld. 4. Auflage. 202 S.


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Weitere Informationen zu Spinnen (Arachnida) im Internet

Arachnologische Gesellschaft e. V. - Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands

Arachnologische Gesellschaft e. V. - Checklisten, Publikationen, Links...

Spinnen Mitteleuropas - Bestimmungsschlüssel in deutsch, englisch und slowenisch

Museum Koenig: Bilderbestimmungsschlüssel mit extremen Makroaufnahmen (auf englisch)


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