|
|
|
|
| Erdkröte - Bufo bufo (LINNAEUS, 1758) |
|
Artenprofil von Axel Steiner |
Systematische Einordnung
|
| Stamm: | Wirbeltiere (Vertebrata)
|
| Klasse: | Lurche (Amphibien)
|
| Ordnung: | Froschlurche (Anura)
|
| Familie: | Kröten (Bufonidae)
|
Fotos (© Axel Steiner)
|
Breckerfeld, Ennepetal
|
|
 (xxl-Foto) Weibchen 29.10.2005 |
 (xxl-Foto) 24.03.2005 |
 (xxl-Foto) junge Erdkröte 12.04.2006 |
| Klick auf die kleinen Bilder oder xxl-Ansicht möglich |
 (xxl-Foto) Pärchen 1 2 24.03.2005 |
 (xxl-Foto) Pärchen 24.03.2005 |
 (xxl-Foto) Aufsicht 22.04.2006 |
| Besondere Merkmale |
Die Erdkröte ist die größte und häufigste europäische Krötenart.
Adulte: Warzige Haut, waagerechte dunkle Pupille umgeben von einer kupferfarbenen Iris, braune Oberseite, weißlichgraue Bauchseite, hinter den Augen erhabene halbmondförmige Ohrdrüsen
Die Lautäußerungen des Männchens können Sie sich hier beim NABU anhören.

Schön zu erkennen: die warzige Haut der Erdkröte (22.04.2006)
Larven: schlüpfen nach 2-3 Wochen, klein und schwarz, Länge zwischen 0,3/0,5 und 3,5 cm, Entwicklungsdauer = 2-3 Monate, Schwanzende deutlich gerundet und Atemloch gerade nach hinten gerichtet (Merkmal aller echten Krötenlarven)
Eier/Laich: Laichschnüre am Gewässergrund oder zwischen Wasserpflanzen, Eigröße = 1,5-2 mm, Eihülle bandförmig in meist 2 Reihen (maximal vierreihig), Ei-Färbung = ganz schwarz
Körperlänge: Männchen: bis 8 cm, Weibchen: bis 15 cm
|
| Lebensraum |
Erdkröten laichen in den meisten Fällen in Teichen ab, die dauerhaft Wasser führen. Tümpel, Gräben, Bäche, Seen, Betonbecken, Überschwemmungsgebiete und Baggerseen spielen eher eine untergeordnete Rolle. Gerne werden Fischteiche ausgewählt. Das liegt daran, dass Erdkröten-Larven von den meisten Fischarten aufgrund ihres bitteren Geschmacks nicht gefressen werden. Andere Fressfeinde der Erdkröte werden jedoch von den Fischen dezimiert.
Außerhalb der Laichperiode bewohnt die Erdkröte Wälder, Gärten, Wiesen, Acker- und Brachland, aber auch Ballungsräume, sofern dort Laichgewässer vorhanden sind. Erdkröten können sich über 2 km von ihrem Laichgewässer entfernen. Damit verfügen sie über den größten Aktionsradius aller Amphibienarten.
Diese Erdkröte gräbt sich gerade rückwärts in den Schlamm und macht sich unsichtbar (Ein Klick auf das Bild zeigt den Ablauf)
|
| Biologie und Lebensweise |
Die kleinen Männchen lassen sich häufig ohne nennenswerte Behinderung des viel größeren Weibchens über Hunderte von Metern zum Laichgewässer huckepack tragen (vgl. Fotos 4a, 4b und 5). Die Männchen halten sich mit Hilfe von schwärzlichen, hornigen Brunftschwielen an der Innseite der ersten drei Finger sehr fest in diesem Klammergriff. Anhand dieser Brunftschwielen sind Männchen (abgesehen von der Größe) von Weibchen zu unterscheiden. Wenn es den Männchen gelingt frühzeitig ein Weibchen zu umklammern hat es gegenüber den Kontrahenten am Laichgewässer einen großen Vorteil
Das Ablaichen findet meist in geringer Wassertiefe statt. Dabei werden die Laichschnüre um Wurzeln, Zweige oder Wasserpflanzen gespannt. Direkt am Gewässerboden liegender Laich entwickelt sich nur selten.
