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Feldmaikäfer, Gemeiner Maikäfer - Melolontha melolontha (LINNAEUS, 1758)
Artenprofil von Axel Steiner


Systematische Einordnung

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Familie: Blatthornkäfer (Scarabaeidae)

Synonym:

Melolontha vulgaris

Fotos (© Axel Steiner (1-6), Bernhard Renke (7-8))
Schwelm (1-6), Herten (7-8)


(xxl-Foto)
16.05.2006

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16.05.2006

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16.05.2006
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16.05.2006

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16.05.2006

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16.05.2006
Besondere Merkmale

Insekten-ABC, Erklärungen von Fachbegriffen

Farblich sind die Maikäfer variabel. Meist ist jedoch der Kopf, der Halsschild und das Schildchen schwarz und die Kopf-Vorderpartie, die Fühler, Beine und Flügeldecken rotbraun gefärbt. Der längliche Pygidium-Fortsatz (letzte Hinterleibssegment) ist stumpf abgeschnitten.
Männchen und Weibchen kann man u. a. am Fühlerfächer unterscheiden, der beim Männchen 7 lange und beim Weibchen 6 kurze Blätter umfasst. Der Halsschild ist dicht gepunktet und die Flügeldecken mit ihren 4 glänzenden Längsrippen sind ebenfalls fein punktiert. An den Bauchsterniten befinden sich dreieckige, weissbehaarte Zeichnungen. Die Vorderschenkel innen mit einem beweglichen Sporn.

Ähnliche Arten: Der Waldmaikäfer (Melolontha hippocastani) und M. pectoralis ähneln dem Feldmaikäfer sehr, unterscheiden sich aber am Pygidium (letzter Hinterleibsabschnitt). Bei ersterem ist das Pygidium vor der Spitze verdickt (Feldmaikäfer = schmal und lanzettförmig) und bei M. pectoralis fehlt die Verlängerung des Pygidiums völlig.

Körperlänge: 22-30 mm

Lebensraum
In Wäldern und Feldern des Tieflandes, weniger in Hügellandschaften und selten im Gebirge bis 1000 m.

Biologie und Lebensweise
Die Käfer schlüpfen auf Feldern und Wiesen und suchen dann Baumgruppen und Wälder auf, wo sie die Blätter fressen und sich paaren. Einzelne »Maikäferflugjahre« können sich durch massenhaftes Auftreten der Feldmaikäfer auszeichnen. Dann kann es auch zu Baumschäden kommen.
Die Weibchen kehren später zum Eierlegen in freies Gelände zurück. Ein- bis zweimal legen sie 10-30 Eier im Boden ab. Nach 6-8 Wochen schlüpfen im Juni/Juli die Larven (Engerlinge), die sich dann von Wurzeln vieler Pflanzenarten (gerne Löwenzahn) ernähren. Die schmutzig-weißen Engerlinge werden bis zu 6,5 cm lang. Sie überwintert zweimal und verpuppt sich dann im Boden. Der Käfer schlüpft bereits im Herbst, überwintert aber im Boden und erscheint - entsprechend seinem Namen - dann ab Mai. Die Entwicklungzeit beträgt je nach Witterung und Gegend 3-5 Jahre.

Der Feldmaikäfer fliegt gerne abends und wird dann schnell von Licht angelockt.

Feinde: Maulwurf, Igel, Spitzmäuse, Laufkäfer, Krähen, Fledermäuse

Der Mensch neigt dazu, sobald eigene Werte betroffen sind, sofort zur Giftspritze zu greifen. Eine selektive Bekämpfung alleine des Feldmaikäfers ist jedoch nicht möglich. In der Regel sind auch immer andere Tierarten von den diversen Bekämpfungsmethoden betroffen. 2 Methoden werden am Maikäfer zur Zeit ausgetestet. Auf ausgewählten Flächen wird im hessischen Landesforst das aus dem Niembaum gewonnene Gift Neem-Azal, in verschiedenen Konzentrationen versprüht. Das Gift soll die Käfer an der Vermehrung hindern. Auf weiteren Flächen wird der nur Blatthornkäfer befallende Bodenpilz Beauveria brongniartii ausgebracht. Der Pilz schädigt nicht die Käfer direkt, sondern ihre Brut. Allerdings sind auch andere Blatthornkäferarten betroffen. Zu dieser Problematik gibt es ein aufschlussreiches 9-seitiges pdf-Dokument vom NABU Hessen. Dieses Positionspapier vom März 2006 bezieht eindeutig gegen NeemAzal-T/S Stellung und gibt dem geringeren Übel Beauveria brongniartii den Vorzug. Generell sollte auf eine Bekämpfung natürlich verzichtet werden und nur bei handfesten finanziellen Schäden unter geschilderten Auflagen in Erwägung gezogen werden.

Zur Großansicht - Foto: Bernhard Renke


Kinderlied aus dem Dreißigjährigen Krieg

Maikäfer flieg.
Dein Vater ist im Krieg.
Die Mutter ist im Pommernland,
Pommernland ist abgebrannt.
Maikäfer flieg.


Zur Großansicht - Foto: Bernhard Renke


Nahrung
Die adulten Käfer fressen Blätter an Eiche, Roßkastanie, Hainbuche, Kirschen, Buchen, Ahorn.
Die Larven fressen die Wurzeln vieler Pflanzen. Die welkenden oberirdischen Pflanzenteile deuten dann oft auf das Vorkommen von Engerlingen hin. Im Gartenbau sind besonders Salat, Jungpflanzen, Kartoffeln und Rüben betroffen.

Verbreitung in D/Welt
Der Feldmaikäfer kommt in Europa bis Dänemark, Mittelschweden und den Britischen Inseln vor, fehlt jedoch in Süditalien und der Pyrenäenhalbinsel. In Deutschland kommt Melolontha melolontha in allen Bundesländern vor.

Verbreitung in NRW
Über den Bestand des Feldmaikäfers in NRW liegen mir keine Angaben vor. Fest steht jedoch, das die Bestände starken Schwankungen unterliegen (was mit dem 3-4jährigen Entwicklungszyklus zusammenhängt) und das die Bestandszahlen wohl meist weit unter der Schadensgrenze liegen.

Benutzte Literatur
HARDE, K. W. und SEVERA, F. (2006): Der Kosmos Käferführer - Die Käfer Mitteleuropas. 5. Aufl., Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart.

KREUTER, M.-L. (1990): Pflanzenschutz im Bio-Garten. - München; Wien; Zürich: BLV, 1990. 249 S.

MÖLLER, G.; R. GRUBE & E. WACHMANN (2006): Der Fauna-Käferführer I - Käfer im und am Wald. Fauna Verlag, Nottuln. 334 S.

CD-ROM: REITTER, E. (1908 bis 1916): Fauna Germanica - Die Käfer des deutschen Reiches. Neusatz und Faksimile der 5-bändigen Ausgabe. Stuttgart - Directmedia Berlin 2006. Digitale Bibliothek Band 134.

SEDLAG, U. (1986): Insekten Mitteleuropas - Beobachten und Bestimmen. Neumann Verlag, Leipzig, Radebeul. 408 S.

ZAHRADNIK, J. (1985): Käfer Mittel- und Nordwesteuropas. Paul Parey - 498 S.


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Weitere Informationen zu Käfern (Coleoptera) im Internet

AG Rheinischer Koleopterologen (www.koleopterologie.de): Die Seite zum Thema Käfer. Links, Veröffentlichungen, Termine, Fotogalerie


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