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Ausgewählte Neuerscheinungen der letzten Jahre

Ich bemühe mich darum, hier immer die neueste Literatur zu den verschieden Artengruppen aufzulisten.
Falls empfehlenswerte Literatur fehlt wäre ich für eine E-Mail sehr dankbar!

Ein Klick auf das Bild führt Sie zur Bestellung, bei einem Klick auf den Text können Sie in meinen Literaturlisten weitere Informationen (Inhaltsangaben/Rezensionen) zum Buch erhalten.

Bei den online lieferbaren Büchern ist oft zum Internetbuchhändler Amazon verlinkt. Das spart Ihnen die Sucherei und Sie können mich und meine Seite unterstützen, da geringfügige Anteile des Verkaufspreises an mich überwiesen werden. Ihnen entstehen dadurch keine Zusatzkosten und in den meisten Fällen berechnet Amazon nicht einmal Versandkosten! Der Bestellvorgang muss allerdings direkt nach dem Wechsel nach Amazon durchgeführt werden.
Neu ist jetzt die Möglichkeit Büchergutscheine direkt online auszudrucken. Ein schönes Geschenk auf den letzten Drücker!

"Kräuterwissen aus alter Zeit" von Burkhard Bohne (2011), Kosmos (Franckh-Kosmos)

Dieses Buch - geschrieben von einem echten Kenner der Materie - hat mir sehr gut gefallen. Die frische Aufmachung mit vielen tollen Fotos mit Liebe zum Detail und farbigen Abbildungen, dem gefälligen Design und dem lesefreudigen zweispaltigen Text machen Lust auf einen Exkurs durch die Geschichte der Kräutergärten. Gerne folgt man dem Autor durch die Antike, den Pflanzen der Bibel, entlang des Wissens der Kelten, bis hin zu den Gärten des Mittelalters und den Bürger-, Bauern-, Pfarr- und Apothekergärten. Interessante Aufstellungen, wie z. B. Kräuter die in keinem Bauerngarten fehlen dürfen, die Symbolik der Pflanzen oder Empfehlungen zu Pflanzennachbarschaften für Mischkulturen liefern Detailwissen. Viele Tipps zu den Grundlagen des Kräutergärtnerns, die Anlage, Beetformen usw. sind sehr hilfreich. Das Kapitel über die Kräuterküche kommt sehr appetitlich daher und macht Lust auf das Nachkochen der Rezepte. Informationen über medizinische Anwendung in Tees, Likör, Wein, Ölen und Salben ermöglichen z. B. die Herstellung von wertigen Geschenken aus dem eigenen Garten. Ausführlich werden dann eine Reihe von Kräutern jeweils auf 2 Buchseiten mit Infos zur Historie und Tipps zum Anbau, der Ernte und der Anwendung (einschließlich einiger Rezepte) vorgestellt.

Fazit: Ein schönes Büchlein über Kräuter, dass einerseits Lust aufs Lesen aber auch andererseits Lust auf das Anlegen eines eigenen kleinen Kräutergartens macht. Dazu werden praktische Tipps zur Anlage und Auswahl geeigneter Pflanzen geliefert. Anhand der gut lesbaren Texte spürt man, dass Herr Bohne einen Großteil seines Arbeitslebens damit verbringt sein umfangreiches Fachwissen in Führungen, Kräuterkursen, Zeitungskolumnen, Workshops oder Lesungen an den interessierten Kräuterfreund zu vermitteln. Für Pflanzen-, Garten- und Kräuterfreunde jeglichen Vorwissens eine schöne Lektüre und sehr empfehlenswert.

"Das neue Handbuch der Heilpflanzen: Botanik, Drogen, Wirkstoffe, Anwendungen von Ingrid & Peter Schönfelder (2011), Kosmos (Franckh-Kosmos)

Bevor es hier zu Missverständnissen kommt möchte ich direkt vorwegschicken, dass mit dem Begriff "Droge" im pharmazeutischen Sprachgebrauch völlig wertneutral pflanzliche, getrocknete und unverarbeitete Substanzen gemeint sind.
Nach einleitenden Kapiteln - u. a. auch zur Teebereitung, Wirkstoffen und einer kleinen Einführung in die Homöopathie, geht es an die Vorstellung von immerhin 750 Pflanzenarten aus der ganzen Welt. Zahlreiche schöne historische Farbabbildungen sorgen für den, oft mit dem Thema Heilpflanzen einhergehenden, "Hauch von Mittelalter". Die Heilpflanzen sind nach ihrem wissenschaftlichen Artnamen sortiert, sind aber auch über das umfangreiche Inhaltsverzeichnis über ihren gängigen deutschen Artnamen auffindbar. Die einzelnen Pflanzenartenprofile enthalten Informationen zur Größe der Pflanze, der Lebensform und der Blütezeit. Die Texte werden übersichtlich in die Sparten Botanik (Beschreibung der Pflanze), Vorkommen (Standortsangaben und Verbreitung), Drogen (Benennung der genutzten Pflanzenteile), Wirkstoffe (Inhaltsstoffe) und Anwendung (auch homöopathische Anwendungsgebiete) unterteilt. In zusätzlichen Infokästen werden weitere wissenswerte Detailinformationen, wie z. B. Anleitungen zur Teezubereitung, geliefert. Oft finden sich auch Fotos der getrockneten Drogen. Die Heilpflanzen werden meist in einem Foto oder einer farbigen Abbildung vorgestellt. Diese Abbildungen alleine reichen zu einer zweifelsfreien Identifikation der Pflanzenart in der Regel nicht aus, so dass es sich nicht um ein Bestimmungsbuch sondern vielmehr um ein Nachschlagewerk handelt.

Fazit: Für diesen Preis hat dieses 2,3 kg schwere Buch im Lexikonformat ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein gelungenes, überaus reich bebildertes, Nachschlagewerk, dass ausführlich über die wichtigsten Heilpflanzen aus aller Welt informiert und in keinem Heilpflanzenliebhaber-Regal fehlen sollte. Für Pflanzeninteressierte jeglichen Wissensstandes sehr empfehlenswert!

"Am Fluss und See: Natur erleben - beobachten - verstehen" von Andreas Jaun (2011), Haupt-Verlag

Für dieses Buch gilt ebenfalls das bereits für die in der selben Reihe beim HAupt-Verlag erschienenen Bücher "Auf der Wiese" und "Im Wald" gesagte. Hier nun die Kurzfassung.
Kurze aber interessante Texte werden mit Hilfe eines "Mitmach-Konzeptes" auf moderne Art und Weise vermittelt. Dabei kommen sehr schöne Fotos und Zeichnungen zum Einsatz. Um Antworten auf gestellte Fragen zu bekommen muss man im Buch Hin-und-Her-Blättern. Beobachtungstipps machen Lust auf den nächsten Besuch an einem Fluss oder See und es gibt sehr schöne im Internet abrufbare Ergänzungen zum Buch in Form von zusätzlichen Texten, Fotos, Sound- oder Videodateien. Ob das Wissen über die nach Jahreszeiten aufgeteilten Wissenslektionen über Nahrungsnetz, Ringelnatter, Eisvogel, Nachtexkursionen, Libellen, Wasserspinnen, Biber, Fische, Wasserkäfer, Wasservögel, Weichtiere, Überwinterungsstrategien der Wasserbewohner usw. tatsächlich erlernt wurde kann in Form eines kleinen Quiz überprüft werden. Für 4,99 € kann man sogar ein App zum Buch aus dem Internet (App Store) herunterladen!

Fazit: Wenn man sich daran gewöhnt hat, dass diese Bücher das passive Lesen eher nicht zum Ziel haben, sondern dass hier ein Mitmach- und Mitdenk-Prinzip gilt, sind diese Bücher etwas wirklich Neues. Vielleicht sehen in der Zukunft alle Wissenschaftlich orientierten Bücher so aus? Vielleicht wird es ja endlich Zeit sich mit der Zukunft schon heute zu beschäftigen :-)
Geeignet für alle Alters- und Wissensstufen.

"Die Kunst des Nestbaus im Vogelreich" von Peter Goodfellow (2011), Haupt-Verlag

Von der einfachen Nestmulde, über Baumhöhlen, Erdröhren, Plattformnester, Schwimmende oder napfförmige Nester, Kugel- oder Lehmnester, gewebte Hängenester, Haufennester, Kolonien, Gemeinschaftsnester bis hin zum aufwändig dekorierten Laubennest, werden in liebevoll mit Fotos, detaillierten Skizzen und anderen Abbildungen illustrierten Fallbeispielen die jeweiligen Vogel-Nesttypen vorgestellt. Rennvögel, die Tierdung sammeln um ihre Eier zu tarnen, Doppelhornvögel, die sich zum Schutz der Brut selber miteinmauern, Kolibris, die ihr Nest mit Spinnweben stabilisieren, Siedelweber, die in bis zu 7,5 x 4,5 x 1,5 m (!) großen Gemeinschaftsnestern leben und viele weitere unglaubliche Geschichten, wie die von den Eichelspechten, erfährt der Leser eingerahmt von sehr anschaulichen Illustrationen. Meine Lieblingsseiten handeln von der Schwanzmeise, die für ihr Nest-Kunstwerk 3000 Flechtenflocken, über 600 Spinnen-Eikokons, ca. 300 Moosteilchen und etwa 1500 Federn verbaut.

Fazit: Auch wenn viele der vorgestellten Vogelarten nicht in Deutschland heimisch sind ist dieses Buch, hinsichtlich der Textinformationen und der tollen optischen Umsetzung hinsichtlich Design, Fotos, Zeichnungen und weiteren Abbildungen, absolut empfehlenswert! Ein echter Hingucker und ein schönes wertiges Geschenk für jeden Vogelfreund.

"Natur erleben - Nordrhein-Westfalen: Erlebnisführer Naturlandschaften" von Achim Nöllenheidt & Juliane Jung, Verband Deutscher Naturparke e.V. (Hrsg.) (2011), Klartext-Verlag

In diesem Buch werden alle 14 NRW-Naturparke (Arnsberger Wald, Bergisches Land, Diemelsee, Dümmer, Ebbegebirge, Hohe Mark-Westmünsterland, Deutsch-Belgischer Naturpark Hohes Venn/Eifel, Homert, Schwalm-Nette, Rheinland, Rothaargebirge, Siebengebirge, Terra.vita, Teutoburger Wald/Eggegebirge) und der einzige Nationalpark (Eifel) auf jeweils 20-30 Seiten vorgestellt. Dabei werden kulturgeschichtliche Fakten, Kontaktadressen (Internetangebote, Telefonnummern, Öffnungszeiten, Eintrittspreise, Übernachtungsmöglichkeiten), Erlebnistouren mit schematischen Wanderplänen, Sehenswürdigkeiten, kulinarische Highlights, Tipps zu Freizeitunternehmungen (Bäder, Saunaparks, Biohöfe, Höhlenführungen, Tierparks, Sportevents (Fahrradtouren, Kletterparks, Kanufahren, Ballonfahren, Nordic Walking, Reiten), Infos zu Naturschutzstationen (Wald-, Bienenlehrpfade usw.) in akribischer Feinarbeit präsentiert. Zahlreiche Fotos peppen das Buch auch optisch auf.
Bei einigen Nationalparks fehlen mir allerdings aus "biologischer Sicht" genauere Angaben zur möglicherweise anzutreffenden Tier- und Pflanzenarten und die mitgelieferten Routenpläne wären mir etwas zu grob gehalten, um mich vor Ort darauf zu verlassen. Da aber genügend Kontaktadressen angegeben sind, kann man sich bei tiefergehendem Interesse schnell weitere Informationen einholen.

Fazit:
Ein einzigartiger Überblick über alle wichtigen National- und Naturparks in NRW. Für mich ist dieses Buch eine tolle Sammlung von Ausflugstipps für das Wochenende oder einen Kurzurlaub. Das praktische Format ermöglicht es dabei den Erlebnisführer jederzeit mit auf die nächste Ausflugstour zu nehmen. Als Ideengeber und Einstieg sehr empfehlenswert!

"Die Schneckenfauna der Schweiz: Ein umfassendes Bild- und Bestimmungsbuch" von Cristina Boschi, Markus Kappeler & Karl Martin Tanner (2011), Haupt-Verlag

Rezension von PHD Peter Jauernig (Österreich):
Endlich gibt es mit der „Schneckenfauna der Schweiz“ seit 1989 wieder ein Standardwerk zur Bestimmung von mitteleuropäischen Schnecken-Arten und erstmals ein umfassendes Buch für den speziellen Schweizer Raum. Angenehm ist, dass das Buch die Grätsche zwischen wissenschaftlichem Anspruch und Benutzbarkeit durch den Laien tatsächlich geschafft hat. Die neuartige strukturierte Anordnung der Bilder – links Foto oder Zeichnung formatfüllend und rechts die Beschreibung mit weiteren Bildern (sowohl Gehäuse als auch lebendes Tier!) und Verbreitungskarte - ist hilfreich und angenehm für die Bestimmung, besonders gut haben mir die Aufnahmen in Originalgröße auf der linken Seite unten gefallen. Man bekommt dadurch wirklich einen guten Eindruck von dem Tier. Die ausführlichen Angaben über die Lebensweise, Vorkommen und Verbreitung runden das Bild ab.
Auf die Charakterisierung von Lebensräumen durch Schnecken-Faunen wurde zwar hingewiesen, aber die Zuordnung von Arten mit engen Ansprüchen in ihrer Eigenschaft als Anzeiger auf die für sie typischen Lebensräume wurde dann doch nicht zu Ende geführt.
Wissenschaftlich hat sich das Autorenteam um die laufende Diskussion um die problematische Stellung der Egelschnecken ausreichend gekümmert, ebenso schwierige und spannende Gruppen wie die Schließmundschnecken wurden dagegen aber recht konservativ abgehandelt.
Anatomische Zeichnungen, die für die fachmännische Bestimmung und Differenzialdiagnostik wichtig sind, wurden in einer erstmalig übersichtlichen Weise am Ende des Buches gesammelt dargestellt.
Für die Bestimmung der mitteleuropäisch, europäisch und weiter verbreiteten Arten ist das Werk auch für Nicht-Schweizer oder Schweizreisende eine unverzichtbare Hilfe. Von den lokalen Mollusken wurden zwar alle Gastropoden – Wasser- und Landschnecken – berücksichtigt, nicht jedoch die Muscheln, was in dieser Form wahrscheinlich den Rahmen gesprengt hätte, aber dem passionierten Weichtierkundler sicherlich fehlen wird.
Alles in allem eine Pflichtlektüre für den interessierten Naturfreund und auch für den Mollusken-Forscher. Als Bestimmungshilfe im Feld leider durch die unhandliche Größe und das hohe Gewicht eher weniger geeignet. Es besticht jedoch als Nachschlagewerk durch Übersichtlichkeit und ist auch aufgrund seines Detailreichtums und der umfangreichen fachlichen Informationen als Einstiegshilfe für den Anfänger bestens geeignet.





Das Bestimmungsbuch kostet für NABU-Mitglieder 10 €, für Nicht-Mitglieder 15 €; die CD für NABU-Mitglieder 3 €, für Nicht-Mitglieder 5 €, hinzu kommt eine Pauschale für Porto und Verpackung.

"Amphibien- und Reptilien-Geländeschlüssel für Rheinland-Pfalz - Alle 18 Amphibien- und 11 Reptilienarten in Rheinland-Pfalz sicher bestimmen" von Dietmar Glitz (2011), NABU Rheinland-Pfalz

Für dieses Buch und die darin enthaltene CD-ROM möchte ich hiermit intensiv Werbung machen! 2 Jahre nach dem ebenfalls rundum überzeugenden Libellen-Geländeschlüssel gibt es nun von Herrn Glitz auch ein Werk zu den Amphibien- und Reptilienarten von Rheinland-Pfalz. Dieses besteht ebenfalls aus einem Büchlein (158 S.) und einer CD-ROM. Auf der CD-ROM befinden sich 6 pdf-Dateien, die es in sich haben. Auf stolzen 714 Seiten werden Hunderte ausgezeichneter Fotos gezeigt, welche die Amphibien- und Reptilienarten in allen erdenklichen Lagen und Färbungsvarianten zeigen. Es geht los mit 214 Seiten "Lernprogramm Amphibien". Fantastische Fotos mit jeweiliger Angabe der artspezifischen Bestimmungsmerkmale stellen eine unschätzbare Vergleichsdatenbank dar. Endlich sieht man mal die Fersenhöcker der Arten - die gerne in Bestimmungsschlüsseln hinzugezogen werden - in Großaufnahmen. Ferner sind im pdf-Dokument abrufbare Sound-Dateien eingebettet. Weiter geht es mit 112 Seiten Vorstellung typischer Amphibienbiotope, um eine Idee davon zu bekommen mit welchen Arten man an welchem Gewässer zu rechnen hat. Auf 72 weiteren Seiten werden Schutzmaßnahmen, wie Krötentunnel, Kleingewässeranlage, empfohlene Beweidungsarten, Freisägen von Laichgewässern usw. vorgestellt. Nach dem gleichen Schema werden auch vorbildlich die Reptilien in 3 pdf-Dateien (168 Seiten Lernprogramm; 83 Seiten Biotope; 38 Seiten Schutzmaßnahmen) gezeigt.
Highlights des Buches sind die mit anschaulichen Zeichnungen versehenen Bestimmungsschlüssel der Reptilien- und Amphibienfamilien und -arten. In den Bestimmungsschlüsseln wird im Zweifelsfall auf 177 Fotos (114 Amphibien, 63 Reptilien) verwiesen, die sich im Anhang des Buches befinden, so dass man sich nach einem gezielten Nachblättern entscheiden kann. Tabellarische Schnellübersichten (Grün-, Braunfrösche, Kröten, Salamander, Molche, Eidechsen, Schleichen, Nattern, Vipern) zeigen auf einen Blick nochmals alle wichtigen Bestimmungsdetails.

Fazit: Der Buch-/CD-ROM-Doppelpack ist für alle Naturschützer aus der Praxis und Naturfreunde, die sich mit Amphibien und/oder Reptilien beschäftigen als Goldgrube zu betrachten. Ein klein wenig schade finde ich zwar, dass die Ei- und Larvenstadien eine sehr untergeordnete Rolle spielen. Diese Lücke hätte sicherlich auch noch geschlossen werden können. Dennoch gibt es nirgendwo eine dermaßene Fülle an hervorragendem Fotomaterial in Kombination mit äußerst verständlichen und bedienungsfreudig gestalteten Bestimmungsschlüsseln - und das auch noch für diesen unschlagbar niedrigen Preis - zu kaufen. Als Bonus gibt es dann noch die Sounddateien in den pdfs und da in diesem Buch auch alle NRW-Arten behandelt werden gibt es eigentlich keinen Grund dieses Buch nicht zu kaufen!

"Bäume: Die Wald- und Gartenbäume der Welt" von Hugh Johnson (2011), Haupt-Verlag

Johnson übermittelt in diesem Buch in verständlichen Texten, die oft augenzwinkernd zum Schmunzeln anregen, auf höchst angenehme Weise Wissen über Bäume. Historische Abbildungen gehen einher mit wunderschönen Fotos. Er lässt uns an seinem enormen Wissen teilhaben und ergänzt - 37 Jahre nach der ersten Ausgabe dieses Buches - sein Werk und bringt es auf einen tollen aktuellen Stand. Wer steife Texte gewohnt ist sollte die Finger von diesem Werk lassen. Liebevolle Formulierungen wie "Verglichen mit einer steif-korrekten, stacheligen Fichte, ist eine Douglasie ein freundlicher Baum mit weichem Griff und das trotz all der Pferdestärken unter ihrer Haube." oder "Normalerweise ist sie eher schlaff und missmutig, aber auch Lawsons Scheinzypresse hat ihre fröhlichen Augenblicke." oder geradezu Poetisches zur Birke, wie "Meiner Meinung nach ist die Birke weder als Alleenbaum geeignet noch als Begrünung für Plätze. Birken sind vielmehr Lückenfüller der Natur - schnell wachsend und kurzlebig, eher anmutig als massig und würdevoll. Es liegt im Wesen dieses zarten, femininen Baumes, der von alters her im Frühling als Symbol der Fruchtbarkeitsgöttin gefeiert wurde, nicht ganz von dieser Welt zu sein. Die Birke strahlt eine fast traumwandlerische Unbekümmertheit aus."
Bevor ich glücklicherweise dieses Buch in die Hand bekommen habe, wusste ich nicht wie gut man Bücher über Bäume machen kann. Das Buch ist jedoch kein Bestimmungsbuch. Aber es stellt alle wichtigen Baumfamilien in 800 durch die Bank exzellente Fotos, 300 liebevoll gestalteten Farbillustrationen und einem Text der zum Lesen einlädt, vor! Ausgesprochen Nützliches gibt es natürlich auch noch, als da z. B. wären: eine 12-Monats-Abfolge von dekorativen Blüten, Früchten und Blättern (ca. 100 Arten); eine Tabelle der Baumentdeckungen und die Angabe der Jahreszahlen ihrer Einführung auf den Britischen Inseln; eine Anleitung zur Auswahl von Bäumen nach Form, Farbe, Eigenschaften und Ansprüchen; eine Liste, welche die Bedeutung der lateinischen Namen erklärt; ein Verzeichnis mit allen Baumarten und stichwortartiger Kurzbeschreibung usw.

Fazit: Ein tolles Buch für Baum-Freunde und ein exquisites Geschenk, mit dem sie in dieser Zielgruppe aber auch überhaupt nichts verkehrt machen können! Mit diesem Buch ist Johnson eine schon fast intime Liebeserklärung an die Bäume gelungen. Johnson setzt mit diesem Buch - ähnlich wie bei seinen Wein-Expertisen - ganz hohe Maßstäbe, die nicht so schnell getoppt werden können!

"Grundkurs Amphibien- und Reptilienbestimmung: Beobachten, Erfassen und Bestimmen aller europäischen Arten" von Dieter Glandt (2011), Quelle & Meyer

Nach einleitenden Worten zu Amphibien und Reptilien werden in einem interessanten Kapitel zahlreiche europäische Lebensräume der Amphibien und Reptilien in Wort und Bild vorgestellt. Unter den Fotos wird praktischer Weise kurz aufgelistet mit welchen Arten an diesem Biotoptyp zu rechnen ist. Besonders ausführlich ist auch das Kapitel über Feldmethoden für Amphibien gehalten. Tipps zum Beobachten, Laichballenzählungen, notwendigen Kleingeräten, Handfang, Festlegen von Probeflächen, Kescherfang, Wasser- und Bodenfallen, Akustischen Nachweismethoden, Registrierung, Markierung, Chytridpilz lassen das Herz eines jeden Naturfreunds höher schlagen. Das gab es in der Form noch nicht zu lesen! Eine vom Buchautor mitentwickelte und sehr empfehlenswerte Wasserfalle - die BIM-Reuse - wird genauer in anschaulichen Fotos vorgestellt, gleiches gilt aber auch für andere Fallentypen. Die Feldmethoden für Reptilien werden ähnlich ausführlich behandelt.
Mit diversen Bestimmungsschlüsseln für den Laich und die Larven der Frosch- und Schwanzlurche sollte dank der unzähligen Fotos eine Bestimmung möglich sein. Bei weiteren Schlüsseln sind optische Hilfsmittel (z. B. ein Stereomikroskop) notwendig. Hier werden textbasiert und unterstützt durch Zeichnungen die Mundfeldstrukturen der Froschlurchlarven gezeigt. Natürlich können auch die erwachsenen Schwanz- und Froschlurche mit Hilfe von bebilderten Bestimmungsschlüsseln identifiziert werden. Bei kritischen Fällen werden entscheidende Merkmale ähnlicher Arten tabellenförmig gegenübergestellt. Auch Schildkröten, Echsen (Gekkos, Chamäleons, Schleichen, Skinke, Eidechsen) und Schlangen (Sandboas, Nattern, Vipern) werden ähnlich souverän behandelt. Eine ganze Reihe an Karten zeigen welche Echsen- oder Vipernarten in welcher Region vorkommen. Ein Kapitel mit Tipps zur Auswertung und Darstellung von Kartierungsergebnissen runden das rundum gelungen Buch ab.

Fazit:
Das Buch versteht sich als Ergänzung zu dem bereits im Vorjahr erschienen Buch "Taschenlexikon der Amphibien und Reptilien Europas. Alle Arten von den Kanarischen Inseln bis zum Ural" vom gleichen Autor. Beide Bücher greifen perfekt ineinander. Eine Bestimmung sollte mit diesem Buch gelingen und weitergehende Informationen kann man dem ergänzenden Buch entnehmen, dessen Aufbau mir persönlich nicht so gefallen hatte. Als Nachschlagewerk ist es aber sehr gut geeignet. Meine Empfehlung geht also in die Richtung sich in jedem Fall beide Bücher zuzulegen. Amphibien- und Reptilienfreunde aller Vorwissensstufen werden sich an diesen Doppelpack erfreuen!



EUR 25,00
Bestellungen hier!

