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Zauneidechse - Lacerta agilis (LINNAEUS, 1758)
Artenprofil von Karsten Lange & Axel Steiner
Letzte Änderung: 16.06.2015


Systematische Einordnung

Stamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Echsen (Sauria)

Fotos (© Karsten Lange (1-4), Martin Schlüpmann (5))
Bocholt (NSG Hohenhorster Berge) (1-2,4),
bei Wesel (NSG Diersforder Wald) (3),
Neunkirchen (NSG Mahlscheid) (5) = höchstgelegenes Vorkommen im Süderbergland (>500 mNN)


(xxl-Foto)
04.2005
Pärchen

(xxl-Foto)
04.2005
Männchen

(xxl-Foto)
07.2005
Weibchen
Klick auf die kleinen Bilder oder xxl-Ansicht möglich

(xxl-Foto)
04.2005
Jungtier

(xxl-Foto)
23.08.2003
Weibchen
 
Besondere Merkmale


Detailfotos der Beschuppung: links männliche und rechts junge Zauneidechse (© Karsten Lange)

Färbung:
Rücken braun bis graubraun mit 3 hellen, teilweise unterbrochenen und oft von zusätzlichen weißen Punkten oder Strichen begleiteten Längsstreifen, dazwischen mehrere Reihen schwarzer Flecken. Die Oberseite ist braun, grau bzw. graubräunlich. Eine Farbvariante zeigt eine einfarbige braun- oder ziegelrote Rückenzone. Die Körperzeichnung ist gekennzeichnet durch schwarze, weißkernige Flecken oder durch dunkle Marmorierung (manchmal treten fast einfarbig braune, grüne oder schwarze Exemplare auf).



Männliche Zauneidechse (Foto © Dietrich Kolbe, Witten (Schloß Steinhausen), 23.04.2004, xxl-Foto per Bildklick)

Die Flanken/Kehlen des Männchen sind im Frühsommer während der Paarungszeit leuchtend grün (manchmal treten auch blaukehlige oder gänzlich grüne Exemplare auf), die des Weibchen sind graubraun mit schwarzen, weißkernigen Flecken. Der Bauch ist beim Weibchen weißlich oder gelblich, beim Männchen grünlich, meist dunkel gefleckt.

 

Weibliche Zauneidechse (Foto © Dietrich Kolbe, Hattingen (Nähe Wodantal), 30.04.2009, xxl-Fotos per Bildklick)

Die Jungtiere sind braun mit weißen Punkten und 3 hellen, von schwarzen Punkten begleiteten Längsstreifen.

In NRW kommen 3 Eidechsenarten vor, die auf den ersten Blick miteinander verwechselt werden können. Neben der Zaun- gibt es noch die Mauer- und die Waldeidechse. Anhand der folgenden Merkmale, die aus SCHLÜPMANN (2005) zusammengefaßt sind, läßt sich die Zauneidechse jedoch eindeutig bestimmen.

Körperform:
Die Gestalt wirkt plump (> Wald- und Mauereidechse = deutlich schlanker). Der Rumpf ist nicht abgeplattet (Mauereidechse = abgeplattet), der Kopf ist kurz, hoch und stumpfschnäuzig (> Wald- und Mauereidechse = länger, abgeflachter und zugespitzter). Halsband mit gesägtem Hinterrand.



Makro einer weiblichen Zauneidechse
(Foto © Kirstin Meyer, Westruper Heide bei Haltern am See, 05.08.2014, xxl-Foto per Bildklick)

Der Schwanz ist ziemlich dick (> Waldeidechse = bis zur Mitte ungefähr gleich dick und erst dann dünner werdend, Mauereidechse = Schwanz sehr dünn auslaufend) und wesentlich kürzer (ca. 1,5mal) als die doppelte Länge von Kopf und Rumpf zusammengenommen (Mauereidechse = doppelt so lang wie Kopf und Rumpf zusammen).

Beschuppung:
Die Rückenschuppen sind groß und gekielt. Auffällig sind die 6-8 mittleren sehr schmalen Längsreihen, die von den breiten Schuppen der Rückenseiten deutlich abgegrenzt erscheinen. Man findet insgesamt 33-42 Querreihen. Am Kopf kann man hinter dem Nasenloch 2 übereinanderstehende Schildchen oder ein einziges, das dann mit den beiden dahinterliegenden ein Dreieck bildet, finden. An den Schläfen sind unregelmäßig große Schildchen angeordnet.



Zauneidechse nach DE WITTE (1948) aus SCHLÜPMANN (2005)

Körperlänge (Schnauze bis Schwanzanfang): 9-11 cm
Gesamtlänge: mit 20-24 cm die größte der heimischen Eidechsenarten

Lebensraum




Zauneidechse an ihrem Höhleneingang (Foto © Dietrich Kolbe, Witten (Schloß Steinhausen), 22.05.2008, xxl-Foto per Bildklick)

In unterschiedlichen Landschaftstypen, vor allem im halboffenen Gelände, z. B. auf Wiesen und Heiden, an Wald- und Feldrändern oder als Kulturfolger in Gärten, Weinbergen, an Straßenrändern und in Steinbrüchen anzutreffen. Im Norden und in England auf bewachsene Sanddünen und sandige Heideflächen beschränkt.

