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Gerandete Jagdspinne, Gerandete Listspinne -
Dolomedes fimbriatus (CLERCK, 1757)
Artenprofil von Axel Steiner

Systematische Einordnung

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Familie: Jagdspinnen (Pisauridae)

Fotos (© Axel Steiner)
NSG Diersfordter Forst bei Wesel


(xxl-Foto)
17.07.2006
Weibchen

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17.07.2006
Weibchen

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17.07.2006
Weibchen
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17.07.2006
Weibchen

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17.07.2006
Weibchen mit Beute

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17.07.2006
Weibchen mit Beute
Besondere Merkmale



Die Raubspinnen unterscheiden sich von den ähnlichen Wolfspinnen u. a. in der Stellung der beiden hinteren Augenpaare, die bei den Raubspinnen ein Trapez bilden, das breiter als lang ist.
Am dunkelbraunen, seidig glänzendem Vorder- und Hinterkörper befindet sich an beiden Seiten ein breiter weiß-gelblicher Streifen. Die Unterseite des Hinterleibs (= Opisthosoma) ist mit 4 hellen Längslinien gezeichnet.
Die braunen, langen Beine besitzen auf den unteren Beingliedern einen bräunlichen Flaum.
Die Geschlechter unterscheiden sich durch die Größe und die deutlichere Zeichnung des Männchens.

Die Jungtiere sehen etwas anders aus. Die hellen Seitenbänder fehlen zunächst und sind erst später schwach vorhanden. Außerdem sind sie in einem gelb-grünlichen Grundton, vor allem an den Beinen, eingefärbt.

Ähnliche Arten: Dolomedes plantarius: Unterseite des Hinterleibs nur mit 2 hellen Linien.

Körperlänge: Männchen: 9-15 mm; Weibchen: 9-22 mm
Ausgewachsene Weibchen der Gerandeten Jagdspinne sind die größten einheimischen Spinnen!

Lebensraum
Am Ufer stehender oder langsam fließender Gewässer, in Sumpfgebieten, auch in Au-/Bruchwäldern und Mooren. Die Tiere sonnen sich gerne und halten sich dafür gerne im Moos oder zwischen den Stängeln von Rohrkolben, Seggen und Binsen auf.

Biologie und Lebensweise
Die Gerandete Jagdspinne hält sich meist in direkter Nähe von Gewässern auf. Sie kann über die freie Wasseroberfläche laufen und sogar unter die Wasseroberfläche eintauchen. Diese Fähigkeiten werden bei der Jagd und der Flucht vor Feinden genutzt. Die dicht behaarten unteren Beinglieder verhindern dabei ein Versinken im Wasser. Wenn die Gerandete Jagdspinne untertaucht glänzt ihr Körper von anhaftender Luft. Wenn sie wieder auftaucht platzt diese Luftblase und die Spinne ist völlig trocken.

Dolomedes fimbriatus hat einen 2jährigen Entwicklungszyklus und ist erst nach 2 Wintern geschlechtsreif. Die Paarung findet im Mai/Juni statt. Dabei wartet das Männchen einen günstigen Moment ab, in dem das Weibchen gerade durch das Fressen einer Beute abgelenkt ist. Das Männchen bringt also nicht, wie bei Pisaura mirabilis (Listspinne) üblich ein "Brautgeschenk" zur Besänftigung mit.
Ab Ende Juni werden die Eier in einem kugeligen, weißlichen bis hellgrauen Kokon abgelegt und vom Weibchen bis zum Schlüpfen der Jungen mit den Cheliceren gepackt und getragen. Der Kokon hat ca. den Durchmesser einer 1-Cent-Münze und enthält einige hundert Eier. Es werden 2 oder mehr Kokons pro Jahr angefertigt, die jedoch im Jahresverlauf kleiner werden. Insgesamt können so bis zu 1000 Eier abgelegt werden.

Adulte Exemplare findet man von Mai bis August.

Nahrung
Insekten, kleine Frösche, Kaulquappen, kleine Fische. Die Beute wird mit einem schnellen Giftbiß getötet und an Land im Rahmen einer vielstündigen Mahlzeit verflüssigt und aufgesogen.

Verbreitung in D/Welt
Die Gerandete Jagdspinne ist infolge übermäßiger Zerstörung geeigneter Lebensräume in letzter Zeit selten geworden. In Europa weit verbreitet, aber nicht häufig.
Das deutschlandweite Verbreitungsmuster von Dolomedes fimbriatus finden Sie hier: Arachnologische Gesellschaft e. V.: Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands

Verbreitung in NRW
Es liegen für NRW relativ wenige Fundmeldungen vor, die im Wesentlichen aus dem Rheinland stammen.

Benutzte Literatur
BAEHR, B. (1987): Welche Spinne ist das?: Kleine Spinnenkunde für jedermann. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart - 128 S.

BELLMANN, H. (1984): Spinnen. Beobachten, bestimmen. Neumann-Neudamm. Melsungen, Berlin, Basel, Wien. 160 S.

BELLMANN, H. (2006): Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. 3. Aufl. Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, Stuttgart - 304 S.

HEIMER, S. (1988): Wunderbare Welt der Spinnen. Urania Verlag. Leipzig, Jena, Berlin. 188 S.

HEIMER, S. & NENTWIG, W. (1991): Spinnen Mitteleuropas. Verlag Paul Parey. Berlin, Hamburg. 543 S.

JONES, D. (1987): Der Kosmos-Spinnenführer. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. 3. Auflage. 320 S.


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Weitere Informationen zu Spinnen (Arachnida) im Internet

Arachnologische Gesellschaft e. V. - Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands

Arachnologische Gesellschaft e. V. - Checklisten, Publikationen, Links...

Spinnen Mitteleuropas - Bestimmungsschlüssel in deutsch, englisch und slowenisch

Museum Koenig: Bilderbestimmungsschlüssel mit extremen Makroaufnahmen (auf englisch)


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