"Taxonomie für die Praxis. Bestimmungshilfen - Makrozoobenthos (1), LANUV-Arbeitsblatt 14" von Brigitta Eiseler (2010), Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen

Direkt vorneweg. Dieses Buch im DIN-A4-Format hätte ich zu Zeiten meiner eigenen Gewässeruntersuchungen (Gewässergütebestimmung) sehr sehr gerne genutzt. Bei der Bestimmung von Gewässertierchen steht der Anfänger sehr oft bei der Nutzung von den herkömmlichen Bestimmungsschlüsseln vor der Frage wie die beschriebenen Unterscheidungsmerkmale denn wohl gemeint sein mögen. Wie schön, dass man sich diese kritischen Fälle nun in exzellenten Makroaufnahmen an Originaltieren ansehen kann. Das erleichtert den Entscheidungsprozess enorm und erhöht das Tempo und die Sicherheit einer Bestimmung. Immerhin 572 scharfe Fotos (sofern ich richtig gezählt habe...), die teilweise in den mikroskopischen Bereich hineinreichen, zeigen exakt genau das was man sehen muss. Hilfreiche Bestimmungstipps (in der Regel exakt die Stellen wo es schief gehen kann) versehen mit dem Hinweis "Achtung" unterstützen die informativen Texte und tollen Präparat- aber auch Lebendfotos. Einige schematische Zeichnungen verdeutlichen z. B. den komplizierten Bauplan der Amphipoden. Artenlisten zeigen das Artenspektrums NRWs auf und informieren somit über die hierzulande zu erwartenden Arten. Das verhindert ebenfalls Fehlbestimmungen, da Alpen- oder Küstenarten, die in deutschlandweit gültigen Bestimmungsschlüsseln mit aufgeführt sind, nicht berücksichtigt werden.

Fazit: Wer sich mit der biologischen Untersuchung von Gewässern (Stichwort Gewässergüte/Saprobienindex) wissenschaftlich oder als Laie auseinandersetzt sollte sich dieses Buch dringend anschaffen! Ein tolles Buch, bei dem man nur inständig hoffen kann, was der Titel "Bestimmungshilfen - Makrozoobenthos (1)" vermuten läßt - nämlich, dass dem ersten auch wirklich ein zweiter Band folgen wird. Es gäbe da ja noch z. B. die Köcherfliegen abzuarbeiten...
Umso besser, dass man sich das ganze Buch auch downloaden kann (folgen Sie dem Link)...



25,00 €
Bestellungen hier!

"Verbreitungsatlas der Steinfliegen (Plecoptera) in Nordrhein-Westfalen - LANUV-Fachbericht 23" von Brigitta Eiseler & Klaus Enting (2010), Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen

Endlich wurden die NRW-Steinfliegen in NRW eingehender untersucht und allesamt in einem sehr schönen Buch vorgestellt. Auf 177 Seiten werden alle 65 in NRW vorkommenden Steinfliegenarten mit Verbreitungskarten, in ausführlichen Texten, mit Infos zu Kennzeichen, Ökologie, Verbreitung, Flugzeit und einer Diskussion der Gefährdungssituation behandelt. Schöne Fotos (109) zeigen einige Larven oder Adulte, typische Biotope oder bestimmungsrelevante Makrodetails. Ferner werden die NRW-Naturräume beschrieben und kritische Arten erwähnt. Weitere Kapitel informieren über die Biologie und Ökologie der Steinfliegen im Allgemeinen oder zeigen Gefährdungssituationen und mögliche Schutzmaßnahmen auf. Im Buch selber wird angesprochen, dass die Verbreitungskarten insbesondere im Tiefland noch sehr lückenhaft bearbeitet sind. Das sich in den nächsten Jahren am Bearbeitungsstand hoffentlich noch einiges tun wird ist aber zu erwarten. Gerade in den grenznahen Gebieten zur Niederlande ist mit weiteren Arten zu rechnen. Das Buch macht in jedem Fall Lust darauf die eine oder andere Verbreitungslücke zu schließen und sich der Steinfliegenfauna der benachbarten Bäche anzunehmen. Etwas schade ist, dass relativ wenige Arten auch als ausgewachsene Steinfliegen zu sehen sind. Das liegt aber sicher daran, dass eine Fotobestimmung in vielen Fällen gar nicht möglich ist. Dieses Buch ist jedem Naturfreund, der sich mit biologischen Gewässeruntersuchungen beschäftigt oder der sich für Steinfliegen interessiert sehr ans Herz zu legen. Umso besser, dass man sich das ganze Buch auch downloaden kann (folgen Sie dem Link)...

Bestimmung wirbelloser Tiere: Bildtafeln für zoologische Bestimmungsübungen und Exkursionen von H.-J. Müller (Autor) & Rudolf Bährmann (Herausgeber); 2011; 6. neu bearbeitete Auflage; Spektrum Akademischer Verlag

Ich habe DEN "Müller" bereits in seiner 2. Auflage (1990) kennengelernt. Inzwischen wird das Buch in der 6. Auflage von Rudolf Bährmann herausgegeben und enthält 110 Seiten und viele teilweise auch verfeinerte Zeichnungen mehr. Hinzugekommen sind Artengruppen wie z. B. Gallen, Blattläuse, Milben und umfangreichere Ergänzungen, wie bei den Spinnen (Spinnennetze), Geradflüglern oder den Köcherfliegen. Ferner gibt es kurze einleitende informative Textkapitel zu den Artengruppen. Die gezeigten Merkmale, in den konsequent auf Schemazeichnungen setzenden Bildbestimmungsschlüsseln, sind meist mit dem Auge oder der Lupe erkennbar - an wenigen Stellen zeigt ein kleines Mikroskop jedoch an, dass diese Merkmale ohne stärkere Vergrößerungsfaktoren nicht erkennbar sind.

Fazit: Wer je mit auf Texten basierenden Bestimmungsschlüsseln gearbeitet hat, weiß wie schwer es oft sein kann in Bestimmungsschlüsseln beschriebene Merkmale am Bestimmungsobjekt selber nachzuvollziehen. Insofern ist dieser auf Zeichnungen setzende Schlüssel vergleichsweise deutlich einfacher zu benutzen. Leider enden die Bestimmungstafeln oft auf familien- oder Gattungsniveau. Dennoch halte ich das Buch für einen guten Kompromiss um sich an die oft sehr schwierige Bestimmung von Wirbellosen heranzutasten. In vielen Fällen muss man dann jedoch auf tiefergehende Bestimmungsschlüssel umsteigen.
Zum Einstieg kann ich dieses Buch jedoch Studenten und Laien sehr empfehlen! Im Vorwort beschreibt Herr Bährmann selber das Buch als "ein Bestimmungsbuch, das keine Vollständigkeit, sondern durch Kompromisse in der Gestaltung das "Machbare" anstrebt...". Dem kann ich nur zustimmen!

"Wildbienen: Die anderen Bienen" von Paul Westrich (2011), Verlag dr. Friedrich Pfeil

Das sich Paul Westrich - sicherlich einer der besten Kenner der Wildbienen überhaupt - nicht mit halben Dingen abgibt ist spätestens seit seinem prämierten zweibändigen (leider vergriffenem) Werk über Wildbienen (»Die Wildbienen Baden-Württembergs«) in Naturfreundekreisen bekannt. Deshalb muss man auch an dieses Buch eine hohe Messlatte anlegen.
Direkt vorneweg - sofern man kein Bestimmungsbuch erwartet, sondern eine gründliche, hervorragend illustrierte und interessant geschilderte Einführung in das Thema Wildbienen sucht, ist man mit diesem Buch bestens bedient!
Interessierte Naturfreunde werden sich an der äußerst reich bebilderten Vielfältigkeit der Wildbienenarten erfreuen können und viele neue Informationen erhalten. So werden dem Garten-, Dach- oder Balkonbesitzer schöne Tipps zur "Wilbienenhilfe" an die Hand gegegeben. Hilfreich sind u. a. übersichtliche Listen mit für Wildbienen als Nahrungsquellen besonders geeigneten Stauden oder Tipps zum Einsatz von Nisthilfen. Gerade bei Nisthilfen wird aus Gründen der menschlichen Ästhetik, viel falsch gemacht (typischer Fehler: Löcher werden dort gebohrt, wo die Jahresringe zu sehen sind und nicht im Längsholz, wie es sich gehört). Interessant ist auch ein Bestimmungsschlüssel für die Nestverschlüsse der häufigsten Arten. Einige Arten werden auch in Artenprofilen vorgestellt - diese nehmen jedoch im Vergleich zu den allgemeinen Informationen zur Ökologie/Biologie der Wildbienen und Nisthilfen einen eher kleinen Anteil des Buches ein.

Fazit: Das hervorstechende Highlight dieses Buches sind die 479 ausgezeichneten Farbfotos, die das Lesen des Buches zum Genuss werden lassen. Mit den interessant geschriebenen Texten gelingt es dem Autor zudem alles über Wildbienen zu vermitteln, was man wissen sollte, um die Tierchen auch in den eigenen Garten zu locken und ihnen eine passende Unterkunft anbieten zu können. Für Naturfreunde und Garten- oder Balkonbesitzer ein sehr empfehlenswertes Buch. Und keine Angst - Insektenhotels können sogar in Kindergärten aufgestellt werden, ohne dass man Angst davor haben muss, dass ständig Kinder gestochen werden!

"Unheimliche Eroberer: Invasive Pflanzen und Tiere in Europa" von Wolfgang Nentwig (2011), Haupt-Verlag, Bern

Unter invasiven Arten versteht man nicht heimische Tier- oder Pflanzenarten, die sich stark vermehren/ausbreiten und dabei schädigende Auswirkungen auf ihre Umwelt ausüben. Diese Arten wirken sich oft/meist negativ auf einheimische Arten aus und dies kann letztendlich zur Verarmung führen. Als Beispiele seien Flußufer genannt, die oft nur noch mit Beständen des Riesenbärenklau, eingeführten Knöterich- oder Springkrautarten bewachsen sind. Die ursprünglich reichhaltige einheimische Pflanzenwelt wird an diesen Stellen von 2-3 durchsetzungsstarken Arten komplett verdrängt.
Das Buch ist im Anschluss an einleitende Worte zur Thematik in die Kapitel "Invasive Pflanzen" (Ambrosia, Knöteriche, Riesen-Bärenklau, Drüsiges Springkraut, Opuntien, Robinie, Götterbaum), "Invasive Wirbellose" (Tigermücke, Maiswurzelbohrer, Asiatischer Marienkäfer, Kartoffelkäfer, Argentinische Ameise, Pazifische Auster, Wollhandkrabben, Amerikanischer Sumpfkrebs, Varroa-Milbe) und Invasive Wirbeltiere (Kanadagans, Amerikanischer Nerz, Nutria, Marderhund, Bisamratte, Waschbär, Halsbandsittich, Rotwangen-Schmuckschildkröte) aufgeteilt. In den reichlich und hervorragend bebilderten Kapiteln werden die Arten vorgestellt und die jeweiligen Probleme diskutiert. Und so wird aus dem hübschen Springkraut mit der tollen Blüte plötzlich eine Bedrohung für die Stabilität von Uferböschungen oder für die Samenbildung heimischer Pflanzen, da diese aufgrund der auch für Bienen sehr attraktiven Springkrautblüten, deutlich weniger bestäubt werden. Akribisch versucht der Autor auch die entstehenden Schäden z. B. in Geldwerten anzugeben um das Ausmaß der Bedrohung auch für uns Menschen zu verdeutlichen. Lösungsvorschläge vervollständigen die ausführlichen Kapitel.
Dem Autor geht es darum den Unterschied zwischen mitteleuropäischen Arten, die sich aus eigenem Antrieb in Richtung Nordeuropa ausbreiten und Arten, die nur durch menschliche Hilfe Fuß fassen konnten (wie z. B. im Ballastwasser von Tankschiffen eingeführt), deutlich zu machen. Er appeliert dafür sogenannte "Schwarze Listen" anzufertigen, in denen diejenigen Arten geführt werden, die besonders "schädlich" sind und bekämpft werden sollten, um letztendlich Schaden vom heimischen Artenspektrum abzuwenden.

Fazit: Ein sehr empfehlenswertes Buch - toll bebildert und mit ausführlichen Texten bestückt, welche die Problematik der 24 vorgestellten Arten auf verständliche Art und Weise erklärt. Ein Buch das Laien und Fortgeschrittene anspricht und gleichermaßen zufriedenstellen wird!



"Auf der Wiese". Natur erleben - beobachten - verstehen" von Andreas Jaun & Sabine Joss (2011), Haupt-Verlag, Bern

"Im Wald. Natur erleben - beobachten - verstehen" von Andreas Jaun & Sabine Joss (2011), Haupt-Verlag, Bern


Der Haupt-Verlag schickt seit Anfang diesen Jahres eine Naturbuchreihe mit einem völlig neuen Konzept ins Rennen. Diese Bücher sollen nicht einfach nur von der ersten bis zur letzten Seite gelesen werden, sondern animieren dazu sich ausgiebiger mit der Thematik auseinanderzusetzen. Zum Einen erfordern die Bücher selber ein Hin- und Herblättern in Form eines Frage-Antwort-Spiels verteilt auf unterschiedliche Seiten. Zum Anderen wird ein buchbegleitendes Internetangebot mit weiterem Text- und Fotomaterial und abrufbaren Sound- bzw. Videodateien zur Verfügung gestellt. Die Videos, die teilweise zu anderen Seiten verlinkt sind, veranschaulichen und vertiefen die Themen schön. Die Filme sind teilweise mit Sprechertexten, gelegentlich aber auch nur mit entspannender klassischer Musik untermalt. In den Büchern selber wird im jeweiligen Kapitel mit anschaulichen Symbolen auf ggf. im Internet vorhandene abrufbare Inhalte hingewiesen. Für September 2011 sind bereits zu den Büchern passende iPhone-Apps angekündigt. Im Internet gibt es zudem noch verschiedene Quiz für Anfänger und Fortgeschrittene. Für den praktischen Einsatz in der Natur werden dem interessierten Leser ferner Beobachtungstipps an die Hand gegeben.

Fazit: Bücher, die vom Leser Einsatz und Mitdenken erwarten und das Erlernen von Inhalten auf diese Weise zum Erlebnis machen. Die Kombination von klassischem Buch mit multimedialen Inhalten aus dem Internet ist etwas Neues und durchaus interessant. Die schöne Bebilderung rundet den schönen Gesamteindruck der Bücher erfreulicherweise ab.



Den TING-Hörstift gibt es ebenfalls bei Amazon:

"Was fliegt denn da? Der Fotoband. 346 Vogelarten Europas" von Detlef Singer (2011), Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG

Schon wieder ein neues Vogelbuch...
Dieses hat allerdings etwas Neues zu bieten! Ein Highlight des Buches ist sicherlich die technische Neuerung der im Buch integrierten Vogelstimmen. Mit Hilfe des sogenannten TING-Stiftes (muss gesondert gekauft werden!), den man ähnlich wie eine kleine Taschenlampe/Kugelschreiber, auf einen bei jeder Vogelart hierfür vorgesehenen Punkt hält, kann man die Vogelstimmen direkt vor Ort abrufen und mit dem Original vergleichen. Da ich selber diesen Stift leider nicht besitze konnte ich die Brauchbarkeit der Sounddateien nicht testen. Das Prinzip klingt jedoch überzeugend. Der Stift wird in Zukunft vermutlich vermehrt eingesetzt werden und ist per download aus dem Internet mit beliebigen Klangdateien oder Texten ladbar (z. B. kann man die Aussprache von Vokabeln überprüfen). Rezensionen zum TING-Stift gibt es bei Amazon (links auf den Stift klicken!).
Das Buch selber ist eine schöne Kombination aus einem Fotoführer und Vogelzeichnungen. Jede Vogelart wird mit einem schönen, recht großen Foto und meist auch mit einem Flugbildfoto illustriert. Zudem gibt es noch eine Zeichnung, die besondere Merkmale hervorhebt. Auch in den Fotos sind die wichtigsten Merkmale markiert und textlich nochmals aufgeführt. Die kurzen Texte zur Art enthalten die wichtigsten Infos zu Merkmalen, Vorkommen, Beobachtungstipps, eine Verbreitungskarte und Wissenswertem zur Biologie. Abgerundet wird das Buch durch 4 Seiten mit einigen Dutzend Abbildungen von Eiern.

Fazit: Meiner Meinung nach eignet sich das Buch mit seinen sehr guten Bestimmungsfotos und den optisch ansprechend herausgestellten wichtigen Bestimmungsmerkmalen auf den Fotos sehr gut für die Vogelbestimmung. Das Buch wird auch vom NABU empfohlen. Als kleines Bonbon kann man sich beim Kosmos-Verlag noch eine Beobachtungsliste aller im Buch vorgestellten Vogelarten (mit Seitenangabe) zum Ausdrucken
hier herunterladen!

"Der Kosmos-Vogelführer. Alle Arten Europas, Nordafrikas und Vorderasiens" von Lars Svensson, Killian Mullarney & Dan Zetterström (2011, 2. Auflage), Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG

"Der Svensson" ist sicher der Klassiker unter den Vogelbüchern. Das Buch hat sich in der Praxis bewährt und mit den exzellenten Zeichnungen kann man prima arbeiten. Seit der ersten Ausgabe, von der stolze 700.000 Exemplare verkauft worden sind, hat sich der Umfang des Buches um 10% erhöht. Mit einem Gewicht von 885 Gramm ist das Buch immer noch in einem akzeptablen Bereich, so dass es mit auf die Vogelexkursion darf. Die Texte sind für einen Führer, der alle Vogelarten zeigt, erstaunlich ausführlich. Besonders wichtige Bestimmungsmerkmale sind kursiv hervorgehoben. Auch wenn im Kosmos-Werbetext von 900 Vogelarten die Rede ist werden ausführlich "nur" 713 Arten vorgestellt. Weitere Arten (seltene Besucher, Gefangenschaftsflüchtlinge, Ausnahmeerscheinungen) werden knapp abgehandelt oder nur gelistet. Das einführende Kapitel ist zugunsten der Artenprofile extrem kurz gehalten, so dass es bereits auf Seite 14 mit Texten & Zeichnungen zu den Schwänen (und nicht mehr mit den Tauchern!) losgeht. Pro Vogelart gibt es eine Menge der schönen Zeichnungen (z. B. 13 beim Rotfussfalken), die den Vogel im Flug, Geschlechter, Jungvogel usw. zeigen, zu sehen. Einige der Zeichnungen wirken auf mich etwas blass, aber die bestimmungsrelevanten Merkmale werden in kleinen erläuternden Texten nochmals hervorgehoben. Die recht kleinen Verbreitungskarten wurden aktualisiert. Praktisch sind die beschrifteten Zeichnungen zur Vogeltopografie im Buchdeckel vorne und hinten. Hier werden die in den Artenprofilen genutzen Fachausdrücke bildlich zugewiesen.

Fazit: Dieses Buch ist für mich unter den Vogelführern, die mit Vogelzeichnungen statt Fotos arbeiten, die erste Wahl!

"Mein Insektenhotel. Wildbienen, Hummeln & Co. im Garten" von Melanie von Orlow (2011), Ulmer Verlag

Dieses Buch überzeugt hinsichtlich Inhalt, Umsetzung, Text und Bebilderung auf ganzer Linie. Gut 100 Seiten dieses Buches beschäftigen sich mit der Biologie der Bienen- und Wespenwelt, Informationen zu Nisthilfen (inkl. Bauanleitungen), Listen mit bienenfreundlichen Gartenstauden, Bäumen und Sträuchern, dem Anlegen von einer Kräuterspirale und vielen weiteren Themen. Anschließend werden auf etwa 70 Seiten ausführlichere Artenprofile der häufigsten Insektenhotel-Besucher gezeigt. Diese Artenprofile enthalten neben erstklassigen Fotos auch Informationen zu Bestimmungsmerkmalen, Lebensräumen, Nistort, Flugzeiten, Futterpflanzen, Biologie und Parasiten. Nützliche Bezugsquellenangaben für Nisthilfen und Sämereien und Listen mit Internet- und Literatur-Tipps runden das schöne Angebot des Büchleins ab.

Fazit: Man merkt dem Buch an, dass es von einer Fachfrau geschrieben worden ist, die genau weiß wovon sie schreibt. Was aber genauso wichtig ist, dass der Funke Ihres großen Interesses und Ihrer Liebe zu Wildbienen, Hummeln & Wespen auch auf den Leser - sei es nun ein interessierter Laie oder auch schon ein etwas fortgeschrittener Insektenfreund - überspringt. Das Buch ist für Insekten-, Natur- und Gartenfreunde jeglichen Vorwissensstandes bestens geeignet!

"Die Rüsselkäfer Baden-Württembergs" von Joachim Rheinheimer & Michael Hassler (2010), verlag regionalkultur

Bei einigen Büchern mache ich mir den Spaß und wiege sie. Dieses Buch bringt stolze 2,1 kg auf die Waage! Auf immerhin 944 Seiten wird nicht nur das komplette Rüsselkäferartenspektrum Baden-Württembergs vorgestellt sondern auch noch ausführlich auf über 150 Seiten die Biologie & Ökologie (u. a. Morphologie, Anatomie, Populationsdynamik, Entwicklung und Lebensweise, Wirtspflanzen, Wirtschaftliche Bedeutung, Feinde, Sammlung), Lebensräume, Gefährdung & Schutz, Datengrundlagen & Statistik behandelt. Besonders hervorzuheben sind die diversen Bestimmungsschlüssel, die tollen Fotos und die 82 Fototafeln, die immerhin 770 (!) Rüsselkäferarten in gestochen scharfen Bildern im Bildvergleich zeigen. Dabei sind die Bilder deutlich vergrößert, es sind aber die tatsächlichen Größen angegeben. Neben kurzen Texten zur Gattung werden die Arten auch ausführlich einzeln mit Informationen zu Erkennungsmerkmalen (sofern diese noch nicht im Bestimmungsschlüssel angegeben waren), Lebensweise, Verbreitung (in Europa und Baden-Württemberg) und Gefährdung vorgestellt. Den Laien freut es sicherlich, dass zu allen Arten auch deutsche Artnamen angegeben sind. Etwas schade finde ich, dass der Buchverlag im Internet keine Ansichtsseiten dieses tollen Buches präsentiert. Dies würde sicherlich auch den letzten Zögerer überzeugen.

Fazit: Ein absolut überzeugendes Buch! Texte, Fotos, Bestimmungsschlüssel, Bildertafeln - allesamt wissenschaftlich fundiert und dennoch auch für den interessierten Laien gut lesbar! Mit solchen Büchern wird der Einstieg in die schwierige Käferfamilie der Rüsselkäfer Spaß machen und gelingen. Für diese Qualität und den Umfang des Buches ist der Preis quasi geschenkt. Auf das sich alle Bestimmungsbuchautoren dieses Buch als Vorbild nehmen werden...



68,00 EUR

"Fotoatlas der Zikaden Deutschlands - Photographic Atlas of the Planthoppers and Leafhoppers of Germany" von Gernot Kunz, Herbert Nickel & Rolf Niedringhaus (2011), Wissenschaftlich akademischer Buchvertrieb, Fründ

Frage: "Was soll man an diesem Zikadenbuch noch verbessern?"
Antwort: "Nichts!"
Die Arten werden in klasse Fotos gezeigt (Herr Kunz überzeugt bereits weltweit Zikadenfreunde durch seinen tollen Internetauftritt!), wobei teilweise beide Geschlechter, Larvenstadien oder auch mehrere Detailansichten vorgestellt werden. Kurze Texte zu den typischen Biotopen, Häufigkeit und jahreszeitlichem Auftreten ausgewachsener Exemplare runden die knapp gehaltenen Artenprofile ab. Hinweise zur "Schädlichkeit" (Krankheits- bzw. Virusüberträger, Fraßschäden) der jeweiligen Zikadenart fehlen ebenfalls nicht. Eine Verbreitungskarte zeigt jeweils die Nachweise in den deutschen Bundesländern. Mir gefällt besonders gut ein vierstufiges System, dass ich noch nie irgendwo gesehen habe und das auf die Bestimmbarkeit nach äußeren oder aber nach Genitalmerkmalen hinweist. Auf den ersten Blick ist somit sofort erkennbar ob man überhaupt eine Chance auf eine Artbestimmung anhand von Fotos besitzt. Die vorgegaukelte Eindeutigkeit einer Artidentifikation, die andere Bestimmungsbücher an den Tag legen, ist damit diesem Buch nicht vorzuwerfen. Schematische Darstellungen in Originalgröße erleichtern eine Art-Identifikation und das sofortige "Aussortieren" von Arten, die der Größe nach nicht passen können. Als Bonus gibt es auch noch eine Reihe schöner Fotos typischer Biotope. Nützlich ist ein Verzeichnis aller Nährpflanzen mit wissenschaftlichen und deutschen Artnamen. Das Buch ist als direkte Ergänzung zum ausschließlich auf sw-Bestimmungstafeln basierenden "Die Zikaden Deutschlands" von BIEDERMANN & NIEDRINGHAUS (2004) gedacht. Es ist das erste Fotobuch über Zikaden weltweit, das eine komplette Landesfauna abdeckt. Die tollen Fotos vermitteln einen schönen Eindruck von der unglaublichen Buntheit der heimischen Zikaden, die man sonst eher bei tropischen Insekten erwartet hätte. Wenn man in der glücklichen Lage ist beide Werke zusammen zu nutzen ist man als Zikadenfreund perfekt ausgerüstet.

