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Pappel-Schwärmer, Pappelschwärmer - Laothoe populi (LINNAEUS, 1758)
Artenprofil von Axel Steiner
Letzte Änderung: 27.01.2017


Systematische Einordnung

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Schwärmer (Sphingidae)
Unterfamilie:Smerinthinae

Synonym:

Amorpha populi, Smerinthus populi

Fotos (© Günter Reinartz)
Kamen


(xxl-Foto)
25.08.2016

(xxl-Foto)
25.08.2016

(xxl-Foto)
25.08.2016
Klick auf die kleinen Bilder oder xxl-Ansicht möglich
     
Besondere Merkmale

Insekten-ABC, Erklärungen von Fachbegriffen



Pappel-Schwärmer in der Seitenansicht (Bild gedreht)
(Foto © Günter Reinartz, 25.08.2016, Kamen, xxl-Foto per Bildklick)

Vorderflügel hellgrau oder gelblich- bis rötlich-braun mit geraden und gewellten hellen und dunklen Querbinden; Mittelfeld besonders in der hinteren Flügelhälfte dunkler; Außenrand der breiten Vorderflügel stark gewellt; orangefarbene Flügeläderung; Hinterflügel mit je einem orangenen bis rostbraunen Augenfleck am Innenrand; die Hinterflügel ragen teilweise vor die Vorderflügel; Flügelunterseite gelblicher als die Oberseite; verkümmerter Rüssel





Pappel-Schwärmer (Foto © Günter Reinartz, 25.08.2016, Kamen, xxl-Foto per Bildklick)

Weibchen: größer als das Männchen und heller und mit weniger stark markierten Zeichnungselementen gefärbt; dünnere Fühler, die zudem schwächer gezähnt sind



Frontalansicht des Pappel-Schwärmers (Foto © Günter Reinartz, 25.08.2016, Kamen, xxl-Foto per Bildklick)

Flügelspannweite: 65 - 90 mm
Vorderflügellänge: Weibchen: 32-45 mm; Männchen: 32-39 mm

Ei:
Breite: 1,85 - 1,97 mm; Höhe: 1,8 - 1,9 mm; Länge: 2,2 mm; elliptisches Profil; Schmalprofil durch Mulde einseitig geradlinig begrenzt; Struktur: negatives Netzwerk mit rundlichen Vertiefungen in der Mitte jeder Masche; Mikropyle: schlecht ausgebildeter vielstrahliger Stern und von 6-7 Reihen schmalblättrigem Netzwerk eingeschlossen; Eifarbe: saftiggrün, verfärbt nach aschgrau

Raupe:
Die erwachsene Raupe ist gelbgrün mit gelben, erhabenen Punkten und gelben Schrägstreifen an den Seiten. Sie wird bis zu 7 cm lang und ist der Raupe des Abendpfauenauges sehr ähnlich. Pappel-Schwärmer-Raupen sind aber mehr gelblich gepunktet, manche Raupen tragen auch rostrote Seitenflecken und der Kopf ist mehr abgerundet.

Lebensraum
Geeignete Lebensräume findet der Pappel-Schwärmer in Auwäldern, Kiesgruben, Gärten, Parks, Pappel-Alleen, Espenhainen und -gebüschen, Moorgebieten, am Rande von Sumpfgebieten, an Bach- und Flußufern und an Waldrändern.
Durch die lange Zeit sehr populäre Förderung von Pappel-Anpflanzungen ist der Pappel-Schwärmer stark begünstigt worden. Neben eher feuchten Lebensräumen werden aber auch Dämme, Böschungen, Steinbrüche, Sand- und Kiesgruben besiedelt.



Pappel-Schwärmer sind auch gelegentlich nachts an Lichtquellen, wie Straßenlampen, Schaufenstern oder an Hauswänden zu finden
(Foto © Günter Reinartz, 25.08.2016, Kamen, xxl-Foto per Bildklick)

Biologie und Lebensweise
Die Raupe lebt im Sommer von Ende Juni/Anfang Juli bis Ende September/Anfang Oktober an ihren Wirtspflanzen (div. Weiden und Pappeln s. u.). Oft werden dabei wohl niedrigere Sträucher ausgewählt. Pappel-Schwärmer bilden meist pro Jahr eine, und nur in sehr warmen Jahren eine zweite (unvollständige), Generation aus. Die dämmerungs- und nachtaktiven Falter fliegen von (April-) Mai bis Juni (-Juli). Eine evtl. zweite Generation kann bisweilen im August/September beobachtet werden. Die sehr großen Eier werden an den Blattunterseiten der Fraßpflanzen abgelegt.



Pappel-Schwärmer auf Forsythie (Foto © Günter Reinartz, 25.08.2016, Kamen, xxl-Foto per Bildklick)

Feinde kann der Pappel-Schwärmer abschrecken, indem er durch Hochheben der Vorderflügel den roten Hinterflügelfleck sichtbar macht. Gleichzeitig macht er einen Buckel.

Ansonsten ähnelt der ruhende Falter einem verwelkten Laubblatt und ist recht gut getarnt. Der etwas plump wirkende Pappel-Schwärmer kann nicht sonderlich gut fliegen. Aufgrund seines verkümmerten Rüssels kann er keine Narung aufnehmen und vergeudet keine Energie durch "unnötige" Flugaktivitäten.




Pappel-Schwärmer
(Foto © Günter Reinartz, 25.08.2016, Kamen, xxl-Foto per Bildklick)

Für die Verpuppung dringt die Raupe in der Nähe der Fraßpflanze in den Boden ein. Die Puppe überwintert meist in 5-10 cm Entfernung vom Stamm der Weiden oder Pappeln und in 5-10 cm Tiefe.