Biologie und Lebensweise




Weibliche Zauneidechse (Foto © Kirstin Meyer, Westruper Heide bei Haltern am See, 05.08.2014, xxl-Foto per Bildklick)

Zauneidechsen sind tagaktive, Sonne liebende Echsen. Die Fortpflanzung findet im Frühjahr statt. Dabei verpaaren sich die Weibchen oft mehrfach mit verschiedenen Männchen. Etwa 5-15 Eier werden 1-2mal pro Jahr von Mai bis Juli in selbstgegrabenen Erdhöhlen abgelegt. Die Jungtiere schlüpfen nach ungefähr 7-10 Wochen. Sie suchen erst einige Wochen nach den Adulten ihr Überwinterungsquartier auf und können sich so noch Reserve anfressen, um ihren ersten Winter in Winterstarre zu überstehen.

Nahrung
Insekten, Spinnen, Schnecken, Würmer...

Verbreitung in D/Welt
Die Zauneidechse (engl. = Sand Lizard) kommt im größten Teil Europas vor. Im Norden bis S- und NW-England und S-Skandinavien und in Teilen W- und S-Frankreichs. In großen Teilen Iberiens und Italiens und auf dem S-Balkan selten bis fehlend. Im Osten reichen die Vorkommen bis Zentralasien.
Die Zauneidechse besitzt neben der Waldeidechse das ausgedehnteste Verbreitungsareal aller europäischen Echsen. Vor allem im Flach- und Hügelland flächendeckend verbreitet und relativ häufig, doch vielerorts gehen die Bestände durch menschliche Einflüsse auch zurück.



Weibliche Zauneidechse (Foto © Dietrich Kolbe, Witten (Schloß Steinhausen), 26.05.2004, xxl-Foto per Bildklick)

In der Roten Liste Deutschlands wird die Zauneidechse als gefährdet (RL 3) geführt und ist nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) nach Anhang 4 streng geschützt.
Sie ist deutschlandweit vom Meeresspiegel bis hinauf auf etwa 1700 m anzutreffen. Die meisten Vorkommen in der nördlichen Hälfte Deutschlands liegen jedoch unter 300 m. Je weiter man jedoch nach Süden kommt, in umso höheren Lagen können Zauneidechsen angetroffen werden.

Verbreitung in NRW
Die Angaben zu Vorkommen der Zauneidechse in NRW sind der Herpetofauna-NRW entnommen:
Als Schlüsselfaktor der Verbreitung wird die Eizeitigung (Entwicklung der Eier), betrachtet. In höheren Lagen werden die mikroklimatisch günstigeren Böden der Massenkalkzonen bevorzugt. In den Mittelgebirgslagen ist sie aber heute in weiten Bereichen sehr selten und wird dort allenfalls entlang der Flusstäler und in den Kalkgebieten gefunden. Höhenlagen über 300 m NN werden zumindest im Süderbergland weitgehend gemieden. Im Kreis Olpe fanden sich einige Vorkommen zwischen 300-390 m NN und es gibt Meldungen über noch höher gelegene Fundorte.
Die Nachweispunkte der Zauneidechse in NRW zeigt die Karte der Herpetofauna-NRW.

Benutzte Literatur
ARNOLD, E. N. & J. A. BURTON (1983): Pareys Reptilien- und Amphibienführer Europas: Ein Bestimmungsbuch für Biologen und Naturfreunde. 2. Aufl. Hamburg, Berlin - Parey Verlag. 270 S.

DIESENER, G. & REICHHOLF, J. (1986): Lurche und Kriechtiere - Mosaik Verlag GmbH, München

GRZIMEK, B. (HRSG.) (1980): Grzimeks Tierleben, Band 6 Kriechtiere - Deutscher Taschenbuchverlag GmbH & Co.KG, München

SCHLÜPMANN, M. (2005): Rundbrief zur Herpetofauna von Nordrhein-Westfalen. Arbeitskreis Amphibien und Reptilien Nordrhein-Westfalen – Akademie für ökologische Landesforschung e. V. - Nr. 28 – 01.04.2005. 38 S. (Download hier)


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Weitere Informationen zu Kriechtieren (Amphibien und Reptilien) im Internet

NABU Amphibien- und Reptilienschutz: Zauneidechse

Herpetofauna NRW: Zauneidechse

Dipl.-Biol. Ina Blanke: Reptilien brauchen Freunde: Zauneidechsenprofil

Wikipedia: Zauneidechse


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