Fazit: Ein (fast) perfektes Buch (verbessern könnte man das Buch nur noch, wenn das eine oder andere Präparatfoto gegen ein Lebendfoto ausgetauscht werden würde. Von den insgesamt 630 enthaltenen Arten werden aber immerhin 580 in Lebendfotos gezeigt!) im etwas ungewöhnlichen Querformat, dass mit einem Preis von 68 € wohl leider für die meisten Naturfreunde etwas zu teuer sein wird. Man darf aber nicht vergessen, dass sich hier als Buchautoren das absolute Zikaden-"Dreamteam" gemeinsam engagiert hat. Angesichts der geballten Autorenkompetenz, die in jedem Detail spürbar ist und den gebotenen einzigartigen Foto- und Textdarstellungen ist das Preis-Leistungsverhältnis deshalb sicherlich im "grünen Bereich". Bei den kleinen Buchauflagen ist ein Buch dieser Güte mit Sicherheit nicht billiger herzustellen! Für Zikadenfreunde ein Muss und der nächste Geburtstag ist doch bestimmt nicht mehr weit :-)
Greifen Sie schnell zu, bevor die Auflage vergriffen ist und im schlimmsten Fall nicht mehr neu aufgelegt wird!

"Grundkurs Vogelstimmen: Heimische Vögel an ihren Stimmen erkennen" von Hans-Heiner Bergmann & Uwe Westphal (2010), Quelle & Meyer

Vogelstimmen erkennen zu können ist kein einfaches Gebiet. Da gehört jede Menge Training dazu. Dieses Buch in Kombination mit der Mini-DVD sind als Hilfsmittel für Einsteiger in diese Materie genau das richtige Trainingsprogramm. Im Buch kann man zunächst alles Wissenswerte rund um die Vogelstimmen erlesen. Enthalten sind u. a. auch interessante Übersichten wie eine Jahresuhr (wann beginnt die jeweilige Vogelart jahreszeitlich gesehen zu singen), die Vogeluhr (tageszeitlicher Beginn) oder auch Tipps zum Aufnehmen von Vogelstimmen. Dann beginnt der Vogelstimmenkurs in verschiedenen Lektionen. Während man die DVD hört kann man die 22 Lektionen mit 163 Klangbeispielen im Buch mitlesen und die Sonogramme den einzelnen Stimmen zuordnen. So erlernt man nach und nach die Sonogramme zu verstehen. Danach beginnt der Trainingsmodus. Mit einem ausgeklügelten Konzept muss man nun Vogelstimmen Sonogrammen zusortieren und kann anschließend überprüfen ob man die richtige Wahl getroffen hat. Damit man den Test wiederholen kann sind alle notwendigen Textdokumente zur Möglichkeit des erneuten Ausdruck auf der DVD enthalten. Zusätzlich gibt es im Buch noch ein Bestimmungsschlüssel der auf Merkmalskärtchen basiert.

Fazit: Wer Vogelstimmen erlernen möchte und bereit ist Zeit zu investieren ist mit diesem Buch sehr gut bedient. Anhand der Klangbeispiele, der Bestimmungsschlüssel und der Textinformationen ist ein Einarbeiten in dieses schwierige Thema machbar! Ich gebe hier eine klare Kaufempfehlung für Einsteiger und Fortgeschrittene!

"Sichtschutz im lebendigen Garten" von Irmela Erckenbrecht & Rainer Lutter (2010), pala-Verlag

In einem sehr angenehmen Schreibstil - interessant und informativ - wird in diesem Büchlein zum Thema "Sichtschutz" anhand von sehr vielen Beispielen gezeigt, was man aus seinem Garten machen kann, um ihn zu einer naturnahen Oase der Entspannung und zu einer Augenfreude werden zu lassen. Liebevolle schematische Planzeichnungen illustrieren die begleitenden Texte mit verblüffenden Vorschlägen und Anleitungen. So werden z. B. die unterschiedlichsten Heckenformen vorgeführt. Die Enscheidung für oder gegen die eine oder andere Heckenpflanze wird erleichtert durch sehr nützliche und übersichtliche Pflanzentabellen, die Vor- und Nachteile, Standortansprüche und die Bedeutung für Tiere nennen. Rosenhecken, Beerenstrauchhecken, Wildstrauchhecken, Themenhecken, Wall- und Benjeshecken, Solitärsträucher, Schmetterlingspflanzen, Kletterpflanzen, Gräser und Stauden werden genauso informativ erklärt, wie verschiedene Mauer- oder Zaunarten. Immer wieder tauchen interessante Ideen, wie z. B. lebende Weidenzäune, Hainbuchenlauben, die platzsparende Kombination zwischen Sichtschutzwand und Trockenmauer oder Sichtschutznetze aus Kokosstricken, auf. Für verschiedene Gartentypen werden Musterpläne als Gestaltungsvorschläge angeboten. Jeder Gartenfreund kann nun aus dieser Ideenschmiede seine persönlichen Perlen herauspicken und kombinieren.

Fazit: Dieses kleine Büchlein zum Thema Sichtschutz kann eine Goldgrube für jeden Gartenbesitzer sein. Als Biologe und gelernter Gärtner kann ich es nur allerwärmstens jedem Garten-/Naturfreund empfehlen!

"Fledermäuse: Beobachten, erkennen und schützen" von Klaus Richarz (2011, Neuauflage). Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG.

Bei diesem Buch geht es nicht in erster Linie darum ein Fledermaus-Bestimmungsbuch vorzulegen. Von den 128 Seiten werden gerade einmal auf 16 Seiten 32 der insgesamt 52 in Europa anzutreffenden Fledermausarten in halbseitigen Artenprofilen anhand von kurzen Texten und schönen Fotos vorgestellt. Vielmehr werden Themen wie die Echoortung oder der Jahresablauf der Fledermäuse ausführlich und liebevoll illustriert in den Kapiteln Fledermaus-Frühling, -Sommer, -Herbst und -Winter dargestellt. Viele interessante Aspekte werden vorgestellt und anhand von tollen Fotos, Bauanleitungen und schematischen Zeichnungen anschaulich erläutert. Richarz ist es gelungen ein tolles Buch zu schreiben, dass die praktische Arbeit von Fledermauschützern unterstützt und Interesse an einer Mitarbeit weckt. Besonders gefallen haben mir dabei die Fledermauskasten-Bauanleitungen, der "Kuschelturm" für verlorene Fledermausbabys, Konstruktionspläne für fledermausfreundliche Dachböden oder Tipps zur Anlage eines "Fledermaus-Beetes" (Anpflanzung von Pflanzen die auch nachts von Insekten besucht werden). Weitere interessante Infos sind z. B. das Fledermäuse noch nicht einmal von den Rotorblättern von Windanlagen getroffen werden müssen um zu sterben (Stichwort "Barotrauma"), Fledermausbeobachter ihre Taschenlampen mit roter Folie überziehen sollten oder das Fledermäuse zu Forschungszwecken mit leuchtenden Knicklichtern markiert werden können.

Fazit: Dieses auch vom NABU empfohlene Büchlein ist seinen günstigen Preis allemal wert. Es richtet sich an fledermausinteressierte Naturschützer vom Laien bis zum Fachmann. Wer eher am Praxisaspekt des Fledermausschutzes, als an einem klassischen Bestimmungsbuch interessiert ist sollte bei diesem Buch zugreifen!

"Die 50 besten Vogelbeobachtungsplätze in Deutschland: mit GPS-Daten" von der Redaktion "Der Falke" (Herausgeber) (2011), AULA-Verlag, Wiebelsheim

In diesem Buch werden 50 besonders interessante Vogelbeobachtungsplätze in Deutschland vorgestellt. Zu der Nordrhein-Westfälischen "Creme de la Creme" gehören der Niederrhein zwischen Bienen und Kranenburg, die Weseraue bei Schlüsselburg, die Münsteraner Rieselfelder, die Senne und die Krickenberger Seen mit Grenzwald.
Die einzelnen Vogelbeobachtungsplätze werden auf ca. 5 großformatigen Seiten vorgestellt. In der hochwertigen und reichhaltigen Bebilderung sind Biotopaufnahmen, exemplarische Vogelportraits und eine Übersichtskarte enthalten. Im Textteil wird das jeweilige Gebiet ausführlich vorgestellt und es wird ausgiebig auf dort vorkommende besondere Vogelarten eingegangen. Tipps zur besten Anreisezeit und Beobachtungsmöglichkeiten haben - genauso wie eine tabellarische Auflistung der "Vogelhighlights" mit Status und bester Beobachtungszeit - einen hohen Nutzfaktor. Weitere Beobachtungs- und Freizeitmöglichkeiten in der Nähe und Infos zur Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Auto oder Fahrrad runden das Gesamtpaket ab. Zudem werden Ansprechpartner vor Ort genannt, GPS-Daten angegeben und Literaturquellen für Infomaterial fehlen ebenfalls nicht. Im Buch enthalten ist auch eine sehr umfangreiche tabellarische Gesamtartenliste aller Vogelarten mit ihren Nachweisen an den 50 vorgestellten Beobachtungsplätzen. So kann man sich gezielt eine gewünschte Vogelart heraussuchen und sein Glück in den verzeichneten Beobachtungsgebieten versuchen.
Etwas ungewöhnlich - aber wenig störend - ist die Teilfinanzierung des Buches mittels hin und wieder eingestreuter Werbung für Pensionen in Nähe der Beobachtungsplätze.

Fazit: Ein sehr praxisorientiertes Buch für Vogelfreunde unterschiedlichsten "Infektionsgrades". Dieses Buch ist sowohl für Einsteiger als auch fortgeschrittene Vogelbeobachter eine Goldgrube und wird Schuld sein an der Auswahl Ihrer nächsten Reiseziele!

"Süßwasserfische: Alle Arten Europas gezeichnet" von Peter S. Maitland & Keith Linsell (2007). Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG.

Dieses Buch, das unter dem Titel "Freshwater Fish of Britain and Europe" bereits im Jahre 2006 in englischer Sprache erschienen ist, ist meiner Meinung nach eines der besten Bestimmungsbücher, die zur Zeit zum Thema Süßwasserfische im Handel ist. Ein sehr schöner bebilderter Bestimmungsschlüssel ermöglicht die Zuordnung von ca. 300 europäischen Fischarten zu der jeweiligen Familie. Ein Verweis führt zu weiteren Bestimmungsschlüsseln der Familien. Wenn man nun diese "Entweder-Oder"-Schlüssel weitergeht gelangt man zur Fischart. Diese wird in fantastischen Zeichnungen vorgestellt. Dieses Buch ist ein schönes Beispiel dafür, dass ein auf sehr guten Zeichnungen basierendes Bestimmungsbuch in den meisten Fällen einem Fotoführer vorzuziehen ist. In einer schönen Zeichnung können Bestimmungsdetails meist besser "herausgearbeitet" werden als auf einem Foto. Neben den überzeugenden Zeichnungen enthalten auch die Texte alle wichtigen Informationen, wie z. B. Größe, Merkmale, Verbreitung, Fortpflanzung, Nahrung, Nutzung, Schutzkategorie und eine Verbreitungskarte. Auf weiteren gut 50 Seiten finden sich eine ausführliche Artenliste und reich illustrierte Kapitel über u. a. Anatomie, Physiologie, Verhalten, Entwicklung, Ökologie, Verbreitung, Fischereiwirtschaft, Fischzucht, Gefährdung der Fischbestände und Artenschutz.

Fazit: Ein Bestimmungsbuch wie ich es mag! Tolle Zeichnungen, gute Bestimmungsschlüssel, kurze und übersichtliche Texte mit den wichtigsten Informationen, Verbreitungskarten, recht handliches "Rucksack-Format" und weitere Kapitel, die bei Bedarf Zusatzinformationen liefern. Für dieses Buch spreche ich gerne ohne Einschränkungen eine Kaufempfehlung aus!

"Mythos Wald - Ein Paradies für Pflanzen und Tiere" von Jan Haft, polyband 2011

Jan Haft nimmt bei seinen Filmaufnahmen den Titel der DVD "Mythos Wald" wörtlich. In mystischen Bildern zeigt er den Wald und seine Bewohner auf eine bis dato nicht gesehene Art und Weise. Die Mischung aus unglaublichen Zeitrafferaufnahmen, extremen Zeitlupen, ungewöhnlichen Perspektiven und Luftaufnahmen ergibt einen rundum faszinierenden Film. Zeitrafferaufnahmen, die "tanzende" Lebermoossporenträger oder aus dem Boden schießende Pilze zeigen sind ähnlich einzigartig wie Zeitlupenaufnahmen von der "Baumblüte", fliegenden Mistkäfern oder fallenden Objekten wie Fichtensamen, Hirschkäfern, Eichelhäherfedern oder Eicheln. Unterwasseraufnahmen vom Frühlingsschildkrebs oder von Feenkrebsen oder spektakuläre Zeitrafferaufnahmen von Baumkronen im Sternenhimmel - es gibt viel zu Bestaunen auf dieser DVD. Wärmekameraaufnahmen zeigen, dass Aronstäbe, ihre Blüten nicht nur mit Geruchsködern ausstatten, sondern ihre Bestäuber auch mit Wärme anlocken.
Filmsequenzen aus den Familienstuben von Waldmaus, Schwarzstorch, Fuchs und Wildschwein sind ähnlich spektakulär wie Bilder einer Erdhummelkönigin, die bei ihrer Nistplatzsuche eine Waldmaus aus deren Höhle vertreibt. Bilder von zuckenden Blitzen, Waldbränden, Glühwürmchen bei Nacht vor dem Vollmond, ballettartige Zeitrafferaufnahmen von Blütenteppichen, ein auf einem Blatt sitzender Rüsselkäfer, der von einem Wassertropfen wegkatapultiert wird - unglaublich...
Man fragt sich ständig - wie kann man so etwas bloss filmen?
Einige Geheimnisse werden im ebenfalls auf der DVD enthaltenen Interview mit Herrn Haft gelüftet. Der Fuchsbau wurde z. B. aufwändig im eigenen Garten am Haus nachgebaut und von einer an den Menschen gewöhnten Füchsin bezogen. Den spektakuären Bildern sieht man es jedoch kaum an. Für einige Filmsequenzen wurden gar Schienen im Wald aufgebaut um die Fahrt mit der Kamera spektakulär in den Kasten zu bekommen. Wie viel Tüftelei zu solchen Aufnahmen dazugehören ahnt man vermutlich nur als Tierfilmer... Weitere Hauptdarsteller der DVD sind Hirsche, Wildschweine, Weiß- & Schwarzstörche, Auerhühner, Sperber usw.

Fazit: Eine absolut empfehlenswerte DVD, bei der man schnell mal ins Schwärmen kommt (s. o.). Für meinen Geschmack ist die Filmmusik manchmal ein wenig aufdringlich, aber die Momente sind recht selten. Erstaunlicherweise zeigt der auf der DVD mitgelieferte englische Trailer, dass das englischsprachige Publikum diesbezüglich noch reißerischer angesprochen wird :-)
Lassen sie sich mit diesem Film überraschen! Die DVD ist auch ein prima Geschenk für jeden Naturfreund.

"Natürlich Bergisch!" von Ralf Steinberg, Juhr-Verlag 2010

Was für ein tolles Buch! Mit diesem Werk ist Herrn Steinberg sehr viel mehr als ein Bildband mit außergewöhnlichen Fotos gelungen! In den Kapiteln werden interessante Tiere der Natur verschiedener Regionen des Bergischen Landes gezeigt. Die Entdeckungsreise führt den Leser nach Reichshof (Wiehl-Talsperre), Engelskirchen, Bergisch Gladbach, Altenberg, Wermelskirchen (Kürten), Wipperfürth (Marienheide), Radevormwald, Remscheid, Solingen, Wuppertal (Haan), Hilden, Monheim, Heiligenhaus und Wülfrath. Dabei werden neben exzellenten Bildern häufigerer Arten auch hierzulande deutlich seltenere Tiere, wie z. B. Marderhund, Pirol, Wespenbussard, Fischadler, Schwarzstorch, Wasserfledermaus, Rauhfußkauz, Iltis usw. gezeigt. Die Bilder werden durch die interessant und unterhaltsam gehaltenen Texte informativ eingerahmt und ermöglichen einen Einblick in das Leben eines Naturfotografen.

Fazit:
Auch wenn es etwas kitschig klingt - dieses Buch wirkt wie eine Liebeserklärung an das Bergische Land, die Naturfotografie und die hier vor Ort anzutreffende tolle Natur! Wenn eines anhand des Buches deutlich wird - man muss nicht immer weit wegfahren um außergewöhnliche Naturerlebnisse zu erfahren. Dies ist ohne Zweifel, sofern man etwas Geduld und Naturliebe mitbringt, auch im "Bergischen" möglich. Das beweisen die Fotos und Texte des Buches sehr schön. Besonders beeindruckend ist ein Foto, das den Fotografen selber mit seinem Fotoapparat im Wald auf dem Boden liegend zeigt, während in ca. 1 m Entfernung ein kleiner Fuchs vorbeitapst. Ein wirklich außergewöhnlicher Moment! Ich leide allerdings nachträglich noch mit Herrn Steinberg mit, da sein Objektiv das Fotografieren unter 1,8 m Entfernung nicht ermöglicht :-)
Die meisten Fotos des Buches, von denen Herr Steinberg netter Weise auch einige für die Nutzung auf natur-in-nrw zur Verfügung gestellt hat, können beim Verlag erworben werden.


Wenn Sie meiner uneingeschränkten Kaufempfehlung nicht vertrauen wollen, kann Sie hier beim Juhr-Verlag vielleicht eine Leseprobe überzeugen?
"Die Wupper - Amazonas im Bergischen Land" von Sigurd Tesche & Natali Tesche-Ricciardi, (WDR, 2010)

Im ersten Moment dachte ich als ich vom Titel der DVD gehört habe " Na ja - klingt etwas übertrieben...", aber wenn man den Film sieht kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Ein tolles Werk ist hier gelungen. Eine schöne Mischung aus außergewöhnlichen Unterwasseraufnahmen, historischen Filmaufnahmen (Tuchfärberei an der Wupper), traumhaften Landschaftsaufnahmen, interessant in Szene gesetzten regionalen Sehenswürdigkeiten und exquisiten Tier-/Pflanzenaufnahmen.
Mich persönlich faszinieren am meisten die Unterwasseraufnahmen von Moderlieschen, Hechten, Bach- & Meerforellen, Äschen, Barben, Aal, Wels, Quappe, Barsch, Zander, Rotaugen und Lachsen. Dabei sind auch wirklich tolle Sequenzen von Landwanderungen des Aals, laichenden Lachsen und die Kamera attakierenden Zandern zu sehen. Nett ist auch der Taucher-Besuch in den gefluteten Unterwasserruinen der Ortschaft Krähwinkel in der Wuppertalsperre anzusehen. Wasseramseln, Eisvogel, Ringelnatter und Kormoran werden ebenfalls eindrucksvoll aus der Unterwasserperspektive gezeigt. Auf der DVD werden aber auch eine Fülle weiterer Tierarten, wie z. B. Feuersalamander, Kammmolch, Fuchs, Wildschwein, Dachs, Waschbär, Nutria, Graureiher, Uhu, Schleiereule, Bunt-/Schwarzspecht, Haubentaucher, Schwarzstorch, Grasfrosch, Erdkröte, Maikäfer usw. vorgestellt.
Besonders beeindruckend der Besuch der Mausohr-Fledermäuse in ihrem Winter- und Sommerquartier. Dabei wird sogar eine Fledermausgeburt gezeigt. Auch die Bilder einer jagenden Ringelnatter (über und unter Wasser), deren Eiablage und der Schlupf aus den Eiern ist schön anzusehen.

Fazit: Hier wird die 116 km lange Wupper und ihre Anwohner von den Quellen bei Börlinghausen bis zur Mündung in Hitdorf am Rhein auf eine Art und Weise gezeigt, wie sie kaum jemand für möglich gehalten hätte. Faszinierende Aufnahmen werden von einem informativen Text und angenehmer Sprechstimme begleitet. Der Film wird moderiert von der sympatisch erscheinenden Regisseurin Natali Tesche-Ricciardi, die vor Ort an der Wupper in Erscheinung tritt. Aus meiner Sicht gibt es an diesem Film nichts zu meckern und somit kann ich eine klare Kaufempfehlung abgeben!



11,- €
"Flechten erkennen - Umwelt bewerten" von Ulrich Kirschbaum & Volkmar Wirth (2010, 3., vollständig neu bearbeitete Auflage), Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie, Wiesbaden

Ein sehr schönes kleines Büchlein, mit dessen Hilfe man der Bestimmung von Bäume bewohnenden (= epiphytischen) Flechtenarten näher kommen kann. Flechten zu bestimmen ist bekannterweise nicht ganz einfach, aber dieses Buch zeigt dem interessierten Flechtenfan mit Hilfe von diversen sehr umfangreichen Bestimmungsschlüsseln und seinen sehr guten bebilderten Artenbeschreibungen den richtigen Weg. Besonders interessant ist auch die artenweise Angabe von Zeigerwerten (Licht, Temperatur, Kontinentalität, Klimawert, Feuchte, Reaktion, Eutrophierung). Gerade diese Zeigerwerte ermöglichen eine Einschätzung und Bewertung der Umwelt. Die Flechtenarten werden mit sehr guten Fotos (mit Angabe des Massstabs!) und detaillierten Informationen zu bestimmungsrelevanten Merkmalen, Reaktionen mit Tüpfeltests, Unterscheidungsmerkmalen ähnlicher Arten, ökologischen Schwerpunkten (Standortbedingungen) und der Häufigkeit ihres Vorkommens an freistehenden Laubbäumen, vorgestellt. Hilfreich sind auch die angehängten tabellarischen Gegenüberstellungen ähnlicher Arten (Lecanora-Arten, Arten vom Parmelia-Typus, Krustenflechten vom Pertusaria-Typus), die Tabellen mit Tüpfeltest-Reaktionen der verschiedenen Flechtenarten und die tabellarische Auflistung der Zeigerwerte der vorgestellten Flechtenarten. Abgerundet wird das Buch durch Infos zur Flechtenbiologie, zur immissionsbezogenen Flechtenkartierung, einem Kapitel über ökologische Langzeitbeobachtung von Flechten, Tipps zum Sammeln, zur Untersuchung und zur Bestimmung von Flechten.

Fazit: Dieses Buch erhält meine uneingeschränkte Kaufempfehlung! Schade ist nur, dass sich das vorgestellte Artenspektrum auf baumbewohnende Flechtenarten beschränken. Aber vielleicht ermöglicht gerade diese Beschränkung einen Zugang zu der schwierigen Materie "Flechtenbestimmung"? Toll ist auch der unglaublich niedrige Preis, wobei ich es begrüßt hätte, wenn für einen festen Einband noch der eine oder andere Euro investiert worden wäre. In der kartonierten biegsamen Variante ist das Buch allerdings ein idealer Begleiter für die nächste Flechtenexkursion. Für Flechteninteressierte ist dieses Büchlein sicherlich eine Pflichtanschaffung!

"Marder, Iltis, Nerz und Wiesel - Kleine Tiere, große Jäger" von Paul Marchesi, Claude Mermod & Hans C. Salzmann (2010), Haupt Verlag, Bern

Die Marderarten und ihre Lebensräume werden in diesem Buch in interessanten Texten und mit Hilfe von Fotos ausführlich vorgestellt. Ein bebilderter Bestimmungsschlüssel basierend auf Schädelzeichnungen und -merkmalen ermöglicht die kleinen Marderartigen (Musteliden) zu unterscheiden. Der Leser erfährt viel (Aktivitätszeiten, Familienleben, Nahrungsspektrum, Jagdstrategien usw.) über das heimliche Leben der Marder und kann sich die Hauptdarsteller in dem Buch auch auf einer Reihe an schönen und sicher seltenen Fotos betrachten. Ein "Blick auf die Menükarte" zeigt schön übersichtlich die potentielle Beute/Nahrung der kleinen Raubtiere. Auch die Trittsiegel und Spuren werden in tabellarischer Form in Zeichnungen gezeigt und beschrieben. Wie man den heimlichen Tieren "Auf die Schliche kommen kann" wird ausführlich in dem gleichnamigen Kapitel behandelt. Ein Kapitel zu Schutz und Förderung der Marderartigen beschließt das ausführliche Werk.

Fazit: Ein deutschsprachiges Buch über die Marderartigen hat bis dato noch gefehlt und schließt somit eine Lücke. Die Musteliden leben im allgemeinen sehr versteckt, so dass es erstaunlich wie viel Bildmaterial die Autoren in dem Buch zusammentragen konnten. Wer eintauchen möchte in die heimliche Welt von Stein- und Baummarder, Iltis, Hermelin und Mauswiesel ist mit diesem Buch gut bedient und wird es nicht bereuen.

"Faszinierende Fische: Biologie, Bedeutung und Zukunft" von Patricia Holm (2010), Haupt Verlag, Bern

In diesem Buch erfahren Sie wohl so ziemlich alles Wissenswerte über Fische - und dies auf allgemein verständliche und ansprechend illustrierte Art und Weise. Detailfotos oder schematische Zeichnungen verdeutlichen kompliziertere Zusammenhänge. Und so blättert man von Seite zu Seite und wundert sich wie fascettenreich und interessant Fische sind. Neben der Physiologie wird auch aktuellen Themen, wie dem Globalen Wandel, der Nachhaltigen Fischerei, Überfischung, Aquakultur, Fische in der Bioindikation und Ökotoxikologie, Artenschutz und "Nutzen der Fische" viel Platz eingeräumt.

