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| Nutria, Sumpfbiber - Myocastor coypus (MOLINA, 1782) |
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Artenprofil von Karsten Lange/Axel Steiner |
Systematische Einordnung
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| Stamm: | Wirbeltiere (Vertebrata)
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| Klasse: | Säugetiere (Mammalia)
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| Ordnung: | Nagetiere (Rodentia)
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| Familie: | Biberratten (Myocastoridae)
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Fotos (© Kirstin Meyer (1-3,5-6), Karsten Lange (4))
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Mülheim (NSG Kocks Loch (3-5)), Duisburg (NSG Walsumer Rheinauen (1, 2, 6))
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 (xxl-Foto) 09.2005 |
 (xxl-Foto) 01.2006 |
 (xxl-Foto) 10.2005 |
| Klick auf die kleinen Bilder oder xxl-Ansicht möglich |
 (xxl-Foto) 04.2005 |
 (xxl-Foto) 10.2005 |
 (xxl-Foto) 12.2008 |
| Besondere Merkmale |

Nutria (Foto: © Ralf Steinberg, xxl-Foto)
Biberähnlich, aber drehrunder beschuppter und mit spärlichem Haarwuchs versehener Schwanz.
Fell mit dichter Unterwolle und starken Grannenhaaren, oberseits gelbbraun bis schwärzlich, schiefergraue Unterwolle, unterseits heller. Sehr auffällig sind die orangeroten, breiten Nagezähne (Foto 5), die meist deutlich sichtbar sind.
Zwischen den Hinterfußzehen befinden sich mit Ausnahme der äußersten Zehen Schwimmhäute. An den Außenkanten der Hinterfüße befinden sich Schwimmborsten.
Länge von Kopf und Körper: 40-65 cm Schwanzlänge: 30-45 cm
Gewicht: 3-9 (-14) kg
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| Lebensraum |

Nutria beim "Parcourschwimmen" (Foto: © Ralf Steinberg, xxl-Foto)
Die Art besiedelt unterschiedliche Gewässertypen. Bevorzugt werden Fließ- und Stillgewässer mit ausgeprägter Ufer- und Unterwasservegetation.
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| Biologie und Lebensweise |
Überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, hält sich sehr viel im Wasser auf und schwimmt und taucht sehr gut. Nutrias können bis zu 5 Minuten unter Wasser bleiben. Das Fell muss ständig sorgfältig eingefettet werden, damit es "wasserdicht" bleibt. Dazu nutzen die Tiere Fettdrüsen an beiden Mundwinkeln. Von dort verteilen sie mit ihren Pfoten das Öl am ganzen Körper.
An Land wirken die Tiere jedoch eher plump.
Nutrias legen keinen Winterschlaf ein und pflanzen sich zu allen Jahreszeiten fort. Die Tragzeit beträgt rund 130 Tage. Die Wurfgröße beträgt 4-7 Junge. In der Regel werden 2 (-4) Jahreswürfe aufgezogen. Die Jungen sind Nestflüchter und schwimmen schon bald nach der Geburt und nehmen feste Nahrung auf. Nutrias leben entweder einzeln oder in territorialen Kolonien und bewohnen selbst gegrabene Uferhöhlen mit Nest-/Wohnkammer oder sie legen Schilfnester an. Die Eingangsöffnung der einfachen Röhrensyteme liegt immer über dem Wasserspiegel. Strenge Winter sorgen für deutliche Populationsrückgänge und überlebende Tiere weisen oft Erfrierungen an Ohren und Schwänzen auf.
Wenn ihnen die Flucht ins Wasser versperrt wird, können Nutrias plötzlich sehr agil werden, mit großem Sprung angreifen und empfindlich zubeißen.
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Nutria in "Denkerpose"
(Foto: © Ralf Steinberg, xxl-Foto)
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Nutrias als Nutztiere:
Nutrias besitzen ein sehr wertvolles Fell, das früher sehr geschätzt wurde und das z. B. für Pelzmäntel und zum Filzen in der Hutherstellung genutzt werden kann. Außerdem soll ihr Fleisch sehr schmackhaft sein.
Schäden durch Nutrias:
Uferböschungen und Deiche leiden durch die Wohnhöhlen der Nutrias und in landwirtschaftlichen Kulturen (Kartoffeln, Zuckerrüben, Möhren, Mais, Getreide) können die Tiere erhebliche Schäden anrichten.
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| Nahrung |

Nutrias bei der Nahrungsaufnahme (Foto: © Ralf Steinberg, xxl-Foto 1, xxl-Foto 2)
Nutrias ernähren sich von ober- und unterirdischen Pflanzenteilen. Weil sie auch Wurzeln ausgraben, können die Tiere ganze Pflanzenbestände gefährden. Neben Ufer-, Schwimmblatt- und Unterwasserpflanzen wird auch die Rinde von Ufergehölzen genutzt.
Selten werden auch Süßwassermuscheln, Schnecken, Fische und Vogeleier gefressen. Beim Essen nehmen die Tiere ihre Nahrung in die Vorderpfoten und führen sie so zum Mund.
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| Verbreitung in D/Welt |

Auf den ersten Blick einem Biber sehr ähnlich: Schwimmender Nutria (Foto: © Ralf Steinberg, xxl-Foto)
Ursprünglich heimisch im subtropischen und gemäßigten Südamerika. Heute in Nordamerika, Europa, Asien, Afrika und dem Mittleren Osten eingebürgert. In Europa baute sich die Population aus entkommenen bzw. freigelassenen Tieren aus Pelztierfarmen oder absichtlich zur Vegetationsregulierung oder Pelzproduktion freigesetzten Tieren auf.
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| Verbreitung in NRW |

Aug in Auge mit einem Nutria (Foto: © Ralf Steinberg, xxl-Foto)
Über die Verbreitung der Nutrias in NRW liegen mir leider keine Informationen vor. Gute Beobachtungsmöglichkeiten gibt es aber u. a. im Naturschutzgebiet Kocks Loch in Mülheim.
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| Benutzte Literatur |
BERGER, Z.; DOBRORUKA, L. (1985): Säugetiere Europas - Kosmos-Naturführer, Stuttgart: Franckh. 189 S.
GRZIMEK, B. (HRSG.) (1979): Grzimeks Tierleben, Band 11, Säugetiere 2 - Deutscher Taschenbuchverlag GmbH & Co.KG, München - S.419-421.
LUDWIG, M.; H. GEBHARDT; H. W. LUDWIG & S. SCHMIDT-FISCHER (2000): Neue Tiere und Pflanzen in der heimischen Natur - Einwandernde Arten erkennen und bestimmen. - BLV Buchverlag GmbH & Co. KG. München. 127 S.
STICHMANN, W. (2006): Der Kosmos-Naturführer - Tiere und Pflanzen. Frankh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart. 895 S.
Zur Buchliste weiterer interessanter Säugetier-Bücher auf www.natur-in-nrw.de
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| Weitere Informationen zum Nutria (Myocastor coypus) im Internet |
Wikipedia: Weitere Informationen und Fotos über den Nutria.
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