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Aurorafalter - Anthocharis cardamines (LINNAEUS, 1758)
Artenprofil von Axel Steiner


Systematische Einordnung

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Weißlinge (Pieridae)

Fotos (© Bernhard Renke)



(xxl-Foto)
16.05.2005
Männchen

(xxl-Foto)
15.04.2005
Männchen

(xxl-Foto)
02.05.2006
Männchen
Klick auf die kleinen Bilder oder xxl/xl-Ansicht möglich

(xxl-Foto)
16.05.2005
Männchen

(xl-Foto)
21.04.2005
Weibchen
 
Besondere Merkmale

Insekten-ABC, Erklärungen von Fachbegriffen

Der Aurorafalter ist ein Beispiel für ausgeprägten Sexualdimorphismus - Männchen und Weibchen sehen also sehr unterschiedlich aus. Während das prachtvolle Männchen außen auf der Hälfte der Vorderflügel leuchtend orange gefärbt ist, sind die Weibchen mit ihrer schwarz-weißen Zeichnung deutlich unscheinbarer. Die Flügelunterseiten beider Geschlechter sind zart olivgrün marmoriert.

Flügelspannweite: 35-45 mm

Lebensraum
Aurorafalter kommen in erster Linie in Auen-/Bruchwäldern, Nadel- und Laubmischwäldern, an Waldwegen und -rändern, auf Waldlichtungen, in Bachauen, auf Mäh- und Feuchtwiesen in eher feuchten Biotoptypen vor. Dennoch finden sie sich auch in trockeneren Wacholderheiden und auf Magerrasen.

Biologie und Lebensweise
Im Frühjahr einer der ersten Falter, der bereits ab Anfang April und bis Juni/Juli zu beobachten ist. In warmen Frühjahren schlüpfen die Falter früher als in kalten, da die Diapause der Puppe abgebrochen wird. Die Eiablage findet im April/Mai am Blütenstiel einer blühenden Kreuzblütlerblüte statt. Meist wird nur ein Ei pro Pflanze abgelegt, die nächste Abbildung zeigt jedoch, dass es auch Ausnahmen von dieser Regel gibt.



Eier vom Aurorafalter (Anthocharis cardamines; Fotos: Hans-Joachim Weigt) (xxl-Foto)

Das ovale, spindelförmige und längsgerippte Ei ist zunächst bleichgelb, verfärbt sich aber nach kurzer Zeit orangerot. Die Eientwicklung dauert 4-12 Tage.
Die Raupe ist am Rücken blaugrün gefärbt, trägt einen weissen Seitenstreifen, einen dunklen Bauch und ist fein schwarz punktiert.



Die Raupe vom Aurorafalter (Anthocharis cardamines; Fotos: Hans-Joachim Weigt) (xxl-Foto)

Man findet sie von Mai bis Juli vor allem auf dem Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis) und der Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata), wo sie deren Schoten frißt. Die Raupenentwicklung dauert 3-5 Wochen.
Die hellbraune oder grüne Gürtelpuppe hat oft einen hellen Seitenstreifen und die Form eines durchgebogenen gleichschenkligen Dreiecks. Die Puppe überwintert. Pro Jahr wird nur eine Generation gebildet.

Nahrung
Die enorme Bedeutung der Nahrungspflanze Cardamine pratensis (Wiesenschaumkraut) für den Aurorafalter kommt schon in dessen lateinischen Namen Anthocharis cardamines zum tragen. Weitere wichtige Nahrungspflanzen der Raupe sind u. a. die Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) und andere Kressearten.
Auch für den Falter hat das Wiesenschaumkraut als Nektarquelle den größten Stellenwert. Einige andere Kreuzblütler und die Rote Lichtnelke (Silene dioica) sind ebenfalls von einiger Bedeutung.

Verbreitung in D/Welt
In der Paläarktis von Westeuropa bis nach China und Japan verbreitet. Verbreitungslücken gibt es auf der südlichen iberischen Halbinsel, auf einigen Mittelmmerinseln und in Nord-Fennoskandien. Die Verbreitungsgrenze im Gebirge liegt bei etwa 2000 m. Der Aurorafalter wird in letzter Zeit immer seltener. Vermutlich hängt dies mit der vielerorts zu beobachtenden Trockenlegung, Mahd bzw. Überdüngung der von ihm bevorzugten feuchten Standorte zusammen.

Verbreitung in NRW
In NRW ist Anthocharis cardamines weit verbreitet, kommt in allen Naturgroßräumen vor und ist nicht direkt gefährdet. Dennoch hat der Falter auch hier mit dem Verschwinden geeigneter Biotoptypen zu kämpfen.

Benutzte Literatur
EBERT, G. & RENNWALD, E. (1991): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 1: Tagfalter I. - Ulmer, Stuttgart. 552 S.

NOVAK, I. & F. SEVERA (1992): Der Kosmos Schmetterlingsführer. 5. Aufl. Franckh-Kosmos, Stuttgart.357 S.

SCHWEIZERISCHER BUND FÜR NATURSCHUTZ (HRSG.)(1987): Tagfalter und ihre Lebensräume. - Arten - Gefährdung - Schutz. 516 S.

WEIDEMANN, H-J. (1988): Tagfalter beobachten, bestimmen. - 2. Auflage, Neumann-Neudamm GmbH, Melsungen. 372 S.


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Weitere Informationen zu Schmetterlingen (Lepidoptera) im Internet

Portal für Schmetterlinge und Raupen (Walter Schön): über 5000 Fotos, mehr als 500 Artenportraits, Bestimmungshilfen, Infos, Kontakte, Links (Stand 08/2007)

Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V.: Infos, Kontakte, Links

Naturschutzbund (NABU) Nordrhein-Westfalen: TagfalterMonitoring in NRW, Kartieranleitung, Kommentierte Artenliste NRW, Infos...

Moths and Butterflies of Europe and North Africa: Diese italienische Seite in englischer Sprache zeigt jede Menge Fotos zu den Tag- und Nachtfaltern Europas.


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