Fazit: Nicht ohne Grund ist Patricia Holm, die Buchautorin, im Zusammenhang mit diesem Buch für den Prix NATURE Swisscanto 2011 - den Schweizer Nachhaltigkeitspreis - nominiert worden. Das Buch ist wirklich gelungen. Wer sich schon immer für Fische interessiert hat sollte das Buch genauso lesen oder kaufen, wie "Anfänger" auf diesem Gebiet. Mit diesem Buch bringen Sie sich auf einen aktuellen Wissensstand über Fische - und das zudem noch auf sehr unterhaltsame Art und Weise.

"Rekorde der Insektenwelt - 130 Extreme" von Richard Jones (2010), Haupt Verlag, Bern

Nach dem gleichformatigen Buch "Rekorde der Vogelwelt - 130 Extreme" folgt nun ein weiteres Werk der "Extreme-aus-dem-Tierreich-Reihe". Insekten haben ja oft nur in wenigen beliebten Artengruppen wie Schmetterlingen, Libellen, Marienkäfern, Bienen oder Laufkäfern auch Freunde unter den Menschen gefunden. Umso löblicher ist es, wenn sich ein renommierter Buchverlag in einem großformatigen Prachtband der Materie "Insekten" annimmt. Die qualitativ hochwertigen ganzseitigen (28,5 x 25,5 cm) Fotos sind meist recht spektakulär und erzeugen Interesse beim Betrachter auch den dazugehörigen Informationstext zu lesen. Gleiches gilt auch für die Überschriften, wobei diese hin und wieder etwas reißerisch klingen und dabei über das Ziel hinausschießen (z. B. "Hässlichste Insektenlarve", "Abscheulichste Sitten"). Die Texte sind interessant geschrieben und allgemein verständlich. So weit ich das beurteilen kann sind die Texte auch fachlich stimmig (Ausnahme: Das klassische Beispiel des Birkenspanners = Industriemelanismus, das sich in vielen Lehrbüchern findet, wird etwas unkritisch präsentiert).

Fazit: Ein allgemein gut verständliches, interessant geschriebenes und ansprechend ausgestattetes Buch, das Interesse für das Insektenreich schaffen oder vertiefen kann. Anhand von 130 extremen Beispielen (ein anderes Wort wäre Rekorde) wird der Fascettenreichtum, den die faszinierende Welt der Insekten zu bieten hat, angerissen und skizzenhaft ins Scheinwerferlicht gerückt. Für Insektenfans, die auf ausführliche wissenschaftliche Fachtexte verzichten können, durchaus eine lohnenswerte Anschaffung.

"Der große Kosmos-Pilzführer. Alle Speisepilze mit ihren giftigen Doppelgängern" von Hans E. Laux (2010), Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart

Das Buch trägt bei Amazon die Bezeichnung Neuauflage. Da ich die alte Ausgabe von 2001 nicht kenne, weiß ich nicht ob sich in diesem Buch inhaltlich etwas seit der letzten Ausgabe geändert hat. "Der große Kosmos-Pilzführer" tritt vom Umfang (Anzahl Pilzarten und Anzahl der Farbfotos) her in direkte Konkurrenz zum Pilzbuch von Ewald Gerhardt "Der große BLV Pilzführer für unterwegs" aus dem BLV-Verlag - das ich leider nicht kenne.
Das Buch ist mit seinem Gewicht (821 g) an der Grenze angekommen, was man auf einer Pilzwanderung gerade noch so mit sich tragen möchte. Noch mehr Fotos und noch mehr Arten sind deshalb kaum möglich. Die Arten werden in sehr schönen Fotos gezeigt. Viele Pilzkenner bevorzugen ja lieber Pilzzeichnungen, in denen man die wichtigsten Merkmale besser herausarbeiten kann. Ein Foto zeigt eben immer nur einen "optimalen" Zustand eines Pilzes und nicht sein im Laufe seines "Lebens" wechselndes Aussehen. Dennoch scheint die Auswahl der Fotos gelungen zu sein - oft werden auch auf einem Foto Pilze in verschiedenen Ansichten präsentiert. Die Textinformationen sind recht ausführlich und umfassen Angaben zu: Hut, Röhren, Poren, Stiel, Fleisch, Sporenpulver, Sporen, Vorkommen, Verwendung und Wissenswertes. Sofern es Verwechslungsarten gibt wird praktischer Weise bereits die entsprechende Seitenzahl angegeben, so dass ein lästiges Blättern im Inhaltsverzeichnis entfällt. Das Pilz-Fachvokabular wird Kosmos-typisch praktischer Weise im abwaschbaren Umschlag in schematischen Zeichnungen illustriert. So sind Begriffe wie genabelt, mit Velumflocken besetzt, radialrissig, Schleierreste, genattert, ausgebuchtet angewachsen schnell verstanden. Im hinteren ausklappbaren Umschlag sind auf einen Blick parallel die wichtigsten Giftpilze abgebildet. Vielleicht läßt das den einen oder anderen Laien dann doch noch seinen eigenen Pilzsachverstand anzweifeln.

Fazit: Ich bin Pilzlaie - aber aus meiner Sicht handelt es sich bei diesem Buch um eine gute Wahl. Sehr viele Informationen zu sehr vielen Pilzarten sind auf dem kleinstmöglichen Raum auf praktische Weise untergebracht. Das in einem Buch diesen Umfangs jedoch nie alle Pilzarten gezeigt werden können - und somit ein Restrisiko bleibt - sollte jedem Pilzfreund klar sein.

"Ameisen - Die heimliche Weltmacht" von Wolfgang Thaler (2006), polyband Medien GmbH

Nicht ganz neu - aber dennoch ein toller Tipp!
Die zu Recht preisgekrönte DVD behandelt die Themen Wald-, Wander-, Weber-, Grasschneiderameisen, Ameisen-Kommunikation, Gesunde Kolonien und Nestbau. Faszinierende Naturaufnahmen wechseln dabei ab mit ebenfalls beeindruckenden Aufnahmen aus einem lichttechnisch perfekt in Szene gesetzten verschachtelten komplett verglasten Riesen-Formicarium. Als Sprecher zeichnet sich Otto Clemens durch seine sehr akzentuierte und klare - aber nicht aufdringliche Sprechstimme aus. Mit Prof. Bert Hölldöbler ist zudem eine der Ameisen-Koryphäen (siehe Buch "The Ants"!) für die Mitarbeit an dem Film gewonnen worden. Dieser stellt die einzigartigen Leistungen der Ameisen ruhig aber jederzeit interessant vor. Modernste Techniken in der Ameisenforschung werden vorgestellt und ermöglichen einen Einblick in die Arbeit der Forscher. Laufbänder, Lasertechniken, Zentrifugen und immer wieder dieses faszinierende Glas-Formicarium lassen Natur und Technik perfekt aufeinanderprallen. Die Naturaufnahmen werden mit schönen Naturgeräuschen und sparsam eingesetzter und nie "nervender" Musik untermalt. Inhaltlich werden unglaubliche Dinge gezeigt. Einige Beispiele dafür sind

- eine Ameise, die kopfüber an einer Glasscheibe sitzt und dabei das 100-fache ihres Körpergewichts trägt,
- eine Ameise, die in einer Zentrifuge der 34-fachen Erdbeschleunigung ausgesetzt wird und dennoch auf einer Glasscheibe sitzen bleibt,
- bis zu 4 Minuten tauchende und dabei schwimmende Ameisen,
- die bis zu 20 Jahre alt werdende Ameisenköigin, die immer noch von den beim Hochzeitsflug gesammelten Spermien zehrt,
- gezielte Bakterienbekämpfung im Ameisennest mittels Harzklumpen,
- Ameisen die beim Fund einer besonders guten Nahrungsquelle Blätter als Signal zum Vibrieren bringen und damit ihre Kollegen herbeirufen,
- Bilder eines gigantischen Ameisennestes, dessen Geheimnis seiner bestens funktionierende Klimaanlage gelüftet wird. Dabei werden die Gänge mit Zement ausgegossen und anschließend ausgegraben. Zu Tage trat ein 50 m² und 8 m tiefes perfekt konstruiertes Nest mit Kühltürmen und Belüftungsschächten zur Wärmeregulierung und zum Gasaustausch.

Fazit: Ein perfekter Film! Jederzeit interessant und die 50 Minuten vergehen leider viel zu schnell. Sehr aufwändig hergestellt und ein Genuss für Natur- und Ameisenfreunde!

"Merk- und Skizzenbuch für Vogelbeobachter" von Leonardo Brosio (2010), AULA-Verlag, Wiebelsheim

Bei der Unmenge an Vogelbüchern, die regelmäßig den Naturbüchermarkt überschwemmen ist es bestimmt nicht leicht sich etwas völlig Neues einfallen zu lassen. Leonardo Brosio ist dies jedoch mit diesem Skizzenbuch gelungen. Dieses verblüffend praktische Buch ist genau das richtige für eingefleischte Vogelfans und solche die es noch werden wollen. Bereits vorbereitete Skizzenblätter, die per Zeichenstift durch Texte und besonders auffällige Merkmale ergänzt werden können helfen einem bei der Vogelbestimmung und beim Behalten der wichtigsten Bestimmungsmerkmale einer Vogelart. So kann man auch ohne großes zeichnerisches Talent und ohne eine teure Fotoausrüstung die Eindrücke, die man bei einer Vogelbeobachtung gewonnen hat festhalten. Am Ende des Skizzenbuches befinden sich einige leere Seiten, die für ergänzende Notizen gedacht sind und die per Nummer der dazugehörigen Zeichnung zusortiert werden können. Einer alphabetischen Beobachtungsliste kann man praktischer Weise sofort die Seitenzahlen der jeweiligen Vogelart in den im gleichen Verlag erschienenen Bücher "Taschenlexikon der Vögel Deutschlands" und "Grundkurs Vogelbestimmung" entnehmen, wobei mich insbesondere das Letztere sehr überzeugt hat. Beide Bücher werden in dieser Liste ebenfalls besprochen.

Fazit: Dieses Buch kann sowohl für Einsteiger als auch fortgeschrittene Vogelbeobachter jeden Alters interessant sein. Per Skizze und Notizen kann man einfach mehr wichtige Bestimmungsmerkmale festhalten als mit einem evtl. auch noch falsch belichteten oder verwackelten Suchfoto. Ein gutes Fernglas sollte man sicherlich besitzen - aber das gehört natürlich zum Rüstzeug eines jeden Vogelbeobachters. Ich bin mal gespannt ob sich dieses einzigartige Büchlein, zu dem es keine Konkurrenz gibt, auf dem Markt durchsetzen wird.



39,- € plus Porto 4,10 € (als Päckchen, knapp 2 kg schwer) & Verpackungskosten von 0,90 €

Bei Vorauszahlung entfallen Porto- und Verpackungskosten!
"Die Schmetterlingsfauna von Ostwestfalen-Lippe und angrenzender Gebiete in Nordhessen und Südniedersachsen. Band 1." von Rudolf Pähler & Hans Dudler (2010), Eigenverlag

Dieses Buch erinnert im Umfang und der Aufmachung an das 9-bändige Werk "Die Schmetterlinge Baden-Württembergs". Illustriert von 792 tollen Fotos werden in diesem ersten Band 728 Schmetterlingsarten aus Ostwestfalen-Lippe vorgestellt. Das gezeigte Artenspektrum umfasst auch unscheinbarere Arten, von denen man die meisten in anderen Schmetterlingsbüchern vergeblich suchen wird. Bei der Auswahl der Fotos wurden hauptsächlich in natürlicher Umgebung entstandene Aufnahmen verwendet. Leider gibt es nicht zu jeder Art ein Foto - das hätte den Rahmen dieses auf 2 Bände ausgelegten Werkes wohl gesprengt. Dafür werden auch viele (immerhin 79!) verschiedenen Biotope in aussagekräftigen schönen großformatigen Fotos gezeigt. Da nicht jede Art und von den meisten Arten nur der Falter (und die anderen Entwicklungsstadien Ei-Raupe-Puppe nicht) gezeigt wird eignet sich das Buch nur mit Einschränkungen als Bestimmungsbuch. Dennoch enthält es viele wertvolle Informationen zur Ökologie der einzelnen Arten, die eben nicht aus anderen Büchern abgeschrieben worden sind sondern aus der offensichtlich reichlich angesammelten Praxis der Buchautoren entstammen. Da die meisten Arten natürlich auch außerhalb von OWL vorkommen hat dieses Buch auch erhebliche überregionale Bedeutung - auch wenn sich die Verbreitungskarten und Fundortangaben in der Regel auf den Raum OWL beziehen. Man sieht dem Buch die 4 Jahre Arbeit an, die in ihm stecken und man kann bereits gespannt dem Erscheinen des zweiten Bandes entgegenfiebern.

Fazit: Ein tolles Schmetterlingsbuch aus NRW, dass es in dieser Güte hierzulande (NRW) nicht gab. Für Schmetterlingsfreunde vom Laien bis zum Fachmann sehr zu empfehlen!



29,50 €
"Epiphytische Moose als Umweltgütezeiger - Ein illustrierter Bestimmungsschlüssel" von Jan-Peter Frahm, Norbert J. Stapper & Isabelle Franzen-Reuter (2007), Kommission Reinhaltung der Luft im VDI und DIN - Normenausschuss KRdL

Mit diesem Buch können die epiphytischen = baumbesiedelnden Moosarten bestimmt werden. Zu diesem Zweck enthält das Buch einen Bestimmungsschlüssel, der mit Detailzeichnungen illustriert ist. Ferner werden die wesentlichen Merkmale der Moosarten (Kurze Artbeschreibung, Angaben zur Ökologie, Wichtige Unterscheidungsmerkmale, Angaben zum Verbreitungsschwerpunkt oder zur Häufigkeit, Empfindlichkeitswert) pro Moosart angegeben. Ausgezeichnet sind auch die 80 ganzseitigen Farbtafeln, in welchen pro Art die wichtigsten Bestimmungsdetails in tollen Fotos (auch viele Fotos mit wichtigen mikroskopischen Bestimmungsdetails) zusammengestellt worden sind. Bis zu 10 Fotos pro Art ergeben einen tollen Gesamteindruck, weshalb sich dieses Buch sehr positiv von anderen Moosbüchern, in denen nur 1-2 Bilder pro Art gezeigt werden, abhebt. Interessant ist auch eine Artentabelle mit den 6 Wertezahlen (Empfindlichkeitswert, Licht, Temperatur, Feuchte, pH-Wert & Stickstoff), die für jede Art angegeben sind und die anhand der gefundenen Moosarten eine Berechnung des Luftqualitätsindex ermöglicht.

Fazit: Es ist fast ein wenig schade, dass in diesem Buch "nur" die epiphytischen Moosarten vorgestellt werden. Dennoch ermöglicht es auch Anfängern in die schwierige "Moosmaterie" einzusteigen, bevor man sich dann mit erworbenen Grundkenntnissen mit weiteren Moosarten beschäftigen kann. Ein tolles Buch für Moosfans und alle die versuchen es zu werden!

DVD & Buch: "Die Stimmen der Heuschrecken" von Christian Roesti & Bruno Keist (2009), Haupt-Verlag

Diese Kombination aus Buch und DVD ist sicherlich ein Leckerbissen für Heuschreckenfreunde. Im Buch werden die Lautäußerungen der verschiedenen Heuschreckenarten beschrieben, es wird auf Verwechslungsarten eingegangen und es werden Oszillogramme gezeigt, die als Hilfsmittel dienen, um die Gesänge auch optisch darzustellen. Im Buch befindet sich eine tabellarische Übersicht über die auf der DVD enthaltenen Klangdateien. Zu einigen Arten können bis zu 16 Hörbeispiele angehört werden. Dabei wird zwischen Wechselgesang, Mandibelgeräuschen, Rivalengesang, Spontangesang, Werbegesang, Paarungsruf, Spontanflug und Gehlauten unterschieden. Die Dateien liegen im Original-wav-Sound und als mp3-Dateien vor.

Fazit: Zur Zeit sicherlich das umfangreichste Werk, dass sich mit den Gesängen und Lautäußerungen der Heuschrecken auseinandersetzt. Der Bestimmungsteil bezieht sich ebenfalls auf akustische Merkmale. Einige Arten werden zwar auch im Foto gezeigt, aber dieses Werk ist als sinnvolle Ergänzung zu herkömmlichen Bestimmungsbüchern unter denen der Bellmann und der Baur/Roesti herausragen, gedacht.

"Heimische Orchideen in Wort und Bild" von Norbert Novak (2010), Leopold Stocker Verlag

Besonders und auch neu an diesem Buch ist der mitgelieferte neu erarbeitete Bestimmungsschlüssel. Dabei wird die Farbe der Lippe, der Aufbau des Blütenstandes, die Form der Lippe, das Vorhandensein eines Sporns und die Anzahl der Laubblätter mit einer Zahl versehen. Sofern diese Merkmale ermittelt werden können, kann man in einer Tabelle die Orchideenart oder wenigstens die Gattung direkt ansprechen. Sollte man mit diesem einfachen tabellarischen Schlüssel nicht zum Ziel kommen werden auch noch alternative Bestimmungsschlüssel angeboten. Die Artensteckbriefe zeigen vorbildlich gute Fotos der gesamten Pflanze, des Blütenstands und der Einzelblüten. Übersichtlich werden Infos über Blütezeit, Pflanzenhöhe, Gefährdung, Höhenstufe, Ökologische Ansprüche, Verbreitung in Österreich und Deutschland und ein kurzer Text präsentiert.

Fazit: Ein schönes Orchideenbuch, dass 71 Orchideenarten in schönen Fotos und Infos vorstellt. Auch wenn das Buch den österreichischen Lokalaspekt besonders herausstellt ist man mit ihm auch in Deutschland gut bedient, da die Nachweise der Arten in den Naturgroßräumen Deutschlands ebenfalls erwähnt werden.

Was blüht denn da? Der Fotoband. - Sicher nach Farbe bestimmen" von Margot Spohn & Dietmar Aichele (2010), Kosmos Verlag

Mit diesem Buch liegt ein richtig schöner Pflanzenfotoführer vor, den man prima als Bestimmungsbuch für die nächste botanische Wanderung einstecken kann. Die Aufteilung der Pflanzenarten nach Blütenfarbe hat sich für ein schnelles Auffinden der Art insbesondere auch bei Laien sehr gut bewährt. Hier wird dieses Prinzip sogar noch sinnvoll erweitert, indem die Blüten zusätzlich noch nach Blütenblättern (höchstens 4 Blütenblätter, 5, mehr als 5 oder zweiseitig-symmetrische Blüten) sortiert werden. Die sehr schönen aussagekräftigen und recht großen Fotos werden unterstützt durch Zeichnungen, in denen wichtige Bestimmungsmerkmale per Pfeil hervorgehoben werden. Prima ist auch das parallele Anbieten von Fotos von Verwechslungsarten. Ausgezeichnet sind auch die 11 Seiten im Anhang, in denen botanische Fachausdrücke im Bild sowohl schematisch als auch im Foto erklärt werden. Sehr hilfreich ist zudem die ausklappbare Abbildung im Buchumschlag, auf der eine schematische Pflanze deren Bauteile beschriftet sind, zu sehen ist. Die Texte enthalten auf übersichtliche Art und Weise die wichtigsten Infos über die Pflanzenart (Höhe, Blütezeit, Typische Merkmale, Merkmale, Vorkommen, Wissenswertes, Verwechslung).

Fazit: Dieses Buch kann ich uneingeschränkt empfehlen! Eine schöne Ergänzung zum "Was blüht denn da? mit gezeichneten Abbildungen oder zu eher wissenschaftlich orientierten Büchern, wie dem Rothmaler oder dem Düll/Kutzelnigg. Es sollte jedoch auch erwähnt werden, dass über 550 vorgestellte Arten zwar recht viel klingt, aber dennoch nur ein Teil der insgesamt in NRW vorkommenden über 2000 Pflanzenarten im Buch enthalten sind.

"Der große Kosmos-Naturführer Teich, Fluss, See: 900 Tiere und Pflanzen, 1400 Zeichnungen" von Malcolm Greenhalgh & Denys Ovenden (2010), Kosmos Verlag

Was passiert denn da beim Kosmos-Verlag? Mit diesem Buch liegt eine starke Konkurrenz zum "ewigen Engelhardt-Klassiker: Was lebt in Tümpel, Bach und Weiher? Pflanzen und Tiere unserer Gewässer" aus dem selben Verlag vor, der inzwischen in 16. (!) stetig verbesserter Auflage vorliegt und seit dem Jahre 1954 das Standardwerk im Bereich Gewässerflora und -fauna war oder ist.
Ich nutze hier die Gelegenheit einige Unterschiede zwischen den Büchern herauszustellen:

Greenhalgh/Ovenden Engelhardt
keine Fotos aber über 1400 Zeichnungen 92 Fotos und 437 Farbzeichnungen
900 Tiere und Pflanzen über 400 Arten
gleiche Größe; 256 Seiten 313 Seiten
sehr schöne Abbildungen, aber im Vergleich blasser ebenfalls sehr schöne Zeichnungen, etwas kräftigere Farben
Einige Beispiele behandelter Tiergruppen
ca. 20 Köcherfliegenarten und ca. 60 Köcher
prima Darstellung der wichtigen Unterscheidungsmerkmale der Libellenarten (Pronotum, Analsegment, unteres Abdominalsegment, Flügelmale, Thoraxflanke...)
über 60 adulte Köcherfliegenarten (teilweise als Flügeldetailbild)

20 Köcherfliegenarten mit Köchern
wesentlich weniger Libellenabbildungen
adulte Köcherfliegen fehlen völlig
recht kleine Schrift deutlich größere Schrift
mit Blaualgen, Wasserpilzen, Algen, Kieselalgen, Protozoa, Schwämmen, Polypen & Medusen, Rädertieren, Moostierchen, Bärtierchen, Planktischen Krebstieren = insgesamt ca. 75 Arten nur mit 1 Schwamm, 3 Polypen & Medusen, 2 Moostierchen, ca. 20 Krebstieren
20 Seiten Einleitung 75 Seiten Einleitungskapitel in Gewässer
bebilderte 8-seitige Übersicht zur Erkennung der Abteilung/Klasse/Stamm/Ordnung Übersichtsskizzen im Buchdeckel zur Schnellidentifizierung
relativ kurze Einführungen in die Tierordnungen längere einführende allgemeine Texte für die Tierordnungen
Die Artenbeschreibungen beider Bücher sind ähnlich ausführlich.

Fazit: Am besten besitzt man beide Bücher, aber wenn ich mich entscheiden müsste würde ich mich für den neuen "Greenhalgh/Ovenden" entscheiden. Die deutlich höhere Anzahl an Abbildungen (teilweise sehr schöne Detailzeichnungen!) erleichtert eine Artbestimmung - wenn auch natürlich für dieses Buch ebenfalls gilt, dass nur ein Bruchteil der tatsächlich an den Gewässern vorkommenden Tier- und Pflanzenarten gezeigt werden kann. Dennoch enthält der "Greenhalgh/Ovenden" eine schöne Artenauswahl. Die Naturfreunde werden letztendlich mit ihrem Kaufverhalten zeigen, ob der Klassiker "Engelhardt" im Hause Kosmos auf lange Sicht Boden gegenüber dem neuen Buch verlieren wird.

"Nix wie raus!: 111mal Natur entdecken und erleben" von Bärbel Oftring (2010), Kosmos Verlag

Eine Kooperation von NABU und Kosmos kann doch eigentlich nur ein praxistaugliches prima Naturbuch nach sich ziehen - oder?
Die Antwort lautet eindeutig "Ja!"
Das Buch gibt 111 Tipps (der NABU feiert dieses Jahr seinen 111. Geburtstag!), wie man Kinder/Jugendliche für die Natur begeistern kann. Schön nach Jahreszeiten getrennt werden viele gute Ideen kurz angerissen. Einige Beispiele, die mir am besten gefallen haben sind...

im Frühling Themen wie "In Blüten baden", Blüten-Eiswürfel, Weiden-Basteleien, Barfuß, Schneckenrennen, Krötentaxi

im Sommer "Im Freien schlafen", Baden in Naturgewässern, Keschern, Insekten im Gebüsch, Natur-/Bastel-Memory, Blütenschmuck, Leben im Laub

im Herbst "Eichhörnchen spielen", Vogelfutter selbst gemacht, Natur-Art mit Steinen, Kreatives mit Baumfrüchten, Sporenbilder, Mandala legen

und im Winter " Nisthilfen selbst bauen, Insektenhotel bauen, Eisskulpturen gestalten, Weihnachtsbaum fällen und Rinden ertasten.

Fazit: Einige Vorschläge finde ich nicht so recht praktikabel, aber es bleiben ein Menge gute Ideen übrig, die sowohl Eltern als auch Kids Spaß machen werden. Allerdings sind nicht alle Tipps bis ins Detail geschildert. Echte Baupläne werden z. B. nicht gezeigt, sondern nur beschrieben.
Das Büchlein läßt sich gut mit nach draußen nehmen und kommt in reich bebilderter, interessanter und bunter Aufmachung daher. Meiner Meinung nach ein durchaus gelungener Ideengeber!

