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Mondvogel, Mondfleck - Phalera bucephala (LINNAEUS, 1758)
Artenprofil von Axel Steiner
Letzte Änderung: 10.01.2016


Systematische Einordnung

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Zahnspinner (Notodontidae)

Fotos (© Axel Steiner)
Breckerfeld


(xxl-Foto)
26.05.2007

(xxl-Foto)
26.05.2007
 
Klick auf die kleinen Bilder oder xxl-Ansicht möglich

(xxl-Foto)
26.05.2007

(xxl-Foto)
26.05.2007
 
Besondere Merkmale

Insekten-ABC, Erklärungen von Fachbegriffen



Seitenansicht eines Mondvogel
(Foto © Axel Steiner, 26.05.2007, Breckerfeld, xxl-Foto per Bildklick)

Vorderflügel silbriggrau mit rostbraunen Querstreifen und einem großen, mondförmigen, gelben Fleck am Hinterende; Hinterflügel blaßgelb; Brustbehaarung über dem Kopf gelb und bräunlich; bullig wirkender, ockergelb gefärbt und mit bräunlichen Schuppen umrandeter, vorderer Brustabschnitt; Flügel im ruhenden Zustand "um den Körper gerollt"


Vorderflügellänge: 25-32 mm
Körperlänge: 42-55 mm
Spannweite: 50-65 (-70) mm (Weibchen etwas größer)


Frontalansicht eines Mondvogel
(Foto © A. Steiner, 26.05.2007, xxl-Foto per Bildklick)



Sehr auffällig ist die silbrig-graue Färbung des Mondvogel
(Foto © Axel Steiner, 26.05.2007, Breckerfeld, xxl-Foto per Bildklick)

Eier:

Die Eiablage erfolgt in Form von Eispiegeln auf der Blattunterseite.

 
 
 
 


Eier - Schlupf - junge Raupen in verschiedenen Stadien vom Mondvogel an Eichenblatt
(Fotos © Ira Orlicek, 22.06. bis 19.07.2013, Grein (Oberösterreich), xxl-Fotos per Bildklick)

Raupe:

Die Raupen sitzen zunächst dicht beieinander auf der Unterseite eines Blattes. Nach und nach werden dann das Blatt und die nächsten Blätter gefressen und die Raupen verteilen sich nach und nach auf der Fraßpflanze.

 
 

Mondvogel-Raupen in einem frühen Raupenstadium (vermutlich an einem Obstbaum - Prunus sp.)
(Fotos © Axel Steiner, 20.07.2013, Freilichtmuseum Lindlar, xxl-Fotos per Bildklick)

Sie sind zweifarbig gelb-schwarz mit schwarzen, unterbrochenen Linien gefärbt. Auch die Beine und der Kopf sind schwarz. Der Körper ist mit langen, weichen, weißlichen Haaren bedeckt.





Ältere Mondvogel-Raupen
(Fotos © Axel Steiner, 10.08.2014 aus eigener Zucht, Breckerfeld, xxl-Fotos per Bildklick)

Knapp 20 ältere Raupen habe ich auf einer Birke auf dem Balkon meiner Eltern in Essen abgesammelt. Die Birke war zu diesem Zeitpunkt aufgrund der deutlichen Fraßspuren bereits sehr gezeichnet. In den nächsten Tagen und Wochen konnte ich die Raupen dann durchfüttern und über die Vorpuppe (Präpupa) bis zur Puppe weiterverfolgen. Die Puppen habe ich dann im heimischen Garten verteilt. Da der Mondvogel von mir bereits in Breckerfeld nachgewiesen worden ist konnte es zu keiner Faunenverfälschung kommen.



Kopf einer Mondvogel-Raupe kurz vor der Verpuppung
(Fotos © Axel Steiner, 10.08.2014 aus eigener Zucht, Breckerfeld, xxl-Fotos per Bildklick)

Wenn die Raupen eine Länge von ca. 6 cm erreicht haben gehen sie in ein nahezu bewegungsloses Stadium über und werden zur Vorpuppe.