Nahrung
Die Raupen ernähren sich von verschiedenen Pappel- (Populus sp.) und Weidenarten (Salix sp.). Dabei werden im Gegensatz zu verschiedenen anderen Falterarten auch Hybridpappeln als Nahrungspflanzen akzeptiert. Die Raupen finden sich meist an eher niedrigeren, einzeln stehenden Sträuchern oder Stockausschlägen in einer Höhe von 0,5 bis 1,5 m.

Aufgrund ihres verkümmerten Rüssels können die Falter keine Nahrung aufnehmen und besuchen somit auch keine Blüten.

Verbreitung in D/Welt
Der Pappel-Schwärmer ist über ganz Europa verbreitet und kommt nordwärts bis zum Polarkreis vor. Sein weiteres Verbreitungsgebiet reicht im Osten bis zum Schwarzen Meer und weiter nach Sibirien bis in den fernen Osten und südlich bis Nordwestafrika.



Pappel-Schwärmer an Lichtquelle (Foto © Günter Reinartz, 25.08.2016, Kamen, xxl-Foto per Bildklick)

In Deutschland ist der Pappel-Schwärmer in der Roten Liste der Spinnerartigen Falter (RENNWALD et al., 2012) als ungefährdet und häufige Art geführt.

Verbreitung in NRW
PÄHLER & DUDLER (2010) beschreiben den Pappel-Schwärmer für den Raum Ostwestfalen-Lippe als die am meisten verbreitete Schwärmerart, die in allen naturräumlichen Lagen des Beobachtungsgebietes vorkommt.

Nach der Roten Liste der Schmetterlinge Nordrhein-Westfalens ist die Schwärmerart in NRW insgesamt und auch in allen Großregionen ungefährdet.

Weiterführende Literatur
DÖRING, E. (1955): Zur Morphologie der Schmetterlingseier. Akademie-Verlag, Berlin.

EBERT, G. -HERAUSGEBER- (1994): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs, Band 4: Nachtfalter II - Stuttgart (Ulmer)

KOCH, M. (1984): Wir bestimmen Schmetterlinge, Bände 1-4, Melsungen (Neumann).

LYNEBORG, L. & N. JONSSON (1975): BLV Naturführer: Nachtfalter. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München. 160 S.

MARKTANNER, T. (1992): Welcher Nachtfalter ist das? Spinner, Spanner, Schwärmer und andere häufige Nachtschmetterlinge. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., 129 S.

NOVAK, I. & F. SEVERA (1992): Der Kosmos-Schmetterlingsführer. 5., überarb. und verb. Aufl. Stuttgart: Franckh-Kosmos. 357 S.

PÄHLER, R. & H. DUDLER (2010): Die Schmetterlingsfauna von Ostwestfalen-Lippe, Band 1, Lemgo (Eigenverlag)

RENNWALD, E., T. SOBCZYK & A. HOFMANN 2012 ("2011"): Rote Liste und Gesamtartenliste der Spinnerartigen Falter (Lepidoptera: Bombyces, Sphinges s.l.) Deutschlands. S. 243283. In: M. Binot-Hafke, S. Balzer, N. Becker, H. Gruttke, H. Haupt, N. Hofbauer, G. Ludwig, G. Matzke-Hajek & M. Strauch, Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands. Band 3: Wirbellose Tiere (Teil 1). Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (3), herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz, Bonn - Bad Godesberg.

ROUGEOT, P. C. & P. VIETTE (1983): Die Nachtfalter Europas und Nordafrikas. 1. Schwärmer und Spinner (1. Teil) - Keltern

RUCKSTUHL, T. (2002): Schmetterlinge und Raupen. Bestimmen - Kennenlernen - Schützen. Gondrom Verlag. Bindlach. 240 S.

SAUER, F. (1982): Raupe und Schmetterling nach Farbfotos erkannt - Sauers Naturführer. Fauna-Verlag. 184 S.

SCHUMACHER, H., W. VORBRÜGGEN, H. RETZLAFF & R. SELIGER (2010): Rote Liste und Artenverzeichnis der Schmetterlinge - Lepidoptera - in Nordrhein-Westfalen. 4. Fassung, Stand Juli 2010, Band 2 - Tiere. LANUV-Fachbericht 36, Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, Recklinghausen - pdf

STEINER, A., U. RATZEL, M. TOP-JENSEN & M. FIBIGER (2014): Die Nachtfalter Deutschlands. Ein Feldführer. Sämtliche nachtaktiven Großschmetterlinge in Lebendfotos und auf Farbtafeln. BugBook Publishing. 878 S., 76 Farbtafeln.

WEIDEMANN, H. J. & J. KÖHLER (1996): Nachtfalter - Spinner und Schwärmer. Naturbuch Verlag. 512 S.

WILLNER, W. (2017): Taschenlexikon der Schmetterlinge Europas. Die häufigsten Nachtfalter im Porträt. Quelle & Meyer Verlag Wiebelsheim. 776 S.


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Weitere Informationen zu Schmetterlingen (Lepidoptera) im Internet

Portal für Schmetterlinge und Raupen (Walter Schön): fast 6000 Fotos, mehr als 550 Artenportraits, Bestimmungshilfen, Infos, Kontakte, Links (Stand 07/2008)

Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V.: Infos, Kontakte, Links

Moths and Butterflies of Europe and North Africa: Diese italienische Seite in englischer Sprache zeigt jede Menge Fotos zu den Tag- und Nachtfaltern Europas.


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