"Kröten, Echsen, Salamander: Amphibien und Reptilien beobachten und schützen" von Yvonne & Werner Lantermann (2010), Kosmos

Bei diesem Buch stehen nicht die einzelnen Artenprofile im Vordergrund sondern primäres Ziel ist eher die Animation zu aktivem Amphibien- und Reptilienschutz. Dabei werden insbesondere auch Kinder/Jugendliche angesprochen. Herr Lantermann ist studierter Biologie und Sozialpädagoge und ist hauptamtlich in der Kinder- und Jugendarbeit tätig. Dies merkt man dem Buch an, und man nimmt ihm ab, dass es ihm und seiner Frau besonders wichtig ist Kindern Naturschutz nahe zu bringen. Die fachliche Doppelausbildung ermöglicht dieses schöne Buch. Es ist in 3 relativ gleichgroße Kapitel aufgeteilt. Im ersten Kapitel (Amphibien und Reptilien beobachten und kennenlernen) werden die Evolution, Biologie und die Gefahren für Amphibien und Reptilien behandelt. Dann geht es mit dem (aus meiner Sicht) eigentlichen Kernstück, dem Kapitel "Mit Kescher und Gummistiefeln: Schutz vor der eigenen Hustür" weiter. Tipps zur Anlage von Trockenmauern, Steingarten, Teich und Bach, Reisighaufen und andere praktische Projekte wie z. B. Krötenzäune werden auf knapp 30 Seiten schön illustriert und interessant geschrieben vorgestellt. Erst dann werden die Amphibien und Reptilien übersichtlich und mit sehr schönen Fotos bestückt mit den wichtigsten Infos (Größe, Merkmale, Verbreitung, Lebensweise, Gefährdung) auf je einer Seite vorgestellt.

Fazit: Wenn man vorhat entweder selber oder gemeinsam mit Kindern oder Jugendlichen im Naturschutz für Amphibien und Reptilien tätig zu werden ist dies genau das richtige Buch. Dieses preislich sehr günstige Buch sollte z. B. in keiner Bibliothek von Schulen oder Naturschutzgruppen fehlen!

"Vögel richtig fotografieren" von Bill Coster (2010), Haupt-Verlag

Endlich hält man einmal ein Buch in Händen, dass nicht nur exzellente Vogelfotos enthält sondern in dem auch detailliert geschildert wird, wie die Bilder entstanden sind. Zu jedem der meist sehr aussergewöhnlichen Bilder gehört eine Geschichte, die dem Leser nützliche Tipps an die Hand gibt. Selbstverständlich werden auch passend zum Foto der Kameratyp, das Objektiv, die Blende und die Verschlusszeit angegeben. Im einleitenden Kapitel (Grundlagen) werden wichtige Grundbegriffe der Fotografie, wie z. B. Belichtung, Interpretation von Histogrammen, Scharfstellen angerissen, bevor Coster auf Digitalkameras und deren Zubehör eingeht. Ab Seite 34 beginnen dann verschiedene Kapitel, die sich mit interessanten Einzelaspekten der Vogelfotografie auseinandersetzen. Den Start machen das Kapitel "Porträts" mit den Themen Hintergrund, Aufnahmewinkel, Blitzlichfotografie, Umfeld, Wasserspiegelungen und das Kapitel "Flug" mit den Teilaspekten Himmel als Hintergrund, Frontalaufnahmen, Auffliegen, Landung und Vogelschwärme. Weiter geht es mit den Kapiteln "Familienleben" (Balz, Paarung, Fütterung, Nest, Familienporträts, Küken), "Essen und Trinken" (Fischer, Stöberer, Flugjäger, Sturztaucher, Trinken), "Action bitte..." (Gesang, Gefiederpflege, Baden, Rennen, Vogelschwärme, Kämpfen) und "Sonnenauf- und -untergänge" (Morgengrauen, Erste Sonnenstrahlen, Sonne, Morgennebel, Wasser, Spritzwasser, Mond). Das krönende Ende des Buches bildet ein ausführliches Kapitel über "kreative Vogelfotografie" (Porträts, Das Umfeld einbeziehen, Abstrakte Fotografie, Muster, Effekte durch Aufhellblitz...).

Fazit: Bill Coster gelingt es seine aussergewöhnlichen Fotos durch interessante und informative Texte "lebendig" werden zu lassen. Man kann sich den Moment der Fotoentstehung vorstellen und man brennt darauf Ähnliches auszuprobieren. Wenn da nur nicht die teure Ausrüstung wäre :-(
Für Hobby- und Profi-Vogelfotografen ein tolles Buch, dass eine Menge Anregungen bietet.

"Überleben - Tiere und ihr Verhalten in der Wildnis" von Charlotte Uhlenbroek (2009), Dorling Kindersley Verlag

Wenn man dieses Buch in einem Buchladen sieht ist man sofort gepackt von dem hypnotischen Titelfoto. Dann beginnt man in diesem atlasartigen Buch zu blättern und die Faszination hält an. Die unglaubliche Anzahl von ca. 3000 Fotos (teilweise Detailaufnahmen mit unterschiedlichsten modernen Aufnahmetechniken entstanden), kombiniert mit unzähligen schematischen Schaubildern und Skelettdetails schaffen ein Feuerwerk an optischen Eindrücken. Die kurzen informativen Texte erläutern das Gezeigte. Die Bilder sind teilweise unglaublich und es ist etwas schade, dass manche aufgrund des Platzmangels, etwas kleingeraten sind. Der Verlag spricht von jahrelangen Studien hochkarätiger Biologen, die bei der Entstehung dieses Werkes von Nöten gewesen sind und das erscheint durchaus glaubhaft. Inhaltlich werden die verschiedenen Verhaltensstrategien und Anpassungen der Tiere hinsichtlich Skelett & Muskeln, Bewegung, Körperdecken, Körpersystemen, Sinnen, Lebensräumen, Jagen & Fressen, Schutz, Sexualität & Fortpflanzung, Geburt & Entwicklung, Sozialem Leben, Kommunikation und Intelligenz behandelt.
Fazit: Ein Buch, das insbesondere durch die aussergewöhnlichen Aufnahmen zu überzeugen weiß. Die Texte sind gut - wenn auch gelegentlich etwas knapp gehalten. Das Fotomaterial und die Schaubilder werden in die Texte integriert, was sehr modern wirkt, was allerdings auch etwas Unruhe erzeugt. Das Auge wandert über die zahlreichen optischen Leckerbissen, so dass es teilweise nicht ganz leicht fällt sich auf die Texte zu konzentrieren. Dies ist ein Buch, dessen Seiten man nicht von oben links nach unten rechts lesen muss. Der Leser kann selber entscheiden, was ihm lesenswert erscheint und kann die Informationspäckchen eins nach dem anderen auspacken. Kurzum - ein optischer Leckerbissen, dessen Zielgruppe aufgrund der verständlichen und modernen Machart sehr breit gefasst ist und der zu überzeugen weiß!

"Rekorde der Vogelwelt: 130 Extreme" von Dominic Couzens (2010), Haupt Verlag

Zunächst einmal hält man mit diesem Buch ein prachtvoll gestaltetes Vogelbuch in den Händen. Die präsentierten meist ganzseitigen und somit sehr großformatigen Fotos zeigen äußerst spektakuläre Vogelbilder. Ohne lange Vorreden werden Einzelaspekte aus der Vogelwelt herausgepickt und mit einem Foto und einer Seite Text präsentiert. So werden z. B. Vogelarten als Vertreter für die größte Flügelspannweite, die längsten Beine, das größte Auge, der kleinste Vogel, Stärkste Duftnote, Giftigster Vogel, Bester Energiesparer, Schnellster Schwimmer, Tiefster Tauchgang, Feinstes Gehör, Längstes Leben, Produktivster Brüter, Cleverster Jäger, Schönste Balzshow, Längster Schlaf, Unermüdlichste Eltern und den Sichersten Nistplatz vorgestellt. Insgesamt handelt es sich um 130 sorgsam ausgewählte Themen. Die Texte sind durchweg interessant und leicht verständlich gehalten. Aus diesem sehr kurzweiligen Buch kann man eine Menge Interessantes aus der Vogelwelt erfahren.

Fazit: Das Buch besticht durch die exklusive Ausstattung, die interessant ausgewählt und präsentierten Themen und die tollen Fotos. Es ist ein sehr schönes Geschenk für Vogelfreunde und man freut sich schon vor dem Umblättern auf die nächste Seite auf das folgende Extrembeispiel aus der Vogelwelt.

"Der Kosmos Spinnenführer - Über 400 Arten Europas" von Heiko Bellmann (2010), Kosmos Verlag

Ich denke wir haben mit diesem Buch den neuen Spinnenklassiker vorliegen. Im Vergleich zum Spinnenatlas sind in diesem Buch viele neue Fotos und auch einige neue Arten hinzugekommen. Die Texte sind ebenfalls neu und sehr übersichtlich gestaltet. Abschnitte zu Merkmalen, Vorkommen und Lebensweise sind ebenso vorhanden, wie ein farblich hervorgehobenes Kästchen mit den wichtigsten Bestimmungsmerkmalen. Oft sind auch die bereits im Atlas enthaltenen Detailzeichnungen zusätzlich abgedruckt. Es sind nicht immer - wie im Kosmos-Werbetext aufgeführt - mehrere Fotos zu jeder Art enthalten, aber die benutzten Fotos sind "Bellmann-gewohnt" erstklassig. Die bereits bekannten Fotos aus dem Atlas sind meist bearbeitet worden, was ihnen zu gute kommt. Neben den Spinnen werden in dem Buch auch Skorpione, Zwerggeißelskorpione, Pseudoskorpione, Weberknechte (15 Arten - inklusive des neuen "Schwarzen Weberknechts" - Leiobunum sp.), Walzenspinnen, Milben, Asselspinnen und Myriapoda ("vielfüßige Gliederfüßer" - 35 Arten) behandelt. Im Vergleich zum Spinnenatlas fällt das deutlich ausgiebiger behandelte Milbenkapitel auf, in dem u. a. immerhin 25 Gallmilbenarten vorgestellt werden.
Sehr praktisch ist die ausklappbare Familienübersichts-Schnellbestimmungstabelle im Umschlag, die ein sehr schnelles Auffinden ähnlicher Arten im Buch ermöglicht. Eine weitere sehr schöne Idee ist die Abbildung der häufigsten 23 Spinnenarten zur Schnellidentifikation direkt auf den ersten beiden Seiten.

Fazit: An diesem Buch gibt es eigentlich nichts auszusetzen. Bedenken sollte man allerdings, dass hier nicht alle Spinnenarten abgebildet worden sind. Dies wäre aber auch nicht sinnvoll, da dies 1. den Rahmen eines Taschenbuches sprengen würde und 2. viele Spinnenarten nur nach inneren Details unterschieden werden können. Auf diese Problematik wird in dem rundum empfehlenswerten Buch aber auch an den entsprechenden Stellen vorbildhaft eingegangen. Für Spinneninteressierte ist dieses Buch somit ein Pflichtkauf!

"Von Fallenstellern und Liebesschwindlern - Begegnungen im Naturgarten" von Werner David (2010), pala-Verlag

In diesem Buch wird prima einerseits die Wissensvermittlung und andererseits der Humor kombiniert. Die 20 Kapitel zeigen, dass hier jemand schreibt, der die kleinen Entdeckungen, die die Natur für den aufmerksamen Beobachter bereithält kennt und liebt. Herr David stellt zudem noch den seltenen Glücksfall dar, indem er wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig lustig schreiben kann. Schmunzelnd, teilweise lachend, aber jederzeit zustimmend habe ich die kurzen Kapitel mit Vergnügen gelesen. Natürlich findet nicht jeder die gleichen Dinge lustig, aber ich bin ganz guten Mutes, dass für jeden eine Portion Lachen und neues Wissen dabei ist :-)
Fazit: Ein prima Buch, dass auf angenehme Weise das tierische Leben im Naturgarten unter die Lupe nimmt. Herr David vermittelt Wissen und wer weiß - vielleicht kann er auch den einen oder anderen Gartenbesitzer dazu bewegen den Golfrasen gegen einen ökologisch wertvollen Naturgarten einzutauschen? Die Zielgruppe ist bei diesem Buch recht weitgefaßt. Kinder/Jugendliche und Naturfreunde jeglichen Wissensgrad können ihren Spaß mit diesem Buch haben.



15,- €
"Doppelfüßer (Diplopoda) Ostdeutschlands" von Harald Hauser & Karin Voigtländer (2009), DJN, Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung

Abgesehen von dem günstigen Preis (15,- €) überzeugt auch der Inhalt dieses großformatigen Buches. Dieser ist wirklich sehr umfangreich und der bebilderte (SW-Zeichnungen) tabellarisch aufgebaute Bestimmungsschlüssel verdeutlicht schön die Unterschiede zwischen ähnlichen Arten. Gelungen sind auch die Ökogramme, die zeigen in welchem Habitat die jeweilige Art hauptsächlich anzutreffen ist. Die heimischen 6 Ordnungen werden in einleitenden Kapiteln vorgestellt und zu jeder Art gibt es Infos über Morphologie, Verbreitung, Lebensraum und Biologie.
Für in NRW ansässige Naturfreunde ist es natürlich etwas schade, dass in den Verbreitungskarten nur die ostdeutschen Gebiete abgedeckt sind. Dennoch werden in den Karten alle Länder genannt, in denen die Art bisher nachgewiesen worden ist. Perfekt wäre es an dieser Stelle gewesen auch die Funde aus anderen deutschen Bundesländern zu vermerken.
In dem Recycling-Papier-DIN-A4-Buch sind 4 Seiten mit insgesamt 32 Farbfotos enthalten - ansonsten gibt es 14 Bestimmungstafeln, die mit Zeichnungen reich illustriert (insgesamt knapp 300!) sind. Für weitergehend Interessierte ist das sehr umfangreiche Literaturverzeichnis sicher auch eine Goldgrube.

Fazit: Für alle Doppelfüßer-Interessierten ein tolles Buch, dass sehr informationsreich und noch dazu recht preisgünstig ist! Daumen hoch von mir!

Grundkurs Vogelbestimmung - Eine Einführung zur Beobachtung und Bestimmung unserer heimischen Vögel von Christoph Moning, Thomas Griesohn-Pflieger & Michael Horn (2010)

Ich werde versuchen mich etwas zu bremsen, aber dieses Buch hat mich zu 100% überzeugt und es könnte passieren, das ich etwas zu euphorisch kommentiere :-)
Die ersten 130 Seiten dieses Grundkurses in die Vogelbestimmung enthalten alle wichtigen Themen, die zur Vogelbeobachtung dazugehören. Illustriert mit tollen aussagekräftigen Bildern, informativen und zudem noch humorvollen Texten wird Lust auf dieses schöne Hobby gemacht. Welches Fernglas? Welche Literatur? Tipps zu Internetseiten, Notizen, Vogelzeichnungen, Checklisten zum notwendigen Rucksack-Inhalt; Wie reportiere und lokalisiere ich Beobachtungen in einer Gruppe; Wie kann ich anhand der Ziffernblattmethode den Standort eines Vogels z. B. in einem Baum beschreiben; Wie beschreibe ich einen Vogel; Was versteht man unter dem Handicap-Prinzip; kritische Stellungnahmen (Naturschutz in Deutschland - Viel erlebt und nichts begriffen?) - jede Seite weckt aufs Neue Interesse und macht Spaß!
Und dann werden auf knapp 300 Seiten die verschiedenen Vogelfamilien vorgestellt. Ausgezeichnete Fotos und beschriftete Abbildungen zeigen alle wichtigen bestimmungsrelevanten Merkmale und weisen auf Schwierigkeiten hin. Schwer zu unterscheidende Vogelarten werden gegenübergestellt und die Unterschiede werden z. B. tabellarisch herausgearbeitet (Beispiele: Sing- <> Misteldrossel, Sumpf- <> Weidenmeise, Spechte, Seeschwalben, Strandläufer, Möwen usw.). Jede Seite atmet die Praxiserfahrung der Buchautoren, die beide seit Jahren Vogelexkursionen leiten und als Buch-, Zeitschrift- und Internetautoren in Fachkreisen Anerkennung erfahren.

Fazit: Für dieses Buch (das auch noch in die Jackentasche passt) gebe ich eine klare Kaufempfehlung - ohne wenn und aber! Mit diesem Buch macht die Vogelbestimmung einfach Spaß! Für alle Vogelfans oder die es noch werden wollen bestens geeignet!

"Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands 1: Wirbeltiere" herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz (2009)

Die "Roten Listen" werden seit ihrer Einführung im Jahre 1971 als Argumentationshilfen bei umweltrelevanten Planungen von "Umweltplanern" und Naturschützern gerne zu Rate gezogen. Der Gefährdungsgrad von Tier-, Pflanzen- und Pilzarten wird in diesen in regelmäßigen Abständen aktualisierten Listen in vergleichbare Zahlen umgesetzt, mit denen auch Nichtfachleute auf Anhieb verstehen können, ob sie es mit einer häufigeren oder einer selteneren und damit meist auch gefährdeteren Art zu tun haben. Das Vorkommen gefährdeter Arten kann dabei das "Aus" für Bauvorhaben bedeuten und gibt Naturschützern "wertbare" Argumente in die Hand.
Anhand der kommentierten Listen bekommt man einen Eindruck über das von Fachleuten eingeschätzte Aussterberisiko der einzelnen Arten. Die verwendeten Kategorien werden dabei in dem Buch genau definiert. Die ersten 100 Seiten widmen sich ausführlich der Vorstellung der Methoden und weisen auch auf Probleme bei der Ermittlung der Zahlen hin.
Von den meisten Wirbeltiergruppen wird nicht nur eine deutschlandweite kommentierte Checkliste sondern auch ein aufgesplittete Liste sortiert nach Bundesländern präsentiert. Die Bundesländerlisten liegen für Säuger, Reptilien und Amphibien vor - fehlen jedoch bei den Vögeln und Fischen. Die Listen geben zudem den aktuellen Stand der wissenschaftlichen und deutschen Artnamen wieder.

Fazit: Gerne wird in Fachkreisen über die Entstehungsweise dieser Listen gestritten, aber kaum ein Naturschützer greift letztendlich nicht auf diese Listen zurück. Es handelt sich somit um DAS Standardwerk, das in keinem Planungsbüro, in keiner Biologischen Station und in keinem Bücherschrank engagierter Naturschützer fehlen darf!



10,- € Buch




5,- € CD-ROM
"Libellen Geländeschlüssel für Rheinland-Pfalz und das Saarland" von Dietmar Glitz (2009) - Buch & CD-ROM

Die CD, die für NABU-Mitglieder (und das sind wir ja hoffentlich alle ;-)) gerade mal 3 € kostet beinhaltet jede Menge Fotomaterial und Textinfos. U. a. gibt es eine 247-seitige pdf-Datei mit allen dortigen Libellenarten (68 Arten!) - meist mit sehr schönen Fotos von Männchen und Weibchen und Großabbildungen der bestimmungsrelevanten Details (Hinterende, Flügelmal...). Ferner werden bei den Arten die wichtigsten Merkmale genannt.
Dazu gibt es dann noch die Trainings-pdf-Datei. Man kann sich serienweise Bilder ansehen, die Arten notieren und anschließend mit der Musterlösung vergleichen. Weitere pdfs zeigen die Libellen sortiert nach Biotopen (auch hier mit tollen Biotop- und Libellenfotos) und Libellenschutzmassnahmen (Fotoserien vom Anlegen von Seen usw.).

Auch das Buch weiss zu gefallen. Im Stile der DJN-Bestimmungsführer gibt es Bestimmungsschlüssel mit Detailzeichnungen. Im Anhang gibt es schöne Fotos (ok - hier muss man dann immer zwischen Bestimmungsschlüssel und Foto hin- und herblättern...). Dafür gibt es zusätzlich tabellarisch aufgeführte Geländeschlüssel. Z. B. kann man sich zu den Heidelibellen schön übersichtlich die verschiedenen Merkmale zu Kopf, Brust, Beinen, Flügel, Hinterleib durchlesen. Heidelibelle mit gelben Streifen an den Beinen und Hinterleib unten schwarz > Gefleckte Heidelibelle usw...
Also - auch das Buch ist sein Geld (für Mitglieder gerade mal 5,- €) Wert!

Fazit: Ein Buch für die Praxis, das nicht nur auf bunten Bildchen basiert und eine Bestimmung bis zur Art ermöglicht. Die CD ist ebenfalls absolute klasse!
Für Libellenfans also ein sehr empfehlenswertes Doppel! Aus NRW-Sicht fallen bei einem Artenvergleich der behandelten Arten und der NRW-Arten große Übereinstimmungen auf. Im Buch wird zusätzlich der in NRW fehlende Östliche Blaupfeil (Orthetrum albistylum) behandelt, dafür fehlen einige in NRW sehr seltene Arten (Aeshna subarctica, A. viridis, Coenagrion armatum, C. lunulatum, Leucorrhinia albifrons, Sympecma paedisca).

"Welcher Pilz ist das?: Extra: Pilze und ihre Baumpartner" von Markus Flück (2009)

Diese komplett überarbeitete Ausgabe des Kosmos-Pilz-Führers kann sich sehen lassen. Die ersten 100 Seiten führen in die Thematik Pilze ein. Dabei werden neben Kapiteln, die auch in anderen Pilzführern vorkommen (Aufbau der Pilze, wie man Pilze sammelt, wo man sie findet, wie man sie kultiviert, Giftpilze, Zubereitung usw.) auch wichtige Baumarten ausführlich vorgestellt. Da viele Pilzarten eine Partnerschaft mit ausgewählten Baumarten eingehen ist für eine sichere Pilzbestimmung auch eine Kenntnis der Baumarten notwendig. Auf 285 Seiten folgen dann die meist einseitigen Pilzartenprofile. Die am Rand farblich markierten Seiten kooperieren mit einem äußerst nützlichen Schlüssel, der sich im aufklappbaren Einband befindet. Dort erleichtern zudem schematische Darstellungen die Interpretation von Pilzmerkmalen oder aber den Sprung zur richtigen Pilzfamilie (die farblich gekennzeichnet ist). Das Pilzprofil setzt sich aus großen sehr guten Fotos, Angaben zu Hut/Röhren/Stiel/Fleisch/Sporen/Speisewert/Vorkommen und Wissenswertem zur jeweiligen Art zusammen. Eine Jahresleiste lässt sofort erkennen in welchen Monaten mit einem Fund zu rechnen ist. Symbole zeigen an ob es sich um Mykorrhiza-Partner bei Laub- oder Nadelholzarten,Saprobionten oder Schmarotzer handelt und ob die Pilze essbar sind.

Fazit: Ein rundum empfehlenswertes Pilzbüchlein, das man guten Gewissens mit auf die nächste Pilzexursion nehmen kann. Herr Flück - ein langjähriger Pilzkenner - hat im Übrigen bereits erfolgreich andere Pilzbücher veröffentlicht (z. B. "Pilzführer Schweiz").

"Hybriden bei Bäumen und Sträuchern" von Dietrich Böhlmann (2008)

Wenn man sich für Hybride von Gehölzen interessiert hat man definitiv keine Alternative zu diesem Buch, da dieses Buch das erste seiner Art ist. Hybriden sind ein schwieriges Thema (ich erinnere mich noch an einen Ausspruch meines Botanik-Professors "Die Weiden erschuf Gott im Zorn!" :-)), so dass man sich über jeden Versuch freut Licht in dieses Dunkle zu bringen. Diesem Buch gelingt das dazu noch recht gut. Sehr ansprechend sind die informativen Texte, die qualitativ hochwertigen Abbildungen (294 Fotos, teilweise mit Gegenüberstellung der Eltern und Hbyride auf einem Foto) und die übersichtlichen Tabellen, welche die Merkmale der Hybriden schön gegenüberstellen. Im Buch werden im Übrigen nur die primären Hybride abgehandelt, auf die Darstellung weitergekreuzter Hybride wird verzichtet. Auch auf ein Inhaltsverzeichnis und eine Zusammenstellung von erklärenden Fachbegriffen wurde leider verzichtet. Die Arten sind jedoch im Buch in alphabetischer Abfolge bearbeitet.

Fazit: Mit leichten Abstrichen ein sehr gelungenes Buch. Diese Thematik und somit auch das Buch richten sich allerdings an botanisch versierte Leser, die auch gerne das Geld für dieses Buch ausgeben werden, da sie schon lange auf das erste Buch dieser Fachrichtung gewartet haben!

"Grundkurs Gehölzbestimmung: Eine Praxisanleitung für Anfänger und Fortgeschrittene" von Rita Lüder (2009)

Mir persönlich gefällt dieses Bestimmungsbuch von Frau Lüder sehr. Besonders schön sind z. B. die Unmenge an Bildern, die im einleitenden Teil auf aussagekräftige Art und Weise botanische Fachbegriffe - kombiniert mit den ansonsten typischen schematischen Darstellungen - erklären. Das Büchlein versteht sich als eine Art Vorbereitung auf DAS Standardbestimmungsbuch für Gehölze, den FITSCHEN (s. o.). Es möchte und kann ihn aber nicht ersetzen! Da in diesem Buch nicht alle Gehölzarten vertreten sein können, bleiben natürlich auch die angebotenen Bestimmungsschlüssel lückenhaft. Dennoch liefern die unterschiedlichen Bestimmungsansätze über Blätter, Blüten, Früchte und den Winterzustand dem Pflanzenfreund ganzjährig eine gute Bestimmungschance. Wichtige Details werden in Vergrößerungen schön ins Bild gesetzt und erleichtern die Entscheidungsfindung im Umgang mit den Bestimmungsschlüsseln. Im Anschluss an die angesprochenen Schlüssel werden die Pflanzenfamilien und ihre typischen Merkmale in einzelnen Kapiteln vorgestellt. Hier gibt es dann weitere Familien-Bestimmungsschlüssel, die ebenfalls eine Artbestimmung ermöglichen.