 

Mondvogel-Vorpuppen (Präpupa)
(Fotos © Axel Steiner, 15.08.2014 aus eigener Zucht, Breckerfeld, xxl-Fotos per Bildklick)

Puppe:

schwarzbraune unbewegliche Puppen



 
 

Mondvogel-Puppen aus eigener Zucht (Fotos © Axel Steiner, 03.09.2014, Breckerfeld, xxl-Fotos per Bildklick)


Ähnliche Arten:

Phalera bucephaloides: nur im Südosten Mitteleuopas vertreten und mit blaßgelbem Makelfleck (Diskoidalfleck) in der Mitte der Vorderflügel

Lebensraum
Der Mondvogel ist in Laubmischwäldern, lichten Birkenwäldern, auf Waldlichtungen, an Waldrändern, Alleen, in buschreichem Offenland, Heiden, an Feld- und Ufergehölzen, Hecken und in Stadtparks und Gärten verbreitet.



Mondvogel (Foto © Axel Steiner, 26.05.2007, Breckerfeld, xxl-Foto per Bildklick)

Die Raupenhabitate befinden sich meist in sonnigen Lagen.

Biologie und Lebensweise
Die Flugzeit des Mondvogel reicht von Mitte Mai bis Ende Juli/Anfang August in einer Generation.

Der nachtaktive Falter ist durch sein Aussehen tagsüber bestens an den Bäumen, auf denen er meist sitzt, getarnt. Auf einem Zweig sitzend ähnelt er schon bereits aufgrund seiner Körperform einem Aststückchen. Die helle Brustbehaarung und der Mondfleck am Hinterflügel täuschen Bruchstellen an einem Ast vor und die silbrige rindenartige Färbung macht die Tarnung perfekt. Aus diesem Grund wird der Falter selten gefunden. Allerdings erscheint er nachts an Lichtquellen.



Der bullig auffällige Brustabschnitt des Mondvogel fällt in der Frontalansicht besonders auf.
(Foto © Axel Steiner, 26.05.2007, Breckerfeld, xxl-Foto per Bildklick)

Die Eier werden auf der Unterseite der Blattunterseite in Form eines "Spiegels" abgelegt. Das Weibchen kann innerhalb von 3-4 Tagen, verteilt auf mehrere Gelege, etwa 300 Eier legen.
Man kann die auffälligen schwarz-gelben Raupen dann nach dem Schlupf ab Juli und bis in den September hinein finden.
Angeblich werden die Raupen von Vögeln verschmäht (SAUER, 1982).
Die Verpuppung erfolgt nahe dem Wirtsbaum ohne Kokon in einem Versteck dicht unter der Erde, wo die Puppe dann auch überwintert.

Nahrung
Die Raupen des Mondvogel leben gesellig und bilden an den Zweigen ihrer Fraßpflanze oft ganze Knäuel.
Als Futterpflanzen kommen sehr viele Laubholzarten in Frage, wie z. B. Sal- und Ohrweide, Pappel, Eiche, Linde, Buche, Haselnuss, Erle, Ulme, Edelkastanie, Esche, Berg-Ahorn, Schlehe und Birke.Bevorzugt werden wohl eichen, Linden, Birken und Salweiden. Die Bäume können bei einem Befall durch Mondvogel-Raupen mindestens teilweise kahl gefressen werden.

 
 
 

Fast ausgewachsene Mondvogel-Raupen kurz vor ihrem Präpuppen-Stadium
(Fotos © Axel Steiner, 10.08.2014, Breckerfeld (Zucht), xxl-Fotos per Bildklick)

Verbreitung in D/Welt
Über fast ganz Europa nach Norden an den Küsten bis an den Polarkreis, auf der Iberischen Halbinsel fehlend und östlich bis Ostasien verbreitet. In den Gebirgen bis zur Baumgrenze vorkommend.



