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Vierbindiger Schmalbock - Leptura quadrifasciata (LINNAEUS, 1758)
Artenprofil von Axel Steiner


Systematische Einordnung

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Familie: Bockkäfer (Cerambycidae)

Synonym:

Strangalia quadrifasciata

Fotos (© Bernhard Renke)
Herten


(xxl-Foto)
21.06.2005

(xxl-Foto)
21.06.2005
 
Klick auf die kleinen Bilder oder xxl-Ansicht möglich
     
Besondere Merkmale

Insekten-ABC, Erklärungen von Fachbegriffen

Die namensgebenden (quadrifasciata = 4 Binden) gelben zackigen Binden auf den schwarzen Flügeldecken des auch ansonsten schwarzen Käfers können sehr variabel ausgeprägt sein (manchmal sind die Flügeldecken mehr schwarz, manchmal mehr orange gefärbt).
Weitere Beschreibung: Hinterwinkel des Halsschilds spitz; Halsschild ist kürzer als es am hinteren Ende breit ist (ohne goldenen Haarsaum <> Strangalia aurulenta); Fühler sind beim Männchen komplett schwarz, beim Weibchen sind die Spitzen heller (gelbbraun) gefärbt; Augen umwachsen die Fühlerbasis; Beine sind komplett schwarz; Flügeldecken sind punktiert und dicht anliegend behaart, Schläfen schwarz behaart.

Ähnliche Arten:
Der deutlich häufigere Gefleckte Schmalbock (Strangalia maculata) unterscheidet sich insbesondere durch die schwarz-gelb geringelten Fühler und die teilweise hellen Beine vom Vierbindigen Schmalbock.
Beim Goldhaarigen Halsbock (Strangalia aurulenta) sind die Schläfen golden behaart und der Halsschild besitzt einen goldenen Haarsaum.

Körperlänge: 11-19 mm (Körpergrößenmedian 15 mm)

Lebensraum
Der Vierbindige Schmalbock kommt in der Ebene und in niederen Berglagen vor. Dort findet man ihn meist auf alten Baumstämmen oder Doldenblüten, bevorzugt in Gewässernähe. Feuchte Laubwälder, Säume, Bach- und Flussufer mit großen Anteilen an feuchtem, weißfaul-verpilztem stehenden und liegenden Totholz gehören zu den favorisierten Biotopen.

Biologie und Lebensweise
Von Juni bis August kann man die adulten Käfer an altem Holz oder auch auf Blüten (vor allem Doldenblüten) finden. Die Larven entwickeln sich mehrjährig im alten feuchten Holz verschiedener Laubbäume, vor allem in Weiden, Erlen, Pappeln und Birken (selten auch in Nadelholz).

Nahrung
Die ausgewachsenen Käfer fressen Blütenpollen von Disteln und Doldenblütlern, die Larven fressen Totholz (= xylophag).

Verbreitung in D/Welt
In Nord- (Nordfennoskandien), Mittel- (selten in England, Schottland, Irland) und Südosteuropa verbreitet. Der Vierbindige Schmalbock ist auch in Deutschland in allen Bundesländern verbreitet, er ist jedoch meist nur vereinzelt anzutreffen und nicht sehr häufig. Im Osten kommt er häufiger vor als im Westen.

Verbreitung in NRW
Der Vierbindige Schmalbock ist auch in NRW vereinzelt anzutreffen. So konnte beispielsweise KÖHLER bei vergleichenden Untersuchungen in Naturwaldzellen und im Wirtschaftswald in der Nordeifel 4 Exemplare nachweisen (KÖHLER, 1996).

Benutzte Literatur
HARDE, K. W. und SEVERA, F. (2006): Der Kosmos Käferführer - Die Käfer Mitteleuropas. 5. Aufl., Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart.

KÖHLER, F. (1996): Käferfauna in Naturwaldzellen und Wirtschaftswald, hrsg. Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten /Landesamt für Agrarordnung NRW, LÖBF-Schriftenreihe, Band 6.

MÖLLER, G.; R. GRUBE & E. WACHMANN (2006): Der Fauna-Käferführer I - Käfer im und am Wald. Fauna Verlag, Nottuln. 334 S.

CD-ROM: REITTER, E. (1908 bis 1916): Fauna Germanica - Die Käfer des deutschen Reiches. Neusatz und Faksimile der 5-bändigen Ausgabe. Stuttgart - Directmedia • Berlin 2006. Digitale Bibliothek Band 134.

TRAUTNER, J.; K. GEIGENMÜLLER & U. BENSE (1989): Käfer beobachten, bestimmen. - Melsungen: Neumann-Neudamm. 417 S.

ZAHRADNIK, J. (1985): Käfer Mittel- und Nordwesteuropas. Paul Parey - 498 S.


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Weitere Informationen zu Käfern (Coleoptera) im Internet

AG Rheinischer Koleopterologen (www.koleopterologie.de): Die Seite zum Thema Käfer. Links, Veröffentlichungen, Termine, Fotogalerie

Bockkäfer/Cerambycidae: Englischsprachige Seite, 620 Arten, Artenlisten, biologische Infos, Fotos...


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