Fazit: Sofern man sich nicht alleine auf dieses Buch beschränkt und mit weiteren Fachbüchern "bewaffnet" ist, stellt dieses Buch eine prima Ergänzung dar und verhindert den schnellen Motivationsverlust, der sich bei der Bearbeitung von unbebilderten Bestimmungsschlüsseln sonst schnell einstellen kann.





Faszination Insekten-Mikrokosmos, DVD
Räuber und Parasitoide (Teil 1)
Mord im Apfelbaum (Teil 2)
Blattläuse leben gefährlich (Teil 3) (2009)


Zum Teil 2: Dieser Film zeigt unglaubliche Aufnahmen aus der Welt des Mikrokosmos eines Apfelbaums. Hauptdarsteller sind Spinnmilben, Flechtlinge, Blattläuse, Raubwanzen, Schwebfliegen, Florfliegen, Marienkäfer, Spinnen (Spring-, Krabbenspinnen), Apfelblattsauger, Ohrwürmer, Raupen und Schlangenminiermotten. Viele der Tiere werden in ihren verschiedenen Entwicklungsstadien (Ei > Larve > Puppe > Adult) gezeigt. Die wirklich ausgezeichneten Aufnahmen und der lebhafte akzentuierte Erzählstil (man fühlt sich an Bernhard Grzimek erinnert) des Sprechers (Urs Wyss) wecken Interesse und wissen zu faszinieren. Zeitlupenaufnahmen von Blattläusen, die ihre Honigtauausscheidungen per Beinkick bis zu 20 cm weit wegschleudern sind genauso einzigartig wie z. B. die zeitaufwändige und komplizierte Entstehung der "Hängematte" der Larve einer Schlangenminiermotte, die diese als Schutz für ihr Puppenstadium baut. Dieser Einblick in einen kleinen Teil des Ökosystems eines Apfelbaums lässt den Betrachter ehrfurchtsvoll über dieses "ausgeklügelte" Gleichgewicht zwischen Fressen und Gefressen werden staunen.

Zum Teil 3: Diese DVD zeigt in einzelnen Episoden Ausschnitte aus dem Leben von Blattläusen, Florfliegen, Marienkäfern, Schwebfliegen, Gallmücken und Schlupfwespen. Dabei werden verschiedene Blattlausarten vorgestellt und die Entwicklung insbesondere von Florfliegen, Marienkäfern und Schwebfliegen näher betrachtet. Auch auf dieser DVD sind unglaubliche Aufnahmen enthalten. Besonders gefallen Schlupfwespen, die Blattläuse attackieren und das Kapitel über Hyperparasitoide. Was lässt sich die Natur nur alles einfallen? Das Schlupfwespen ihre Eier IN Blattläusen ablegen, damit sich die geschlüpften Larven von den Blattläusen ernähren können ist ja schon interessant. Das es aber jetzt wiederum andere Schlupfwespenarten gibt, die gezielt ihre Eier nur in Blattläusen ablegen, die bereits von einer anderen Schlupfwespenlarve besetzt sind, damit sich dann die zweite Schlupfwespenlarve von ihrer "Vorgängerin" ernähren kann ist einfach unglaublich. Die passenden Bilder dazu sind sicher einzigartig! Schlupfwespen die in Form eines "Blattlausrodeos" nacheinander Blattläuse zunächst durch Betrillern beruhigen, dann besteigen und dann per Probestich herausfinden ob im Inneren der Blattlaus bereits eine andere Schlupfwespenlarve heranwächst. Falls nicht ist die nächste Blattlaus fällig, wenn doch wird ein Ei abgelegt.

Fazit: Der Preis dieser DVD's ist recht hoch, so dass wohl leider viel zu wenige Naturfreunde zugreifen werden. Bleibt zu hoffen, dass die Filme Einzug in Bildungsinstitutionen (Schulen, Biologische Stationen, Universitäten usw.) finden werden. Genau so kann Interesse für die Insektenwelt geweckt werden! Man bekommt direkt Lust am nächsten Apfelbaum auf die Suche zu gehen und sich Auszüge dieser Dramen - bewaffnet mit einer guten Lupe - in natura anzusehen.
"Auf Schlangenspuren und Krötenpfaden: Amphibien und Reptilien der Schweiz" von Andreas Meyer, Silvia Zumbach, Benedikt Schmidt, Jean-Claude Monney (2009)

In diesem schweizerischen Buch über Amphibien und Reptilien findet man - mit Ausnahme von Knoblauchkröte, Moor- und Ochsenfrosch auch alle NRW-relevanten Arten. Nach interessanten einleitenden Kapiteln u. a. zu Biologie und Lebensweise folgen die Amphibien- und Reptilienartenprofile. Sehr schön sind die vorab abgedruckten übersichtlichen Kreuztabellen aus denen ersichtlich wird welche Art in welchem Lebensraumtyp wie häufig anzutreffen ist. Auf 4-7 Seiten werden dann die Arten vorgestellt. Ausgezeichnete Fotos von den adulten Tieren und des typischen Biotops, übersichtliche Darstellung der wichtigsten Bestimmungsmerkmale, schweizerische und europäische Verbreitungskarten, Höhenverbreitungsdiagramme, Infos zu Verwechslungsmöglichkeiten, Lebensraum und -weise und Diagramme, die übersichtlich die Phänologie der Arten darstellen (wann im Jahr Adult im Wasser/an Land, Paarungszeit, Ei, Larve, Jungtier) ergeben sehr schöne Artenprofile. Ein langes Kapitel über Gefährdung und Schutz rundet das Buch ab.
Fazit: Das Buch ist nicht ganz billig, überzeugt aber durch seine hochwertige Ausstattung. Die tollen Fotos der Tiere und der Biotope, das Kartenmaterial und die interessanten Texte sorgen für ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis.



33,95 €
plus Versandk.
"Wespen" von Rolf Witt (2009), komplett überarbeitete und aktualisierte Ausgabe des lange vergriffenen Buches "Wespen - beobachten, bestimmen"

Das Buch ist mit seinen ausführlichen Textinformationen, den schönen Fotos (auch Rasterelektronenmikroskop-Aufnahmen), seiner umfangreichen Artentabelle mit Hinweisen zu Vorkommen, Nistweise, ökologische Angaben und Rote-Liste-Status, den verschiedenen sehr gut bebilderten Bestimmungsschlüsseln und den Artenbeschreibungen, die Wissenswertes zu den Arten liefern (Merkmale, Verbreitung, Lebensraum, Phänologie, Biologie, Bestandssituation) ein Paradebeispiel für ein gelungenes Bestimmungsbuch.
Fazit: Bloss gut, dass Rolf Witt den Mut gefunden hat dieses Buch im Eigenverlag in 2. Auflage auf den Markt zu bringen. Das Buch überzeugt nicht nur durch seine Qualität sondern noch dazu auch durch seinen Preis!

Mäuse und Spitzmäuse in Bayern: Verbreitung, Lebensraum, Bestandssituation" von Richard Kraft (2008)

Ein Buch ausschließlich über Mäuse und Spitzmäuse! An etwas Vergleichbares hat sich bisher meines Wissens noch niemand herangewagt. Die knapp 30 Artenprofile nehmen den Hauptteil des Buches ein. In mindestens 2, gelegentlich aber auch 4 Profilseiten, werden Informationen über Körpermerkmale, wichtige Bestimmungskennzeichen, Körpermaße und Verwechslungsmöglichkeiten geliefert. Die Verbreitungssituation der jeweiligen Art wird in Europa und speziell in Bayern in Text und zwei Verbreitungskarten (die halbseitige bayrische Karte zeigt die Fundpunkte im TK25-Raster, die europäische Karte ist recht klein aber dennoch übersichtlich) ausführlich dargestellt. Interessant sind auch die Höhendiagramme, mit deren Hilfe man die Höhenverteilung der Art ersehen kann und die Angaben über prozentuale Anteile der Art in Schleiereulengewöllen. Schleiereulen entfernen sich während der Brutzeit meist nicht weiter als 600 m vom Nest, so dass Mausarten auf diese Art und Weise sicher in der Umgebung nachgewiesen werden können.

Fazit: Ein sehr schönes Buch, das das Wissen über Mäuse und Spitzmäuse mit Hilfe von ansprechenden Fotos und informativen Texten zusammenfasst. Die Aufnahme eines Bestimmungsschlüssels (der leider fehlt...) hätte das Buch meiner Meinung nach weiter aufgewertet. Der Preis ist aus meiner Sicht hart am Rande der vertretbaren Höchstgrenze angesiedelt und schränkt das Zielpublikum leider erheblich ein.

"Die Säugetiere Europas, Nordafrikas und Vorderasiens - Der Bestimmungsführer" von Aulagnier, Haffner, Mitchell-Jones, Moutou & Zima (2009)

Ein sehr schönes handliches Buch über Säugetiere, das in überwiegend schönen Zeichnungen und informativen Texten das Wichtigste zu den 403 im Verbreitungsgebiet vorkommenden Säugetierarten auf 272 Seiten zusammenträgt. Die Artenprofile enthalten Infos über die verschiedenen Längenangaben, das Aussehen des Tieres wird kurz und bündig beschrieben, es werden Informationen über Vorkommen inklusive Verbreitungskarten geliefert und Angaben zu Wissenswertem zur Biologie runden das Angebot ab. Gattungsmerkmale werden gesondert hervorgehoben. Die Abbildungen werden meist mit Detailzeichnungen des Schädels kombiniert.

Fazit: Trotz einiger Verbesserungsvorschläge (siehe Link) finde ich das Buch sehr schön und halte es für eine prima Ergänzung zu weiterführender Literatur. Der Preis ist aus meiner Sicht allerdings am oberen Ende der vertretbaren Skala angesiedelt.

"Wirbellose Tiere in den Binnengewässern Zentraleuropas" von György Kriska und Thomas Tittizer (2009)

Svenja Christian: "Ein sehr empfehlenswertes und gelungenes Werk, besonders für Anfänger und Interessenten, die sich ernsthaft einen guten und gefestigten Überblick über die vielfältige Wirbellosen-Fauna der europäischen Binnengewässern verschaffen möchten.
Die verschiedenen Tiergruppen werden mit ihren charakteristischen Arten vorgestellt. In auch für Laien gut zugänglichen Bestimmungsschlüsseln können die einzelnen Arten erkannt werden. Zahlreiche Zeichnungen stellen die wichtigen Bestimmungsmerkmale schematisch vereinfacht dar, so dass selbst ungeübte Interessenten die am Tier oft schwer erkenntlichen Merkmale erkennen lernen. Schöne Aufnahmen ergänzen das Werk. Nicht zuletzt ist jedoch der Preis des Werkes sehr attraktiv. Die Kombination aus Buch und Übungs-CD ist ihr Geld auf jeden Fall wert!"

Bestellungen sind hier beim Weissdorn Verlag möglich.
"Die Orchideen Deutschlands und angrenzender Länder - finden und bestimmen" von Horst Kretzschmar (2008)

Ein klasse Orchideenbuch! Klein, handlich, sehr schöne Fotos, viele Fotos pro Art (ca. 500 Fotos bei 84 Arten), gute Artenbeschreibungen und recht preisgünstig. Es werden vegetative Merkmale, Blütenmerkmale, Vegetationszyklus, Ökologie, Zytologie, Variationsbreite und Schutz und Gefährdung beschrieben und es gibt zusätzlich noch eine deutschlandweite Verbreitungskarte, die allerdings nur eine ungefähre Ortung ermöglicht (...ist vielleicht auch besser so!). Bei sehr variablen Arten, werden auch diese gesondert beschrieben und ebenfalls in Fotos gezeigt. Meist gibt es auch Großaufnahmen der Blüten. Gut gefallen mir auch die Gattungs- und Artenbestimmungsschlüssel. Im Schlüssel sind Fotos der jeweiligen Blüten abgebildet. Dies macht die Schlüssel anschaulicher! Schön werden auch neueste genetische Untersuchungstechniken erklärt und z. B. die Aufsplittung der Gattung Orchis erläutert.

Fazit: Auf der nächsten Orchideenwanderung sollte dieses Büchlein nicht fehlen!


Preis nach Absprache
CD-ROM: "CORISA Wanzenabbildungen - Ein Hilfsmittel zur wissenschaftlichen Bestimmung von Wanzen (Heteroptera) von Gerhard Strauß (2009)

Diese CD-ROM ist ein Knaller! Herr Strauß fotografiert mit modernster Technik und macht gestochen scharfe Bilder, die eine Identifikation der Wanzenart in vielen Fällen ermöglicht. Zur Zeit (Juni 2009) werden 1540 Wanzenarten (!) in exzellenten Studiofotos präparierter Wanzen vorgestellt. Oft werden beide Geschlechter gezeigt. Besonders schön sind die Aufstellungen in denen alle Vertreter einer Gattung parallel gezeigt werden. Bei kritischen Arten werden sogar die präparierten Genitalien gezeigt. Dies beschleunigt eine Bestimmung ungemein. Zu den Wanzenarten gibt es eine genaue Auflistung der Länder in denen die jeweilige Art anzutreffen ist. Ferner gibt es eine sehr kurze Information über die ökologischen Ansprüche der Art. Eine nette Idee ist auch die Aufstellung einer Pflanzenliste, in der man nach der Auswahl einer Pflanzenart das Wanzenartenspektrum angezeigt bekommt, das an dieser Pflanzenart angetroffen werden kann. Jeder Wanzenname ist dann wieder verlinkt zum Wanzenprofil. Die CD-ROM wird ständig erweitert und ist zur Zeit noch nicht fertig, kann aber bereits als Vorabversion bestellt werden. Spätere Updates sind dann möglich!
Um den aktuellen Preis zu erfahren wenden Sie sich bitte per E-Mail an Herrn Strauß (Vorsicht! Nicht ganz billig - aber seinen Preis wert!)
Bestellen kann man die CD nach vorheriger Kontaktaufnahme über diese E-Mail:
ge.strauss@t-online.de. Weitere Informationen finden Sie hier auf der Homepage von Herrn Strauß. Dort können Sie sich auch von der beeindruckenden Fotoqualität überzeugen!
"Die Schlangen Europas - Alle Arten Europas und des Mittelmeerraums" von
Ulrich Gruber (2009, 2. Aufl.)


Auf gut 30 Seiten geht es zunächst um den Körperbau, Sinnesleistungen, Nahrung, Häutung, Vermehrung, Lebensweise, Verhalten, ausführliche Infos zu Schlangengift mit entsprechenden Kontaktadressen, Schutzmaßnahmen usw. Dann folgen Bestimmungsschlüssel auf Familien- und Gattungsniveau. Diese sind leider nicht mit Abbildungen illustriert, was eine Nutzung sicher vereinfacht hätte. Dann folgen ca. 190 Seiten mit 95 Schlangenartenporträts. Hierbei werden bei jeder Art deutsche, englische, französische und wissenschaftliche Namen genannt. Ferner finden sich folgende Infos: Kurzporträt, Merkmalsbeschreibungen, Färbung, Giftigkeit, Lebensraum, Lebensweise, Nahrung, Fortpflanzung, Verbreitung, evtl. Unterarten. Sehr gute Fotos (meist 1 Foto pro Art, bei der Ringelnatter sind es dann aber auch mal 10). Zusätzlich wird eine kleine Verbreitungskarte gezeigt. Auf Amazon kritisiert ein vermutlicher Kenner dieser Artengruppe, das die Verbreitungskarten der Schlangenarten, die in der ersten Auflage dieses Buches noch nicht enthalten waren, nicht ganz auf dem neuesten Stand sind.
Sehr gut finde ich die 13 Seiten mit Artenlisten von Ländern und Ländergruppen. Hier bekommt man einen guten Überblick über die potentiell vorkommenden Schlangenarten in Skandinavien, Iberische Halbinsel, Frankreich, Beneluxländer, Deutschland, Schweiz, Österreich, Italien usw. Es sollte evtl. noch erwähnt werden, das sowohl auf der Kosmos- als auch auf der Amazon-Internetseite von 304 Seiten die Rede ist, obwohl es sich in Wirklichkeit nur um 265 Seiten handelt!

Fazit: Mir gefällt das Buch sehr gut. In NRW kommen ja mit Schling-, Ringelnatter und Kreuzotter nur 3 Schlangenarten vor, so dass man sich für die hiesigen Verhältnisse nicht unbedingt ein ganzes Buch mit 95 Schlangenarten anschaffen müsste, aber das Buch ist ein schöner Reisebegleiter beim nächsten Urlaub. Ansonsten für Schlangenfans sicherlich eine richtig gute Wahl!

"Die Brutvögel Hagens. 1997-2008" von der Arbeitsgemeinschaft Avifauna Hagen, Andreas Welzel & Stephan Sallermann (2009)

Um es vorwegzunehmen - dieses 22 x 30 cm große Vogelbuch ist eine echte Bereicherung auf dem von Vogelbüchern bereits ziemlich übersättigten Büchermarkt. Der Preis von 19,90 € ist dabei angesichts der professionellen und hochwertigen Ausstattung mehr als gerechtfertigt! Die 338 meist exzellenten Farbfotos (warum wurde bloß gerade auf dem Umschlagbild ein unscharfes Bild benutzt?) zeigen die vorgestellten Brutvogelarten und in vielen Fällen auch deren typische Habitate. Das ist natürlich insbesondere für Kenner Hagens eine schöne Zugabe. In den Texten wird ausführlich die Verbreitung der Vogelarten im Untersuchungsgebiet und deren Bestandszahlen in Hagen anhand von Beobachtungsdaten geschildert. Schwankungen der Bestandszahlen innerhalb des Beobachtungsgebietes werden geschildert und gedeutet. Für die meisten der 110 behandelten Arten werden zudem Rasterkartierungen gezeigt. Beeindruckend sind auch die Unmengen an Daten, die in Form von Ranglisten, Balken-/Säulen-/Kreisdiagrammen und Tabellen eine gewaltige - aber sehr ansprechend gestaltete - Informationsflut bedeuten. Ein solches Werk kann nur als Gemeinschaftsarbeit vieler Vogelfreunde entstehen und setzt für Nachfolgewerke die Messlatte ganz hoch an.

Fazit: Generell richtet sich das Buch wohl in erster Linie an Hagener Vogelfreunde und Ornithologen der näheren Umgebung. Für alle Vogelfreunde im Umkreis des Untersuchungsgebietes ist das Buch einfach ein Muss! Für die Übrigen sind in dem Buch noch genügend Informationen enthalten, die auch über die Untersuchungsgrenzen hinaus von Interesse sein werden. Ein weiteres Plus sind natürlich die schönen Fotos der über 30 Fotografen.
1000 Bücher sind von diesem schönen Buch nur gedruckt worden - schlagen Sie zu, bevor Sie zu spät kommen...

"Vögel: 430 Arten Europas" von Peter Hayman & Rob Hume (2009).

Dieser ca. 2,5 kg-Prachtband im Atlasformat hat es in sich! Häufig streiten sich ja die Vogelfans darüber, ob Bücher mit Fotos oder stilisierten Abbildungen die bessere Wahl sind. In diesem Buch finden sich beide Varianten! Der Mäusebussard wird z. B. mit einem Foto und sage und schreibe 18 farbigen Abbildungen und 6 SW-Silhouetten präsentiert. Abgebildet werden: Jugendkleid-Weibchen fliegend, Jugendkleid sitzend, Adult sitzend, Jugendkleid-Weibchen stehend, Adultes Männchen von unten, Jugendkleid von unten, Adultes Weibchen von unten, Jugendkleid helle Farbvariante, Jugendkleid von oben, Flugbilder beim Gleiten, Steuerfedern usw...
Auch wenn das Buch seine Schwerpunkte auf die Abbildungen legt, kommen dabei aber auch die Textinformationen nicht zu kurz. Infos zu Länge, Flügelspannweite, Gewicht, Status, Lebensraum, Nahrung, Verhalten und Stimme, Brut und Zugverhalten werden von einer Verbreitungskarte und der Nennung von Verwechslungsarten, Beobachtungszeitraum und anderem Wissenswerten ergänzt. Neben der ausführlichen Darstellung der über 430 Vogelarten gibt es in diesem Buch ein weiteres Highlight: Die mitgelieferte CD! Immerhin 250 Vogelarten sind mit Bild und Vogelstimme sowohl für den PC/Mac, als auch "im Zeichen der Zeit" für den iPod bearbeitet.

Fazit: Dieses prachtvoll illustrierte Vogelbuch zeigt in einer bisher nicht dagewesenen Fülle an detailreichen Farbzeichnungen alle wichtigen Brutvogelarten und Durchzügler und erleichtert somit eine Artansprache ungemein. Etwas ausführlichere Textinformationen findet man in anderen Vogelbüchern, aber vermutlich hätte man das Buch sonst nicht mehr heben können :-)
Auch wenn das Buch nicht billig ist, ist es seinen Preis wert - vor allem auch dann, wenn man zum Vogelstimmenvergleich die Vogelstimmen vor Ort mit denen auf dem iPod abgleichen kann. Eventuell gelingt ja sogar das Anlocken von Vogelarten...

"Der Rotmilan: Ein faszinierender Greifvogel" von Adrian Aebischer (2009).

Dieser Prachtband im Atlasformat liefert alles an Informationen, was man über einen der schönsten Greifvögel Deutschlands wissen möchte. Die Vermittlung des Wissens geschieht zudem auf einem wissenschaftlich aktuellen Stand, eingerahmt von faszinierenden Fotos, von denen die meisten besser nicht sein könnten. Ca. 100 Fotos von einer einzigen Vogelart deuten schon an, das hier eine Tierart in allen Lebenslagen gezeigt wird. Das der Autor gründlich vorgegangen ist, zeigt u. a. auch die beeindruckende fast 400 (!) Quellen umfassende Literaturliste. So ist es Herrn Dr. Aebischer (Biologe) gelungen eine Wissenssammlung über eine Vogelart vorzulegen, die ihresgleichen sucht. Die Auswertungen von Satellitendaten und Sichtmeldungen ermöglichten einen Überblick über Wanderungsbewegungen und die Entwicklung, bzw. Bestandszahlen aus allen Ländern, in denen der Rotmilan vorkommt. Interessante Beobachtungen, wie z. B. die der Zugbewegungen einzelner Rotmilane, die aus den Winterquartieren in ihre Sommerquartiere fliegen und nach einigen Tagen die ganze Strecke wieder zurückfliegen um dann erneut nach kurzer Zeit wieder in die Brutreviere zurückzukehren sind schon sehr außergewöhnlich. Kein Aspekt bleibt unbeleuchtet und sogar skurile Aufstellungen, wie die über knapp 60 Baumaterialien (Schuhsohlen, Käseschwarte, Puppenhose, Babywindeln, Plüsch-Elefant...), die beim Nestbau verwendet worden sind, zeigen die akribische Arbeit, die der Autor in dieses Buch gesteckt hat.

Fazit: Ich kann mich hier in Breckerfeld immer wieder am Rotmilan erfreuen, wenn er über landwirtschaftlichen Flächen oder sogar gemächlich mitten im Wohngebiet über unseren Garten hinwegsegelt. Dem Autor gelingt es in diesem Buch die Faszination an dieser Vogelart noch weiter zu vertiefen. Das Buch stellt sicherlich für alle Vogelfreunde eine Delikatesse dar und lohnt die Anschaffung. Sicherlich ist der Prachtband auch bestens als schönes Geschenk für Naturfreunde geeignet.

"Atlas der bedrohten Arten" von Richard Mackay (2009)

Ein wichtiges Buch für alle, die sich über Themen wie Umweltzerstörung und dem daraus resultierenden Artensterben informieren wollen. Es gibt ca. 10 Mio. Tierarten auf der Welt, von denen allerdings erst etwa 1,3 Mio. wissenschaftlich beschrieben sind. Schätzungen zu Folge würden natürlicher Weise pro Jahr und pro 1 Mio. Arten eine einzige Art aussterben. Der Mensch hat dieses empfindliche und bestens eingespielte Gleichgewicht zwischen den Arten dermaßen zerstört, dass zur Zeit in dem genannten Zeitraum etwa 1.000-10.000 Tierarten aussterben. Das Aussterben einzelner Schlüsselarten kann wiederum das Aussterben ganzer Lebensgemeinschaften nach sich ziehen.
In dem Buch wird gezeigt, warum der Mensch diese teuflische Todesspirale alleine schon aus Eigeninteresse durchbrechen muss. Anhand von Beispielen empfindlicher Ökosysteme (u. a. Regenwaldzerstörung, Feuchtgebiete, Korallenriffe, Meere) und bedrohter Tier- und Pflanzenarten (u. a. Primaten, Großkatzen, Elefanten, Nashörnern, Walen) werden die neuesten Erkenntnisse auf anschauliche Art und Weise präsentiert. Zu diesem Zweck werden mit Hilfe von großformatigen, aufwändig gestalteten Karten und Fotos die reichlichen und interressant zu lesenden Textinformationen illustriert. Über Begriffe wie Art, Population und Artenvielfalt wird man nach dem Lesen dieses Buches genauso auf dem Laufenden sein, wie über aktuelle Strategien des Naturschutzes, wie z. B. die Konzentration der Schutzbemühungen auf Schutzgebiet-Schwerpunkte, sogenannte "Ökologische Hotspots".