Mondvogel (Foto © Axel Steiner, 26.05.2007, Breckerfeld, xxl-Foto per Bildklick)

Der Mondvogel ist in Deutschland weit verbreitet und gilt nach der Liste der bedrohten Schmetterlingsarten Deutschlands als ungefährdet und sehr häufig (RENNWALD et al., 2011).

Verbreitung in NRW




Mondvogel (Foto © Axel Steiner, 26.05.2007, Breckerfeld, xxl-Foto per Bildklick)

Nach der Liste der bedrohten Schmetterlingsarten NRWs ist der Mondvogel in allen Naturgroßräumen in NRW ungefährdet.

Benutzte Literatur
EBERT, G. (HRSG.) (1994): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Bd. 4. Nachtfalter II. Eugen Ulmer, Stuttgart. 535 S.

KOCH, M. (1984): Wir bestimmen Schmetterlinge. Ausgabe in einem Band. Neumann Verlag Leipzig, Radebeul. 792 S.

MARKTANNER, T. (1992): Welcher Nachtfalter ist das? Spinner, Spanner, Schwärmer und andere häufige Nachtschmetterlinge. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., 129 S.

LYNEBORG, L. & N. JONSSON (1975): BLV Naturführer: Nachtfalter. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München. 160 S.

NOVAK, I. & SEVERA, F. (1992): Der Kosmos-Schmetterlingsführer. 5., überarb. und verb. Aufl. Stuttgart: Franckh-Kosmos. 357 S.

PÄHLER, R. & H. DUDLER (2010): Die Schmetterlingsfauna von Ostwestfalen-Lippe und angrenzender Gebiete in Nordhessen und Südniedersachsen. Band 2. - Eigenverlag. 544 S.

RENNWALD, e., T. SOBCZYK & A. HOFMANN (2011): Rote Liste und Gesamtartenliste der Spinnerartigen Falter (Lepidoptera: Bombyces, Sphinges s.l.) Deutschlands. Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (3). Bundesamt für Naturschutz

RUCKSTUHL, T. (2002): Schmetterlinge und Raupen. Bestimmen - Kennenlernen - Schützen. Gondrom Verlag. Bindlach. 240 S.

SAUER, F. (1982): Raupe und Schmetterling nach Farbfotos erkannt. Fauna-Verlag, 184 S.

SCHUMACHER et al. (2010): Rote Liste und Artenverzeichnis der Schmetterlinge (Lepidoptera) - Spinner und Schwärmer (Bombyces et Sphinges) - in Nordrhein-Westfalen. 4. Fassung, Stand Juli 2010 pdf

STEINER, A., U. RATZEL, M. TOP-JENSEN & M. FIBIGER (2014): Die Nachtfalter Deutschlands. Ein Feldführer. Sämtliche nachtaktiven Großschmetterlinge in Lebendfotos und auf Farbtafeln. BugBook Publishing. 878 S., 76 Farbtafeln.

WEIDEMANN, H-J. & J. KÖHLER (1996): Nachtfalter: Spinner und Schwärmer. Naturbuch-Verlag, 512 S.

WILLNER, W. (2012): Die Schmetterlinge Deutschlands in ihren Lebensräumen. Finden und Bestimmen. Quelle & Meyer Verlag Wiebelsheim. 288 S.


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Weitere Informationen zu Schmetterlingen (Lepidoptera) im Internet

lepiforum: Phalera bucephala

Portal für Schmetterlinge und Raupen (Walter Schön): fast 11.000 Fotos, mehr als 1050 Artenportraits, Bestimmungshilfen, Infos, Kontakte, Links (Stand 01/2016)

Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V.: Infos, Kontakte, Links

Moths and Butterflies of Europe and North Africa: Diese italienische Seite in englischer Sprache zeigt jede Menge Fotos zu den Tag- und Nachtfaltern Europas.


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