|
|
|
|
| Reh - Capreolus capreolus (LINNAEUS, 1758) |
|
Artenprofil von Axel Steiner |
Systematische Einordnung
|
| Stamm: | Wirbeltiere (Vertebrata)
|
| Klasse: | Säugetiere (Mammalia)
|
| Ordnung: | Paarhufer (Artiodactyla)
|
| Familie: | Hirsche (Cervidae)
|
Fotos (© Walter Weigelt (1-4), Axel Steiner (5-6))
|
Nottuln (1-4), Breckerfeld (5-6)
|
|
 (xxl-Foto) 06.05.2006 Rehbock 14.06.2005 |
 (xxl-Foto) 06.05.2006 Reh 14.06.2005 |
 (xxl-Foto) Rehbock 17.05.2007 |
| Klick auf die kleinen Bilder oder xl/xxl-Ansicht möglich |
 (xxl-Foto) Reh 19.05.2007 |
 (xl-Foto) Rehkitz |
 (xl-Foto) bellender Rehbock |
| Besondere Merkmale |
Das Reh ist der kleinste europäische Vertreter der Familie der Hirsche. Im Sommer rotbraunes Fell mit gelblichem Spiegel (Foto 1), im Winter graubraunes Fell mit weißem Spiegel (Foto 3).
Das Geweih des Rehbocks ist im unteren Teil stark geperlt. Es ist wenig verzweigt und weist an jeder Stange höchstens 3 Sprosse auf. Das Geweih wird im November/Dezember abgeworfen. Bei Hormonstörungen kann es zu knubbeligen Wucherungen am Geweih kommen, die Perrücke genannt werden. Die Rehkitze (Foto 5) verlieren die weißen Punkte ihres Jugendfells nach ca. 2 Monaten.
Bei Gefahr oder wenn sich die Tiere erschrecken stoßen sie einen Laut aus, der an ein rauhes Hundegebell erinnert. Dieser Ton wird mehrmals wiederholt.
Länge von Kopf und Körper: 100-140 cm, Widerristhöhe: 70-90 cm, Schwanzlänge: 10-20 mm
Gewicht: 18-30 kg
|
| Lebensraum |
Aufgelockerte Laub- und Mischwälder, Felder und Wiesen. Rehe sind nicht sehr wählerisch und kommen in Europa/Asien (s. u.) nur nicht in der Tundra, in trockenen Steppen und Halbwüsten vor.
|
| Biologie und Lebensweise |
Rehe sind dämmerungsaktiv. Nur an ungestörten Stellen lassen sie sich auch am Tage blicken. Sie leben nur in der Brunftzeit paarweise zusammen und sind ansonsten Einzelgänger.
Die Paarungs-/Brunftzeit ist von Juli-August, die Tragzeit beträgt mit Keimruhe ca. 9 Monate. Bei der Brunft jagt der Rehbock das Weibchen (die Ricke) im Kreis herum. Dieses Verhalten ist wohl auch für den einen oder anderen "mystischen Kornkreis" verantwortlich.
Im November/Dezember kommt es zu einer Art Nebenbrunft. Zu diesem Zeitpunkt werden die Ricken gedeckt, die bei der Sommerbrunft nicht gedeckt wurden. Ihre Keimlinge entwickeln sich ohne Keimruhe und kommen zur gleichen Zeit zur Welt wie die bereits im Sommer "aktivierten Keime". Es gibt also bei Rehen zwei unterschiedliche Tragzeiten (mit und ohne Keimruhe). Die 1-2 (3) Kitze kommen im Mai/Juni zur Welt. Die Rehe lassen ihre Kitze in einem Versteck alleine und kommen nur zum Stillen zurück. Die Säugezeit beträgt 2-3 Monate. Auf das Rehkitz in Foto 5 wäre ich versehentlich fast draufgetreten. Die Kitze bleiben bis zum allerletzten Moment liegen und hoffen auf ihre gute Tarnung:
Suchbild mit Rehkitz(-ohr) (Ein Klick auf das Bild zeigt die Lösung)
Gefundene Rehkitze dürfen auf keinen Fall gestreichelt werden, weil die Ricke das Junge sonst verstoßen kann, was wiederum den sicheren Tod des Kitzes bedeuten würde. Wie bereits geschildert ist es völlig normal, das die Kitze alleine liegen gelassen werden!