Fazit: Ein sehr empfehlenswertes Buch, das mit seinem erfrischend modernen Outfit und gelungenen Illustrationen, seine Leser auf den neuesten Stand zum Thema Artenschutz bringt.

"Die Kosmos-Vogelstimmen-DVD" von Hans Heiner Bergmann, & Wiltraud Engländer (2009, 2. überarbeitete Auflage).

Darauf hat man als Vogelfan eigentlich schon lange gewartet. Vogelstimmen lernen und gleichzeitig die Vögel (am Fernseher/PC) beobachten.
Die DVD ist handwerklich sehr gut gemacht. Besonders gefällt mir die Wahlmöglichkeit, das man die Filmsequenzen sowohl mit erläuternden Sprechertexten als auch nur die Vogelstimme alleine anhören kann!
Zusätzliche Kapitel im Videowörterbuch erklären sehr schön in Film- und Tonaufnahmen Besonderheiten des Gesangs (Warum Gesang?, Vollgesang und Subsong, Motiv, Kontergesang, Strophentypen, Duett, Dialekte usw.). An dieser Stelle muss man ein wenig suchen um zur zweiten Seite zu gelangen (der Pfeil, der in Richtung Hauptmenü zeigt, führt zur 2. Seite des Video-Wörterbuches!?).
Sehr schön sind auch die Aufstellungen der Vogelarten sortiert nach Lebensräumen gemacht und die Möglichkeit Verwechslungsarten (z. B. Schilf-, Sumpf-, Teich- und Drosselrohrsänger) im Vergleich zu hören. Ferner kann man sich die Vögel sortiert nach Verwandtschaftsgruppen von Singvögeln oder Nicht-Singvögeln (z. B. die Spechte (Schwarz-, Grün-, Bunt-, Klein- und Mittelspecht) ansehen und hören.

Fazit: Angesichts des Aufwands, den die Herstellung einer solchen DVD bedeutet, ist das Ergebnis wirklich klasse. Sehr schöne Film- und Tonaufnahmen werden aufwändig präsentiert und in Kombination mit dem beigelegten Büchlein ist die DVD für diesen Preis quasi geschenkt! Trotz einiger technischer Probleme, die aber auf aktuellen Computern vermutlich nicht auftreten werden und leichter Kritik bei der Auswahl einiger Vogelarten kann ich diese DVD wirklich jedem Vogelfreund nur wärmstens empfehlen.

"Die Vogelwelt des Waldes - DVD" von Susanne Hoffmann (2009).

Im Vergleich zu der Kosmos-DVD, in welcher 100 Vogelarten vorstellt werden, gibt es auf dieser DVD die wichtigsten 64 Vogelarten des Waldes zu sehen und zu hören. Die Zusammenstellung der Vogelarten wirkt deutlich harmonischer als bei dem versuchten Rundumschlag auf der Kosmos-DVD. Es sind hier von den 64 Vogelarten immerhin 26 Waldarten enthalten, die auf der Kosmos-DVD fehlen, u. a. Sumpf-/Weiden- & Schwanz- und Haubenmeise, Kuckuck, Mäusebussard, Waldkauz, Waldohreule, Eichelhäher usw.
Die Arten werden in informativen Texten von einer Sprecherin mit angenehmer Stimme vorgetellt. Die Bildqualität wechselt, ist aber meist recht gut und auch die verwendeten Vogelstimmenpassagen sind repräsentativ. Manchmal wünschte man sich allerdings, das man den Sprechtext abstellen und sich nur die Vogelstimme anhören kann - dies ist bei der Kosmsos-DVD möglich. Hier geht es leider nicht.
Schön ist auch, dass "ähnliche" Arten wie z. B. Fitis/Zilpzalp, Tannenmeise/Kohlmeise oder Amsel/Star direkt im Vergleich gegenübergestellt werden.
Fazit: Die ausgewählten Vogelarten sind repräsentativ für den Wald, die Sprechertexte sind interessant und das Bild- und Tonmaterial sind gut. Die Aufmachung (mit einem kleinen beigelegten Heftchen) und die Umsetzung des Programms und seine Steuerung ist allerdings deutlich einfacher gestaltet als bei der Kosmos-DVD.
Dennoch finde ich die DVD sehr empfehlenswert - auch - weil die DVD ohne Probleme auf meinem PC lief.

"Atlas des Vogelzugs: Die Wanderung der Vögel auf unserer Erde" von Jonathan Elphick (Herausgeber) (2008).

Wer sich für Vögel und speziell für das Naturphänomen Vogelzug interessiert, kann sich mit diesem Buch auf angenehme und interessante Weise auf den aktuellen Stand der Erkenntnisse bringen. Dieses überaus reichlich bebilderte Werk ist optisch und didaktisch dermaßen ansprechend gestaltet, das man die begleitenden Textinformationen geradezu in sich aufsaugt. Ausgeklügelte Grafiken - wie z. B. die artenspezifischen Jahreskreise mit deren Hilfe man auf einen Blick erkennen kann in welche Monate die Brut- und die Zugzeit der jeweiligen Vogelart fällt - zeigen hier deutlich die Liebe am Detail. Punkt für Punkt werden alle Aspekte kapitelweise zelebriert. Interessante Themen, wie: Entwicklung des Vogelzugs, Tags oder Nachts fliegen, Flugtechniken, Energieverbrauch, Flughöhen, Wann ist der richtige Zeitpunkt, genetisch verankerte Flugrouten, Orientierung mit Sonnen-, Sternen- und Magnetkompass, Zugrouten, Hindernisse usw. werden nicht wissenschaftlich "abgehoben" sondern auch für Laien klar verständlich präsentiert.
Den größten Teil des Buches nehmen die Kapitel über Nordamerikanische & Eurasische Zugvögel, Wintergäste aus dem Norden, Zugvögel der Südhalbkugel und Wandernde Seevögel ein. In diesen Kapiteln werden beispielhaft die Erkenntnisse einzelner Arten gezeigt. Nützlich ist auch der Katalog der Zugvögel, der die Vogelarten mit Flügelspannweite, Gewicht, Brut- und Winterquartieren, Jahresrhythmus und Zugdistanz auflistet und ein schnelles Nachschlagen ermöglicht.

Fazit: Sie interessieren sich für den Vogelzug? Dann brauchen Sie dieses Buch :-)

"Die Greifvögel der Welt" von James Ferguson-Lees & David Christie (2009).

Hinduweih, Bismarckweih, Celebeswespenbussard, Fledermausaar, Schwarzachselaar, Palmgeier, Riukiuschlangenweih, Weißbürzel-Singhabicht, Schikrasperber, Däumlingssperber, Kiefernteesa, Falklandkarakara, Fledermausfalke - noch nie gehört? Dieses Buch zeigt alle 338 Greifvogelarten der Welt in aussagekräftigen Farbillustrationen. Und das noch dazu in einer tragfähigen Buchversion. Beeindruckend ist die Anzahl der detailgetreuen farbigen Abbildungen, so wird z. B. der Mäusebussard in immerhin 16 Abbildungen gezeigt. Farbvarianten der Alt- und Jungvögel und Flugbilder von oben und unten zeigen schön das variantenreiche Aussehen dieser Vogelart. Zu allen Abbildungen gibt es genaue Beschreibungen und auch an den genauen Körpermaßen, kurzen Infos zur Biologie und zum Aussehen und Verbreitungskarten (aufgeteilt in ganzjährige, eng begrenzte, regelmäßig besuchte, Sommer- und verstreute Vorkommen) fehlt es nicht.

Fazit: Ein sehr schönes Werk für Vogel- und insbesondere Greifvogelfans. Angesichts der im Vergleich geringen Anzahl an Greifvogelarten in NRW richtet sich ein Buch das weltweit alle Greifvogelarten zeigt aber vermutlich eher an Ornithologen und andere Fachleute.

"Spinnen: Die erfolgreichen Jäger" von Stephen Dalton (2009).

In diesem Buch nimmt sich der bekannte Tierfotograf Stephen Dalton insbesondere die verschiedenen Jagdtechniken der verschiedenen Spinnenarten vor und setzt sie ins rechte Licht. Dabei faszinieren Fotos von diversen Springspinnenarten in verschiedenen Sprungphasen, den sehr unterschiedlichen Netzbauten und ihren Erbauern, Spinnen beim Beutefang (u. a. eine Gerandete Jagdspinne mit einem Stichling!), Fotos von Jungspinnentrauben, Bilder von sich paarenden Spinnen, Asseln die von Chelicerenklauen von im Boden verborgenen Spinnen durchbohrt werden genauso wie Unterwasseraufnahmen von Wasserspinnen. Kopfschüttelnd fragt man sich "Wie können bloss solche Bilder entstehen?", so z. B. auch das Bild einer Schwebfliege, Sekundenbruchteile BEVOR sie ins Netz fliegt. Neben den sicherlich dominierenden Fotos sind auch die locker geschriebenen Informationen zu den vorgestellten Arten interessant geschrieben und sind für jeden Naturfreund (und nicht nur von Wissenschaftlern) gedacht.

Fazit: Für alle Spinnenfans eine Pflichtanschaffung oder aber eine prima Idee für ein schönes Geschenk.

DVD: "Carabus - Unsere Großlaufkäfer" von Reinhard Weidlich (2009).

Reinhard Weidlich hat im Zeitraum von 2 Jahren unglaubliche Filmaufnahmen für seine fantastische DVD - insbesondere über 10 Großlaufkäferarten - erstellt. Unter www.carabus-film.de kann man sich einige (stumme) Ausschnitte des 62-minütigen im Original mit Text, Ton und Musik bestückten Films und auszugsweise auch Fotos aus dem Film ansehen.
Die Filmaufnahmen sind absolut profihaft und vergleichbares konnte ich bisher im Fernsehen noch nicht sehen. Herr Weidlich muss so eine Art Käfer-Flüsterer sein und die Tierchen dressiert haben - wie sonst sollten solche Aufnahmen entstehen können? Gezeigt werden Bilder beim Fressen, während der Fortpflanzung, bei der Eiablage (unglaublich!) usw. Also - ein heißer Tipp für alle Käfer- und Naturfreunde!
Weitere interessante Nebendarsteller spielen ebenfalls mit: z. B. Igel, Feuersalamander, Erdkröten, Kartoffelkäfer, Feuerkäferlarven, Regenwürmer, Schnecken, Hundertfüsser, Zangenbockkäfer (Larven und Ausgewachsene), Hirschkäfer, Rosenkäfer usw...

Warum Bäume nicht in den Himmel wachsen: Eine Einführung in das Leben unserer Gehölze von Dietrich Böhlmann (2009).

In 7 Oberkapiteln ("Stamm und Krone", "Die innere Zellstruktur", "Die Wurzel", "Die Blätter", "Fortpflanzung und Vermehrung von Bäumen", "Zerfall von Laub und Holz im Kreislaufgeschehen" und "Superlative der Bäume") und zahllosen Unterkapiteln werden ausführlich alle wichtigen Fragen rund um Gehölze geklärt. Dabei werden auch besonders interessante Leckerbissen herausgepickt. Genauere Infos gibt es z. B. über Wucherungen, Drehwuchs, Schmarotzerpflanzen, Symbiosen, Sonnen- und Schattenblätter, Stammblütigkeit, Herbstlaubverfärbung, Welwitschia, neuentdeckte Baumarten, Gingko usw.
493 aussagekräftige farbige Abbildungen und viele schematische Darstellungen lockern dieses fest gebundene Büchlein im Westentaschenformat dabei erfreulich auf. Für alle Baum-/Gehölzinteressierten ein sehr empfehlenswertes und äußerst interessantes Buch auf dem aktuellen Wissensstand. Und wer die Antwort auf den Buchtitel haben möchte kann auf den Seiten 162ff schlauer werden :-)

Darwins Welt: Aus dem Leben eines unfreiwilligen Revolutionärs von Angela & Karlheinz Steinmüller (2008)

Darwin ist nicht die unfehlbare Person gewesen, die Zeit ihres Lebens auf einem Sockel gestanden hat und von allen Naturwissenschaftlern angehimmelt wurde, sondern vielmehr ist er teils eher zufällig in seine Rolle als bahnbrechender Forscher gerutscht und musste sich mit zahllosen Kritikern auseinandersetzen.
In dem Buch lernt man Darwin als Student, der durchaus auch seine Freiheiten genutzt hat, einen akribischen Sammler, einen Freund der Menschenrechte, einen Schriftsteller der sich widerwillig, dafür aber akribisch und wohlüberlegt an kritische Themen gewagt hat, einen rastlosen und fleißigen Mensch, der aber auch große Teile seines Lebens krank war, einen Familienmensch, dessen Frau 10 Kinder bekam, einen Forscher der sich jahrelang mit den eher unpopulären Regenwürmern und Rankenfüßern beschäftigt hat und vieles mehr, kennen.
Alles in allem ein Buch, das man flüssig lesen kann, das dabei sehr informativ ist und das ich - auch wenn mir der Vergleich zu anderen Darwin-Büchern fehlt - guten Gewissens empfehlen kann, wenn man sich der Person Darwin nähern möchte.

Vögel: Die große Bild-Enzyklopädie mit über 1200 Arten und 5000 Abbildungen (2008)

Dieses Buch im Atlasformat zeigt sehr viele - meist ausgezeichnete - Fotos. Vorgestellt wird ein repräsentativer Querschnitt der weltweiten Vogelwelt. Nach den einführenden Kurzkapiteln zur Vogelanatomie, den Sinnen, Federn, Flügeln, dem Flug, Gleiten und Segeln, Beinen und Füssen, Schnäbeln, Fleisch- und Pflanzenfressern, Kommunikation, Verteidigung, Nisten, Balz, Nestern und Eiern, Brutpflege, Sozialverhalten, Vogelzug, Naturschutz und den Lebensräumen (Grasland, Wüsten, Tropenwäldern usw.) geht es an die Vorstellung der verschiedenen Vogelarten.
Alles in allem kann man von einem bunt bebilderten Prachtband mit informativen Kurztexten reden. Das ca. 3 kg schwere Werk richtet sich somit eher an den bilderliebenden Vogelfreund, als an Fachleute, die auf der Suche sind nach Detailinformationen. Das Buch hat zwar einen recht stolzen Preis, der aber aufgrund der aufwendigen Aufmachung durchaus angemessen erscheint.

Bsss - Die ganze Welt der Insekten von C. Bingham, B. Morgan & M. Robertson (2008)

Das mehrfach ausgezeichnete Insektenbuch richtet sich in erster Linie an Kinder und Jugendliche. Viele peppige Ideen sorgen für Interesse und vermitteln eher so nebenbei Wissen über Insekten. Ein echter Hinhörer sind z. B. die im Buchdeckel befindlichen Soundchips, die per Druck Insektengeräusche abspulen. Die eine oder andere Ungenauigkeit verzeiht man diesem Buch, das offensichtlich nicht mit irgendwelchen herkömmlichen Lehrbüchern in einen Topf geworfen werden kann und will, gerne. Also - eine klare Empfehlung für den jugendlichen naturwissenschaftlich interessierten Leser!
Zukunft ohne Öl - Lösungen für Verkehr, Wärme und Strom von August Raggam & Klaus Faißner

Dieses Buch widmet sich einem brennendem Thema - nämlich der Energieversorgung in der Zukunft. Klar ist, das Öl und Gas nicht endlos zur Verfügung stehen und irgendwann zu Alternativen gegriffen werden muss. Doch welchen? Weder die Atomkraft, mit ihrer Problematik der auf unvorstellbar lange Zeit brandgefährlichen radioaktiven Reststoffe noch PR-Gags wie CO2-freie Kohlekraftwerke führen in dieser Diskussion weiter. Doch was ist mit den Autotreibstoffen Erd- oder Biogas, Biodiesel, Bioethanol, Pflanzenöl, Pressluft, Holzgas, Wasserstoff/Brennstoffzelle, Hybrid- oder Schwungradelektrikautos oder Elektroautos?
All diese Verfahren werden kurz vorgestellt und bewertet. Die Autoren resignieren nicht sondern zeigen umweltverträgliche Zukunftsvisionen auf. Dieses Buch birgt jede Menge Zündstoff und Argumente für angeregte Energiedebatten und ist aus meiner Sicht sehr empfehlenswert! Hoffentlich lesen es auch die richtigen Politiker!

Das Wildbienenhotel von Wolf Richard Günzel

In diesem Büchlein (12 x 17 cm) findet man viele gute Ideen und Bauanleitungen für Bienen-Nisthilfen. Außerdem erfährt man eine Menge über die Biologie der Wildbienen und erhält Tipps für die Anlage eines naturnahen Gartens, wie z. B. eine Liste mit "bienenfreundlichen" Wildpflanzen. Die aussagekräftigen Zeichnungen, die Fülle an Bauplänen für naturnahe Bienenunterkünfte, die informativen Texte und nicht zuletzt der günstige Preis überzeugen auf der ganzen Linie!
Faszination Spinnen von Paul Hillyard

Dieses Buch im Atlas-Format besticht sofort durch seine großformatigen, meist hervorragenden Fotos! Die Bilder zeigen Spinnen in allen Lebenslagen und aus allen möglichen Winkeln der Erde. Dem Autor geht es darum das Interesse an Spinnen zu wecken und er pickt sich dabei besonders spannende Themen heraus. Auch wenn die Texte neben den Fotos eine etwas untergeordnete Rolle spielen, sind auch diese interessant geschrieben und verlangen keine Vorkenntnisse. Und so wird in diesem schmucken Buch der Focus mal hierhin, mal dorthin gelenkt - ohne das beim Betrachter/Leser Langeweile aufkommen kann. Der Titel "Faszination Spinnen" verspricht nicht zu viel!
Ein sehr empfehlenswertes Buch für Spinnenfreunde und die die es noch werden wollen.

Die Eulen Europas. Biologie, Kennzeichen, Bestände von Theodor Mebs & Wolfgang Scherzinger (2008, 2. aktualisierte Aufl.)

Ein Buch aus der Spitzenklasse der Natur-Bestimmungsbücher! 398 großformatige Buchseiten Platz um sich insgesamt 13 Eulenarten zu widmen.
Was können da noch für Fragen offen bleiben? Antwort: Keine!
Das Profil der Waldohreule umfasst z. B. 23 Seiten mit 21 Fotos, 14 Zeichnungen, 1 Verbreitungskarte, 3 Tabellen, 1 Störungs-Herzschlagdiagramm, 55 Literaturzitate und Infos zu: Allgemeinem, Kennzeichen, Verbreitung, Lebensraum, Siedlungsdichte und Streifgebiet, Bestandsverhältnisse, Verhalten und Stimme (Aktivitätsmuster, Bewegungsweise und Flug, Sozialverhalten und Konflikte, Feindverhalten, Stimme), Ernährung (Beutetiere, Jagdweise und Beuteerwerb), Fortpflanzung (Balz und Paarbildung, Brut und Brutpflege, Entwicklung der Jungeulen), Ortswechsel, Gefährdung und Schutzmassnahmen und offenen Fragen. Diese Auflistung macht deutlich mit welcher Akribie dieses topaktuelle Buch erstellt worden ist. Da kann man nur gratulieren und jedem Eulenfreund den Kauf des Buches wärmstens ans Herz legen!

Was lebt in Tümpel, Bach und Weiher? Pflanzen und Tiere unserer Gewässer von Wolfgang Engelhardt (unter Mitarbeit von P. Martin, K. Rehfeld & J. Pfadenhauer) (2008; 16. Auflage)

Der "Engelhardt" (Erstauflage 1954!) ist natürlich einer der Kosmos-Naturbuch-Klassiker schlechthin!
In der 16. vollständig überarbeiteten Auflage sind zusätzliche Kapitel hinzugekommen, die Zahl der Fotos und Farbzeichnungen sind stark erhöht worden, Schautafeln sind teilweise neu arrangiert und mit weiteren Detailzeichnungen ergänzt worden, weitere Tiergruppen wie z. B. Fische, Frosch- und Schwanzlurche, Reptilien und Säugetiere werden gezeigt, erklärende Schemazeichnungen haben Einzug gehalten und neueingewanderte Arten wurden berücksichtigt. Das die Texte moderner arrangiert und überarbeitet wurden versteht sich fast von selbst. Alles in Allem eine wirklich gelungene Überarbeitung, deren Neuanschaffung lohnt!



59,00 EUR
Wanzen. Band 4. Pentatomoidea (Erdwanzen, Kugelwanzen, Schildwanzen, Baumwanzen u. a.) von E. Wachmann, A. Melber & J. Deckert (2008)

Der vierte Wanzen-Band ist endlich da! In diesem Band der die Pentatomorpha-Arten abschließt und ins rechte Licht rückt, werden auch eine Reihe von Gattungen vorgestellt, die häufiger zu finden sind. Z. B. Rhaphigaster, Pentatoma, Palomena, Elasmucha, Eurygaster, Picromerus (2 kleine Bilder sind von mir :), um nur einige zu nennen. Die Bildqualität der teilweise seitenfüllenden Aufnahmen ist wieder 1a und auch die beschreibenden Texte, welche über die Ökologie der Arten informieren, tragen viel Wissenswertes zusammen. Trotz des hohen - aber aufgrund der gelieferten Qualität berechtigten - Preises ein Leckerchen für alle Wanzenfreunde und durchweg zu empfehlen.


22,00 EUR
Blütenspanner erkennen und bestimmen (Lepidoptera, Geometridae: Eupitheciini). Hinweise und Tipps für die Feldarbeit. Beiheft 3 der Dortmunder Beiträge zur Landeskunde von Hans-Joachim Weigt (2006)

Die 86 mitteleuropäischen Blütenspannerarten sind aufgrund ihrer großen Ähnlichkeit nicht einfach zu bestimmen. Dieses Buch ist allerdings bei dieser schwierigen Aufgabe eine hervorragende Unterstützung! Es liefert übersichtliche Steckbriefe mit Infos zu Verbreitung, Habitate, Häufigkeit, Flugzeit, Spannweite, Ei, Raupe, Raupenzeit, Futterpflanzen und Puppe. Mit weiteren vergleichenden Foto-Übersichtstafeln, Fotos und Tipps zum Sammeln und Züchten, bebilderten Raupenbestimmungsschlüsseln und der zusätzlich dem Buch beigelegten CD-ROM ist das Buch ein Muss für alle Schmetterlingsfreunde!
Heimische Amphibien - Bestimmen - Beobachten - Schützen von Dieter Glandt (2008)

Ein Buch, das ausgestattet mit einer CD-ROM mit Klangbeispielen der heimischen Amphibien, verschiedenen Bestimmungsschlüsseln, ausführlichen informativen und gut bebilderten Artenportraits, Kapiteln wie z. B. "Amphibien im Jahresverlauf", "Amphibien helfen" und "Garten- und Schulteiche" alles an Infos liefert, was der Amphibienfreund wissen möchte.
Der Wolf: Ein Raubtier in unserer Nähe von H. Baumgartner, S. Gloor, J.-M. Weber & P. A. Dettling

Sicherlich ist dies ein Buch, dessen Relevanz für das Bundesland NRW nicht unbedingt gegeben ist. Dennoch möchte ich es hier gerne vorstellen. Die neuesten Erkenntnisse über europäische Wölfe sind in diesem Werk zusammengetragen worden und mit ausgezeichneten Fotos (zu großen Teilen Fotos von freilebenden Wölfen!) illustriert. Informationen über die beiden deutschen Rudel in der Oberlausitz und der Muskauer Heide (Sachsen) (ca. 20 Wölfe), aber auch über Wölfe in der Schweiz (ca. 5), Österreich (Einzeltiere aus den Nachbarländern), Frankreich (100-140), Spanien (ca. 2000), Portugal (220-460), Italien (500-1000), Polen (ca. 400-600), Slowakei (ca. 500), Slowenien (ca. 100), Rumänien (ca. 3300), Skandinavien (ca. 150) lassen einen erstaunt feststellen: Es gibt ihn noch - den Wolf!
Der Wolf ist ohne Zweifel für den Menschen ein besonders faszinierendes Wesen und insbesondere dieses Buch vermittelt diese Faszination in ganz außergewöhnlicher Weise.

Die Fliegenfalle - Über das Glück der Versenkung in seltsame Passionen, die Seele des Sammlers, Fliegen und das Leben mit der Natur von Fredrik Sjöberg

OK, OK - ich gebe zu, das es sich bei diesem Buchtipp nicht um ein klassisches Bestimmungsbuch handelt. Worum es in dem Buch geht sagt eigentlich bereits der verrückte Titel - eine nahezu perfekte Inhaltsangabe.
Ich möchte nicht zuviel verraten - nur, dass ich das Buch mit viel Spaß gelesen habe. Das Buch ist eine gelungene Kombination aus dem Versuch zu erklären warum um alles in der Welt ein normaler Mensch auf die Idee kommen kann Schwebfliegen zu sammeln. Zusätzlich werden Informationen über Rene Malaise, den Erfinder der gleichnamigen Malaise-Falle eingestreut und lustige Episoden, in denen Wissenschaftler augenzwinkernd ein wenig auf die Schippe genommen werden (z. B. Wissenschaftler, die Schnaken "frisieren" um die Anzahl deren Flügelschlags zu erhöhen). Ein Buch mit Ironie, Witz und einer Menge Menschlichkeit, in dem sich Insektensammler, Wissenschaftler, aber auch "ganz normale" : Menschen wiedererkennen werden. Muss man oder Frau einfach mal gelesen haben!