Die Weibchen können bis zu 6000 Eier in meist zweireihigen bis zu 5 m langen Laichschnüren abgeben. Die Eier sind von einer quellfähigen Gallerthülle umgeben, die die Eier vor Pilzbefall schützen.
Die Männchen, die sich nach wie vor am Weibchen festklammern geben während der Eiabgabe des Weibchens ihren Samen in das Wasser ab und vollziehen somit eine äußere Befruchtung. Wenn es mehreren Männchen gelingt ein Weibchen zu umklammern kann dieses ertrinken.
Die Larven schlüpfen nach 12-18 Tagen und entwickeln sich in 3-4 Monaten. Die Jungkröten wechseln an Land und sind etwa 1 cm groß.
Junge Erdkröte (Ein Klick auf das Bild zeigt die xxl-Variante)
Erdkröten sind vorwiegend nachtaktiv und verlassen ihre Tagesverstecke erst bei Einbruch der Dämmerung. Lediglich zur Zeit der Fortpflanzung kann man sie auch tagsüber beobachten.
 Opfer des Straßenverkehrs - Vorsicht nichts für zarte Gemüter! (Klick auf das Bild zur xxl-Ausgabe)
Die Laichwanderung beginnt meist ab Mitte März und ab Mitte April wandern die ersten Weibchen, die bereits abgelaicht haben, zurück.
Erdkröten müssen bis zur Geschlechtsreife ein Alter von 2-4 Jahren erreichen.
Die größte Gefahr für die Erdkröten stellt der Straßenverkehr dar, dem jedes Jahr tausende von ihnen zum Opfer fallen. Vielerorts versuchen Naturschützer die alljährlichen Amphibienwanderungen in geschützte Bahnen zu lenken. Straßensperrungen, Krötenzäune und Krötentunnel sind einige der Versuche, die Verluste in Grenzen zu halten. Weitere Infos
hier beim NABU.
Auch diese Erdkröten erwartet im Straßenverkehr ein ungewisses Schicksal (Klick auf die Bilder zum xxl-Bild)
Erdkröten vertilgen große Mengen an Tieren, die der Mensch eher als "schädlich" bezeichnet. Somit kann sich glücklich schätzen, wer einige Exemplare in seinem Garten beherbergt!
|
| Nahrung |
Zur Nahrung gehören Würmer, Schnecken, Asseln, Spinnen und Insekten.
|
| Verbreitung in D |
Erdkröten sind in ganz Deutschland nahezu flächendeckend verbreitet. Hier auf erdkroete.de kann die deutschlandweite Verbreitungskarte eingesehen werden.
|
| Verbreitung in NRW |
Die mehr oder weniger flächendeckende Verbreitung der Erdkröte wird anhand der Verbreitungskarte von
Herpetofauna NRW deutlich. Auch in NRW vermutlich die häufigste Amphibienart.
|
| Benutzte Literatur |
DIESENER, G./REICHHOLF, J. (1986): Lurche und Kriechtiere - Mosaik Verlag GmbH, München. 287 S.
JEDICKE, E. (1992): Die Amphibien Hessens - Ulmer, Stuttgart. 152 S.
STICHMANN, W. (2006): Der große Kosmos-Naturführer "Tiere und Pflanzen". Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart. 895 S.
Zur Buchliste weiterer interessanter Amphibien/Reptilien-Bücher auf www.natur-in-nrw.de
|
| Weitere Informationen zu Kriechtieren (Amphibien und Reptilien) im Internet |
erdkroete.de
NABU Amphibien- und Reptilienschutz
Herpetofauna NRW
Zur Linkliste weiterer interessanter Amphibien-/Reptilien-Internetseiten auf www.natur-in-nrw.de
|
|