In einem Beitrag vom 31.07.05 im WDR ("Aktuelle Stunde") hieß es, dass allein im Kreis Kleve pro Jahr knapp 700 Rehe totgefahren werden. Das ist ein Drittel der Abschussquote. Landesweit sind es in NRW 24.000 Rehe, die auf der Straße ums Leben kommen. Meist müssen sie sterben, weil Autofahrer Tempolimits und Gefahrenschilder missachten. Oft unterschätzen die Autofahrer dabei die Gefahr. Wenn man Wild am Fahrbahnrand stehen sieht bedeutet das äußerste Gefahr, weil sich die Tiere aus unserer Sicht nicht "logisch" verhalten. In wildgefährdeten Gebieten hilft es nur möglichst langsam fahren, besonders nachts! Nur so können unliebsame und tragische Begegnungen vermieden werden, wie am 7.3.06 in Breckerfeld von mir fotografiert (Foto 4).
Wenn die Rehe nicht im falschen Moment einem Jäger oder Auto begegnen können sie bis zu 15 Jahre alt werden.
Doch es gibt noch einen anderen "Mortalitätsfaktor" für die Rehe: Wildernde Hunde reißen vor allem im Frühsommer eine erschreckende Anzahl von schutzlosen Kitzen. Deshalb denken Sie daran "Lassen Sie ihren Hund bitte nicht frei in Wald, Feld und Wiesen herumlaufen! Insbesondere von Mai-September."
Warum leuchten die Augen von Nachttieren nachts? (Infos von www.hitechnatur.ch)
In den Augen von Nachttieren befindet sich hinter der Netzhaut eine reflektierende Schicht. Die darin eingelagerten Guaninkristalle bewirken, dass Licht, welches die Netzhaut passiert hat, reflektiert wird und nochmals die Chance hat, auf eines der Sehstäbchen in der Netzhaut zu treffen. Dabei gelangt ein Teil des Lichtes durch die Linse wieder nach aussen. So kommt das Augenleuchten zustande, wenn nachts das Licht einer Taschenlampe oder von Autoscheinwerfern reflektiert wird (vgl. Foto 3). Dieses Augenleuchten zeigen viele nachtaktive Tiere, wie Katzen, viele fleischfressende Säugetiere, aber auch Nagetiere und Rotwild, Nachtschwalben, Schlangen, Kröten und Tiefseefische.
|
| Nahrung |
Junge Triebe, Baumrinde, Laub, Feldfrüchte (u. a. Mais...), Pilze, Gräser und Kräuter.
|
| Verbreitung in D/Welt |
Rehe leben in fast ganz Europa, Asien, China, Korea, Iran, Irak, Kleinasien. In Deutschland findet man in geeigneten Habitaten flächendeckend Rehe. Der Bestand an Rehen in Deutschland liegt bei etwa 2 Millionen (Infos von Landesjagdverband NRW). Jährlich werden in Deutschland etwa 1,1 Mio. Rehe erlegt (Info: wikipedia).
|
| Verbreitung in NRW |
Rehe sind überall in NRW recht häufig.
|
| Benutzte Literatur |
BERGER, Z.; DOBRORUKA, L. (1985): Säugetiere Europas - Kosmos-Naturführer, Stuttgart: Franckh. 189 S.
DREYER, E; DREYER, W. (1990): Der Kosmos-Waldführer - Ökologie, Gefährdung, Schutz. Frankh-Kosmos (Kosmos-Naturführer). 383 S.
GRZIMEK, B. (HRSG.) (1979): Grzimeks Tierleben, Band 13, Säugetiere 4 - Deutscher Taschenbuchverlag GmbH & Co.KG, München - S.201-207.
Zur Buchliste weiterer interessanter Säugetier-Bücher auf www.natur-in-nrw.de
|
| Weitere Informationen zum Reh (Capreolus capreolus) im Internet |
Wikipedia: Weitere Informationen und Fotos über das Reh.
www.wald.de: Weitere Informationen zum Reh und Wald, Waldrätsel, Waldspiele...
natur-lexikon.com: Informationen zum Reh
|
|