15,- EUR
Die Eintagsfliegen von Rheinland-Pfalz (Insecta: Ephemeroptera). Mainzer Naturwissenschaftliches Archiv, Beiheft 29 von Arne Haybach

In dem Buch werden 71 von 113 sicher in Deutschland nachgewiesenen Arten mit ausführlichen Informationen zu Gefährdung, Areal, Verbreitung und Ökologie und Phänologie beschrieben. Eine Reihe von aussagekräftigen Zeichnungen der Larven und tabellarische Übersichten (z. B. über die Nachweishäufigkeit in Gewässern der unterschiedlichen Gewässergüteklassen, bzw. prozentuale Vorkommen der Arten in Gewässern unterschiedlicher Fließgewässerzonen oder in Abhängigkeit von der jeweiligen Höhenstufe), eine kalendarische Übersicht der Arten in Abhängigkeit von ihrer Flugzeit und weitere Infos runden das preisgünstige Script ab.


29,- EUR
Die Vögel des Rheinlandes. Atlas zur Brut- und Wintervogelverbreitung 1990-2000. (Beiträge zur Avifauna Nordrhein-Westfalens, Bd.36) von M. Wink; C. Dietzen & B. Gießing

Das Buch ist bereits Ende 2005 erschienen, mir aber erst jetzt in die Hände gefallen. Ein wichtiges einzigartiges Buch in dem jede Menge Arbeit und Informationen steckt. Die Vogelarten des Rheinlands werden viertelquadrantengenau in 2-3 Verbreitungskarten dargestellt: Brutverbreitung (1990-2000), Arealveränderung zwischen 1974-84 und 1990-2000 und eine Winterverbreitungskarte lassen genaue Rückschlüsse über die Entwicklung der jeweiligen Vogelart im Rheinland zu.
Biologie und Ökologie der Insekten: Ein Taschenlexikon von Heiko Bellmann, Klaus Honomichl, Werner Jacobs & Maximilian Renner

Ausführliche Informationen zur Biologie der Insekten alphabetisch nach Ordnungen und Familien sortiert. Die über 1200 ausgezeichneten Zeichnungen (und knapp 200 Fotos im Anhang) helfen das Aussehen und den Aufbau der Insekten und ihrer Körperteile prima zu verstehen und exakt zu benennen. Das Lexikon enthält sowohl die deutschen, als auch die wissenschaftlichen Taxa, so das man sowohl als naturinteressierter Laie, als auch als Fachmann gut mit diesem Buch zurecht kommt.


14,00 EUR
Das Insektenhotel. Naturschutz erleben - Bauanleitungen, Tierporträts, Gartentipps von Wolf Richard Günzel

Unzählige gute Ideen und Bauanleitungen für Insekten-Nisthilfen im eigenen Garten oder auf dem Balkon werden in diesem Buch vorgestellt. Dabei werden sowohl einfache - von Jedermann im Handumdrehen nachzubastelnde - und aufwändigere Bauanleitungen gezeigt. Von dem mit hohlen Pflanzenstängeln aufgefüllten Gitterziegel, über die mit Bambusrohren bestückten Konservendosen, Holzkisten mit Lehm, verkehrtherum eingegrabene Blumentöpfe, bis hin zur Trockenmauer und Lehmflechtwand. Je nach Geschicklichkeit und gewünschtem Aufwand ist für jeden Naturfreund etwas dabei. Das Buch animiert dazu sich für jede mögliche Ecke auf dem Balkon oder im Garten eine passende Nisthilfe auszuwählen und umzusetzen.


Hier können Sie das Buch direkt beim pala-Verlag beziehen.
Handbuch Schweizer Alpen. Pflanzen, Tiere, Gesteine und Wetter. Der Naturführer von Heinz Staffelbach

800 Pflanzenarten (mit Moosen, Flechten und Pilzen), circa 180 Tierarten und 35 verschiedene Gesteine, 37 Wolkenarten und Wetterlagen werden in diesem Buch gezeigt. Alles in allem ein schöner Naturführer für Naturinteressierte und/oder Wanderer, die sich auf einer Wanderung nicht mit mehreren Büchern abschleppen möchten oder aber zu Hause in Ruhe in einem Buch eine gesehene Tier- oder Pflanzenart nachschlagen wollen.
Die Orchideen der Schweiz von Beat A. Wartmann

Nicht nur für Schweizer oder Urlauber ein sehr empfehlenswertes Orchideenbuch, sondern auch für hiesige Orchideenfans. Die gut 70 Schweizer Orchideenarten werden vorbildlich in sehr schönen Fotos und übersichtlichen, informativen Texten vorgestellt.
Abenteuer Zoo - Der Zooführer für Deutschland, Österreich und die Schweiz von Dirk Petzold & Silke Sorge

So ein Buch hat im deutschsprachigen Büchermarkt noch gefehlt! In ungeheurer Fleißarbeit haben die Autoren eine Fülle an Daten zu sage und schreibe 550 Tierparks, Aquarien und Reptilienhäusern zusammengetragen. Mit der vorangestellten Karten können die Tierparks schnell geortet und die übersichtlich gestalteten, informativen und mit einer Reihe an Fotos illustrierten Texte gefunden werden. Für Zoofans sicher eine sehr gute Enpfehlung!


15,00 €
De Nederlandse steenvliegen (Plecoptera) von Bram Koese

Endlich gibt es ein Steinfliegenbuch! Das ist die gute Nachricht, das es auf niederländisch geschrieben ist bekommt man mit ein wenig guten Willen auch hin! 300 Abbildungen und Illustrationen von Larven und adulten Steinfliegen werden in dem schönen kleinen Büchlein präsentiert und die versteht man auf jeden Fall auch hierzulande :-)
Für Steinfliegenfans ein Muss - zumal für den Preis!

Eulen und Käuze: Auf den Spuren der nächtlichen Jäger von Adrian Aebischer

Ein Buch, das über 13 der 16 europäischen Eulen- und Kauzarten ausführlich in Texten informiert und auf einer beigelegten CD-ROM alle europäischen Arten in Klangdateien vorstellt. Große Teile des Buches fassen die aktuellsten Informationen zu Eulen/Käuzen im Allgemeinen zusammen, so gibt es u. a. Infos zu Fortpflanzung, Wanderungen, Lebenserwartung, Todesursachen, Krankheiten, Beute, Jagdstrategien, Gewöllen, Gefieder, den Sinnen der Eulen und Schutzmaßnahmen. Ein sehr schönes Buch, das anschaulich mit 140 Farbabbildungen, 40 Tabellen, Grafiken, Karten und Zeichnungen illustriert ist.
Abenteuer Mikrowelt: Exkursionen in die geheimnisvolle Welt der Kleinstlebewesen von Pedro Galliker

Ein sehr modern und ansprechend gestaltetes Buch, das interessant über die Mikrowelt informiert. Besondere Unterstützung erhält das Buch durch seine beigelegte DVD, auf der anhand von Filmsequenzen die Schilderungen im Buch anschaulich verdeutlicht werden. Dieses Buch genügt höchsten ästhetischen Ansprüchen!
Wildkräuter, Beeren und Pilze. Erkennen, sammeln und genießen von Eva-Maria & Wolfgang Dreyer

Bereits die 2. Auflage! 119 Rezepte mit Wildkräutern werden in diesem kleinen und preiswerten Büchlein vorgestellt. Ich habe die Rezepte zwar noch nicht ausprobiert aber sie klingen sehr lecker :-)
Die Einteilung nach Jahreszeiten erleichtert dabei die Identifizierung der Pflanzen und motiviert zur Suche. Auf Verwechslungsarten wird hingewiesen und es gibt genaue Anweisungen was man von den Pflanzen nutzen kann und wie es zubereitet werden soll. Worauf warten Sie noch?

Was blüht denn da? von den Autoren: Margot Spohn, Roland Spohn, Marianne Golte-Bechtle, Dietmar Aichele & Marianne Golte-Bechtle

Eine Neuauflage des Klassikers.
Stellt sich die Frage: "Lohnt sich eine Neuanschaffung?"
Dem Klassiker bekommt der neue Anstrich sehr gut! Mit den hinzugenommen Gräsern, den in ein eigenes Kapitel abgeteilten Sträuchern/Bäumen, den zusätzlichen Detailzeichnungen (jetzt 1873!) und den bebilderten Fachausdrücken im Anhang wurden entscheidende Punkte des Buches deutlich verbessert! Die Eingangsfrage nach der Neuanschaffung ist somit eindeutig mit "Ja" zu beantworten!

Von dem Autor Detlef Singer:
Welcher Vogel ist das? Alle Vögel Europas


Zu den vorgestellten Vogelarten werden 3-4 aussagekräftige Klassefotos (insgesamt über 1400!) in unterschiedlichen Formaten auf einer halben Buchseite präsentiert. Der Text ist informativ und enthält die wichtigsten Angaben zu den Vogelarten. Die Verbreitungskarten sind winzig aber mit Mühe erkennbar. Als Ergänzung zu den auf Zeichnungen basierenden Vogelbüchern ein prima Buch, das zu Recht auch vom NABU empfohlen wird!
Von dem Autor Josef H. Reichholf:
Stadtnatur - Eine neue Heimat für Tiere und Pflanzen


Städte sind sehr artenreich - oft sogar artenreicher als das grüne Umland oder Naturschutzgebiete. Woran das liegt zeigt Reichholf in diesem sehr empfehlenswerten Buch auf informative Weise. Ein Lobgesang auf die Natur in der Stadt, in die viele Tier- und Pflanzenarten aus dem oft unwirtlichen Umland flüchten. Verkehrte Welt? Reichholf zeigt, das es genau so ist!

44,- EUR plus Versandk.
"Flora im östlichen Sauerland" von Richard Götte

Ein tolles Buch mit erstklassigen teils ganzseitigen Fotos (24 x 30 cm) im Hochglanz-Atlasformat. Verbreitungskarten und Infos zu ca. 1300 Pflanzensippen. Für Liebhaber der Sauerland-Flora ein Muss, aber auch überregional ein sehr interessantes Buch.

24,- EUR plus Versandk.
"Vögel zwischen Rhein und Weser" von Goetz Rheinwald & Michael Schmitz

Sehr schöne Fotos, interessante Texte u. a. mit Schätzungen der Brutvogelpaare in NRW, Nennung der Gefährdungs- und Schutzfaktoren, oft Erklärungen der deutschen Artnamen, Infos über das Zugverhalten, Angabe der Verwechslungsarten, Interessantes zur Biologie der Vogelarten und die schönen bereits oben genannten einleitenden Kapitel (92 Seiten!) machen das großformatige Buch (22,5 x 24,5 cm) zu einem schönen Geschenk für Vogelliebhaber - nicht nur in NRW.


19,50 EUR
plus Versandkosten
"Natur zwischen Ruhr und Ardey - Erleben, verstehen und schützen" von der Naturschutzgruppe Witten - Biologische Station e. V.

Ein schönes Buch über die Tier-und Pflanzenwelt Wittens und Umgebung und die Arbeit einer Naturschutzgruppe mit größtenteils hervorragenden Fotos auf Hochglanzpapier und informativen Texten.
"Enzyklopädie der Brutvögel Europas (Sonderausgabe)" von Limbrunner, Bezzel, Richarz und Singer

Ein Klassewerk, das auf bemerkenswerte Weise den Spagat zwischen Feldführer und mehrbändigem Kompendium hinbekommt. Das schlappe 2,4 kg wiegende Werk im Mittelformat (22,8 x 17,9 cm) wird zwar wohl niemand ernsthaft auf eine Exkursion mitnehmen wollen, aber für diesen günstigen Preis von knapp 40 € (ehemals 148 € für eine zweibändige Ausgabe!) ist das Buch ein echter Informationsknaller mit Klassefotos! Ein Buch über das sich jeder Vogelfreund freuen wird und das ich nicht mehr missen möchte.


168,- €
Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas. Alles über Biologie, Gefährdung und Schutz. In 3. Bänden von Bauer, Bezzel & Fiedler

Das Werk ist zwar bereits 2005 erschienen, ich habe es aber leider erst jetzt in die Finger bekommen. Deshalb der ein wenig verspätete Tipp. In diesen 3 Bänden finden Sie auf 1767 Seiten ALLES an Informationen über Vögel, was man auch nur suchen könnte. Der angemessene aber recht hohe Preis und der völlige Verzicht auf Fotos schränkt die Zielgruppe dieses Kompendiums leider ein wenig ein. Für Spezialisten und anspruchsvolle Ornithologen aber ein MUSS!
"Der Kosmos Libellenführer - Die Arten Mitteleuropas sicher bestimmen" von Heiko Bellmann

Das alte Standardwerk ist in neuem Design wieder lieferbar! Die Texte sind im Vergleich zur alten Ausgabe weitgehend gleich geblieben - einige Fotos wurden jedoch ergänzt bzw. ausgetauscht (ca. 5%) und auf Hochglanzpapier im praktischen Taschen-Hardcoverformat aufgepeppt.
Handbuch der Fledermäuse Europas und Nordwestafrikas - Biologie, Kennzeichen, Gefährdung von Christian Dietz, Otto von Helversen & Dietmar Nill

Das neue Standardwerk über alle Fledermausarten Europas!
1,8 kg Topinformationen, exzellente Fotos und prima Bestimmungsschlüssel auf 399 großformatigen Seiten. Für Fledermausfans ein Traumbuch!



23,- EUR
+ Versandkosten
Die Sandlaufkäfer und Laufkäfer Sachsens. Teil 1 (Cicindelini-Loricerini) von Jörg Gebert

Der erste Band eines mehrbändigen Werkes über Laufkäfer ist erschienen. Die sehr interessanten Infos und die exzellenten Fotos zu den ersten 54 Laufkäferarten Sachsens machen das Buch auch weit über die Grenzen Sachsens hinaus zu einer sehr empfehlenswerten Lektüre für Laufkäferfans!

39,- EUR
+ Versandkosten
Die Ameisen Mittel- und Nordeuropas von Bernhard Seifert

Das lang ersehnte Nachfolgebuch von dem längst vergriffenen Ameisenbuch-Klassiker hält alles, was es versprochen hat! Für versierte Ameisenfans und Wissenschaftler wärmstens empfohlen - der interessierte Naturfreund wird aber sicher an der einen oder anderen Stelle überfordert sein.
Bestellungen hier beim Splendens-Verlag

34,95 EUR
Juwelenschwingen - Geheimnisvolle Libellen von Dagmar Hilfert-Rüppell & Georg Rüppell

Fantastisches Libellenbuch mit faszinierenden Fotos. Ein zweisprachiger Prachtband (deutsch-englisch) mit nie gesehenen Abbildungen - aber kein Bestimmungsbuch. Für alle Fans von Libellen oder alle die es schnell werden wollen :-)
Greifvögel und Eulen - Alle Arten Europas von Felix Heintzenberg

Sehr schön bebildertes Buch mit vielen Informationen zu Greifvögeln und Eulen. Der Aufbau ist aber eher der eines Informationsbuches als der eines Bestimmungsbuches.
Vögel beobachten in Norddeutschland von Christoph Moning & Felix Weiss

Zwillbrocker Venn, Rieselfelder bei Münster, Niederrhein und einige weitere NRW-Vogelbeobachtungsgebiete werden in diesem Buch vorgestellt. Meiner Meinung nach ein schönes perfekt durchorganisiertes Buch, dessen Schwerpunkte auf Kartenmaterial, Artenlisten und Ortsbeschreibungen und nicht so sehr auf Vogelfotos liegen.
Fische - Krebse - Muscheln in heimischen Seen und Flüssen von Wolfgang Hauer

Sehr schönes modern gestaltetes Buch mit klasse Fotos und sehr übersichtlich gehaltenen Texten! Nix dran auszusetzen :-)
Grundkurs Pilzbestimmung - Eine Praxisanleitung für Anfänger und Fortgeschrittene von Rita Lüder

Über 2000 exzellente Fotos, die bestimmungsrelevante Details aus dem Pilzreich zeigen. Ein handliches kleines Buch, das vollgestopft ist mit Informationen, die mit Hilfe von Fotos erläutert werden. Ein mit Fotos bebilderter Bestimmungsschlüssel - von so etwas habe ich schon immer geträumt :-) Klasse!
Flora Vegetativa - Ein Bestimmungsbuch für Pflanzen der Schweiz im blütenlosen Zustand von Stefan Eggenberg & Adrian Möhl

Alle wichtigen Merkmale der nicht blühenden Pflanze werden in diesem Buch in detaillierten Zeichnungen und in Textinformationen vorgestellt. Nicht gerade ein Buch für eine Exkursion, aber für Botaniker und fortgeschrittene Pflanzenfans NICHT NUR IN DER SCHWEIZ unverzichtbar!





je 59,00 EUR
Wanzen von Wachmann, Melber & Deckert

Band 1.
Dipsocoromorpha, Nepomorpha, Gerromorpha, Leptopodomorpha, Cimicomorpha (Teil 1) mit Tingidae, Anthocoridae, Cimicidae und Reduviidae.

Band 2.
Cimicomorpha: Microphysidae (Flechtenwanzen), Miridae (Weichwanzen)

Band 3.
Cimicomorpha: Aradidae, Lygaeidae, Piesmatidae, Berytidae, Pyrrhocoridae, Alydidae, Coreidae, Rhopalidae, Stenocephalidae


Die dargestellten Arten sind in exzellenten (!!!) Fotos und informativen Texten dargestellt. Die gebundenen Bücher hinterlassen was Fotodruck, Papier und Aufbau angeht einen exklusiven Eindruck und rechtfertigen den stolzen Preis. Weitere 2 Bände - auf die jeder Wanzenfan schon mit Spannung wartet - folgen demnächst.

42,- EUR
Der Fauna Käferführer I - Käfer im und am Wald von Möller, Grube & Wachmann

Ein neues Käferbuch von renommierten Autoren. Ein tolles Buch! Genau so stelle ich mir ein Käferbestimmungsbuch vor, das man auch mal mit auf eine Wanderung nehmen kann. Schön handlich, stabiles wasserabweisendes Outfit, jede Menge ausgezeichnete Farbfotos, kurze informative Texte mit Verweisen auf Verwechslungsarten und Infos zu Vorkommen und Lebensweise. Einfach nur prima gemacht. 42,- EUR sind kein Pappenstiel - lohnen sich aber für käferinteressierte Naturfreunde in jedem Fall.
Fauna Germanica - Die Käfer des Deutschen Reiches von Edmund Reitter als CD-ROM für den PC

Das Käfer-Standardwerk multimedial aufgepeppt bekommt meine klare Empfehlung!
Über 5300 Seiten Käferliteratur mit Suchfunktion, allen Abbildungen (168 Bildtafeln plus über 500 Abbildungen aus dem Textteil), Kopier- und Druckmöglichkeit, Textmarkerfunktion, der Möglichkeit mehrere Seiten gleichzeitig anzuzeigen usw.


49,90 EUR
Die Libellenfauna Sachsens von T. Brockhaus & U. Fischer

Ein sehr schönes Libellenbuch dem auch über die Grenzen Sachsens Beachtung geschenkt werden sollte! Viele Informationen zu 68 Libellenarten, allerdings kein Bestimmungsbuch.
Die Heuschrecken der Schweiz

So sollen Feldführer zu einer Artengruppe aussehen! Meine allerwärmste Empfehlung für dieses Buch! Einen ausführlichen Vergleich Schweizer Heuschrecken <> Bellmanns Heuschreckenführer können Sie in der Heuschrecken-Literaturliste nachlesen.
Der Kosmos-Heuschreckenführer von Heiko Bellmann

Der Klassiker in einer Neuauflage. Text und Fotos wie in der alten Auflage, aber ergänzt durch weitere europäische Heuschreckenarten.
Der Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas von Heiko Bellmann

Und noch ein Klassiker in einer unveränderten Neuauflage. Der tolle Spinnenatlas ist mit Abstand mein Lieblingsspinnenbuch. Klasse Fotos und Texte.
Der Kosmos Käferführer - Die Käfer Mitteleuropas von Harde & Severa

Ein weiteres Standardwerk in der 5. Auflage. Ein schönes handliches und preiswertes Büchlein zum Reinschnuppern in die große Welt der Käferarten. Das Buch ist was aktuell erhältliche Bücher angeht konkurrenzlos.


39,90 EUR
Der große Vogelatlas - Alle europäischen Arten von Dominic Couzens

Ein wunderschönes Vogelbuch mit Klassefotos und -zeichnungen (Flugbilder, Schlicht- und Prachtkleid, juvenil, adult). Alle europäischen Vogelarten mit Verbreitungskarten und interessanten Texten - Herz was willst du mehr?
Bienen, Wespen, Ameisen - Hautflügler Mitteleuropas von Heiko Bellmann

Die 2. Auflage des Buches stellt zwar nur 130 Hautflügler-Arten vor, aber es lohnt sich dennoch uneingeschränkt dieses Büchlein zu kaufen. Etwas Vergleichbares in der Art findet man im deutschsprachigen Raum nicht. Exzellente Fotos mit informativen Texten.
Pilzführer Schweiz von Markus Flück

Ein sehr schönes Pilzbuch. Eingangs werden auf sehr guten Fotos die einzelnen Pilzmerkmale vorgestellt. Bei den behandelten Arten wird kein Wert auf Quantität sondern Qualität gelegt. Vorgestellt werden die 150 häufigsten Pilzarten der Schweiz.


90,- EUR
Pilze an Bäumen von H. Jahn, M. Schlag & M. Reinartz

3. völlig überarbeitete Auflage des sehr empfehlenswerten exquisiten Pilz-Buches für anspruchsvolle Pilzfans. Es werden über 200 an Bäumen lebende Pilzarten quer durch das gesamte Pilzreich vorgestellt.
Flora des Kantons Bern von Laubner & Wagner

Warum ein Pflanzenbuch aus der Schweiz?
Ganz einfach! Vergleichbare Bücher findet man in Deutschland kaum. Das broschierte Buch weiß wirklich in allen Belangen zu überzeugen. Lassen Sie sich von den Angaben auf der Seite von Amazon nicht verwirren. Das Buch hat in Wirklichkeit 1286 Seiten (!!!) zu bieten und nicht etwa nur 286. Die Flora wiegt stolze 1700 g und zeigt 2300 Farbfotos von insgesamt 2000 Blüten- und Farnpflanzen. Sehr empfehlenswert!

Flora alpina von Aeschimann, Lauber, Moser & Theurillat

Über 4500 Gefäßpflanzen auf fast 2670 Seiten mit 6000 sehr guten Fotos!
Was soll man angesichts dieser Superlative noch groß sagen. Die Artenprofile, die eine Fülle von pflanzenspezifischen Daten liefern funktionieren anhand von Symbolen und somit mehr oder weniger sprachunabhängig. Nicht gerade billig - aber extrem gut!

Der große Kosmos-Naturführer von Wilfried Stichmann

Welches Bestimmungsbuch soll man auf eine Wanderung mitnehmen?
Mit diesem Buch haben Sie eine reelle Chance die entsprechende Tier- bzw. Pflanzenart vor Ort bestimmen zu können. Die Kombination aus dem bewährten Tier- und Pflanzenführer kann zwar selbstverständlich nicht einhalten was auf dem Buch steht "Hier finden Sie alles, was Sie in Haus und Garten, bei Spaziergängen, Wanderungen und im Urlaub sehen und bestimmen möchten", aber mit einem unschlagbaren Preis-Leistungsverhältnis, Spitzenfotos und mit sehr informativen Beschreibungstexten zieht das Buch einen ordentlichen Querschnitt. Das Buch bietet ein herausragendes Preis-Leistungsverhältnis bei sehr guter Qualität der behandelten Arten.

Der große Kosmos Vogelatlas DVD-ROM

Diese DVD bietet dem Vogelfreund eine Menge! Interessante Highlights sind sicher die Vogelarten-Diashow mit passenden Vogelgesängen, die Möglichkeit alle Vogelbeobachtungen aufzunehmen und statistisch auszuwerten, mehr als 100 Videos sind ebenfalls auf der DVD enthalten, 4 Stunden schöne Tonaufnahmen, Vogelartenbestimmung mit Silhouetten, mehr als 1600 Fotos, 450 Zeichnungen, Texte, 451 Verbreitungskarten usw.
Dennoch gibt es auch einige Schwachpunkte - dennoch hat die Scheibe meine Empfehlung.

Das Kosmos Wald- und Forstlexikon. DVD-ROM für Windows ab 98.

Trotz einiger Schwächen ein recht umfangreiches und empfehlenswertes Werk. 17.000 Stichwörter, 1400 Abbildungen und 105 Filme deuten auf eine Menge multimedial verknüpfte Informationen hin! Mehr Infos können Sie hier per Klick abrufen.

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